Der Flughafen Paderborn-Lippstadt befindet sich aktuell in einer finanziellen Notlage und strebt nun ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung an – eine Maßnahme, die durch die aktuelle Krise deutlich beschleunigt wurde.

Wie auch bei anderen Flughäfen in NRW hinterlässt die globale Krise beim Paderborn-Lippstadt-Airport seine Spuren. Mit Verlusten in Höhe von 700.000 Euro monatlich, trotz Kurzarbeit, die der Flughafen aktuell einfährt, bleibt dem regionalen Verkehrsflughafen im Kreis Paderborn kaum eine andere Wahl als ein Insolvenzverfahren einzuleiten und plant mithilfe eines konstruktiven Sanierungskonzeptes sich neu aufzustellen und vor allem sich zu verkleinern. Dazu hofft der Flughafen auf die finanzielle Unterstützung der vielen Gesellschafter, der Städte und Landkreise, was sich allerdings nicht ganz so einfach gestaltet. Am 21. September wird der Paderborner Kreistag über die Insolvenz in Eigenverwaltung entscheiden.

Verringerung der Kapazitäten und Personalabbau

Der Kreis- und Finanzausschuss Paderborn befürwortet laut Informationen von aero.de ein Insolvenzverfahren in Eigenregie, da seiner Ansicht eine Sanierung außerhalb der Insolvenz “unrealistisch und weder umsetzbar noch finanzierbar sei”. Auch die Corona-Finanzspritze von 2,7 Millionen Euro sei bald erschöpft. Das Sanierungs- und Fortführungskonzept des Flughafens sieht in erster Linie soziale Maßnahmen vor, wie die Verringerung der Abfertigungskapazitäten und einem Personalabbau, da der Flughafenbetreiber mit einem drastischen Einbruch der Fluggastzahlen rechnet. 300.000 Passagiere werden schätzungsweise in der kommenden Zeit den Flughafen ansteuern, das sind circa die Hälfte als im Jahr zuvor. Die Anzahl der Beschäftigten soll von 170 auf rund 65 Mitarbeiter verringert werden.

Flughafen Paderborn Lippstadt

Dennoch soll der 24 Stunden Betrieb sowie die Abfertigung der Flugzeugkategorie E beispielsweise einer Boeing-777 Flotte weiter auf dem Programm des Flughafens stehen. Mit finanziellen Zuschüssen von 12,5 Millionen Euro erhofft sich der Flughafen trotz alledem die Zustimmung und Unterstützung seiner Gesellschafter, da im Allgemeinen eine Regelinsolvenz oder Zerschlagung des Unternehmens deutlich kostspieliger sein dürfte.

Kreis Paderborn größter Anteilseigner

Neun Städte und Landkreise sind es insgesamt, die an der Flughafengesellschaft beteiligt sind, darunter der Kreis Paderborn als größter Anteilseigner mit 56,38 Prozent, gefolgt von Soest (12,26 Prozent), Gütersloh und Lippe (je 7,84 Prozent), Hochsauerlandkreis und Höxter (je 3,92 Prozent), die Stadt Bielefeld (5,88 Prozent) sowie die IHK Bielefeld (1,57 Prozent) und die IHK Detmold (0,39 Prozent). Der Kreis Gütersloh hatte bereits offiziell verkündet den Gesellschafterkreis zu verlassen, ebenso schließt sich auch der Kreis Lippe an und plant seine Anteile zu verkaufen.

Die Zuknuftsfähigkeit einiger deutscher Regionalflughäfen stand vor kurzem aktuell noch in der Diskussion, bei der eine Umweltstudie sieben Airports als “überflüssig” erklärte, darunter wurde auch der Flughafen Paderborn-Lippstadt aufgelistet. Weitere Informationen über die Auffassungen der anderen Gesellschafter liegen derzeit noch nicht vor, dennoch wird die Entscheidung über die Zukunft des Flughafens Paderborn-Lippstadt spätestens am 21. September vom Paderborner Kreistag bekannt gegeben.

Fazit zur Insolvenzbeantragung des Flughafens Paderborn-Lippstadt

Auch der Flugbetrieb am Flughafen Paderborn-Lippstadt kam durch die aktuelle Krise fast komplett zum Erliegen, sodass das Wegbrechen zahlreicher Einnahmen den Flughafen in eine finanzielle Notlage gebracht hat, denn bereits vor der Krise hatte der Airport mit sinkende Fluggastzahlen verzeichnet. Ein neues Sanierungskonzept in Eigenverwaltung soll den Flughafen jetzt retten, er hofft somit aktuell noch auf die Zusage einiger Gesellschafter. Wie die Entscheidung am 21. September über die Zukunft des Paderborner Flughafens aussehen wird, bleibt definitiv spannend!

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Autorin

Seitdem Karolin als Schülerin an einem Austauschprogramm in Frankreich teilgenommen hat, wächst täglich ihre Begeisterung für das Reisen und Entdecken neuer Länder und ihre Leidenschaft für die französische Sprache.

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