Die Bundesregierung hebt die aktuell geltende allgemeine Reisewarnung Mitte Juni auf. Statt von Reisen in alle Länder abzuraten, schafft das Auswärtige Amt eine Art ‘Whitelist’. Reisen sind dann wieder innerhalb der EU sowie dem Schengen-Raum möglich. Die beliebten Ziele Spanien, Norwegen und auch die Türkei sind vorerst nicht auf der Liste.

Mit dem Beginn der Sommerferien in einigen Ländern in Deutschland weicht nun auch die allgemeine Reisewarnung. Erste Berichte darüber gab es bereits vor wenigen Wochen, nun allerdings sind diese offiziell bestätigt. Demnach wird die Reisewarnung ab dem 15. Juni gelockert werden, wie die Zeit berichtet.

Innereuropäische Tourismus in den Sommerferien

Hintergrund des Termins ist auch der Start der Sommerferien in den ersten Bundesländern. Gerade einige südeuropäische Länder sind auf Touristen aus Deutschland und anderen Ländern des Kontinents auch wirtschaftlich angewiesen, besonders weil andere internationale Reisende wohl komplett wegfallen. Deshalb öffnet etwa Italien bereits morgen (4. Juni) seine Grenzen zu Deutschland und anderen Staaten haben ebenfalls angekündigt, diese bald zu öffnen. Mitte Juni, möchte auch Kroatien oder Griechenland wieder europäische Touristen willkommen heißen und auch in der Türkei wurden bereits entsprechende Pläne veröffentlicht.

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Mit Ausnahme der Türkei dürfen sich die genannten Länder auch wieder auf deutsche Touristen freuen, denn bei der Zeit ist von 29 Ländern die Rede, zu denen die Reisebeschränkungen wegfallen sollen. Konkret handelt es sich dabei um die 26 anderen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, darunter etwa Frankreich, Italien, Portugal, Griechenland, Österreich oder auch Kroatien. Ebenfalls entfallen soll die Reisewarnung für die drei Schengen-Mitglieder Island, die Schweiz und Liechtenstein. Auch Großbritannien soll dem Entwurf zur Folge nicht mehr Teil der Reisewarnung sein.

Nur für Spanien und Norwegen wird die Reisewarnung erst mal weiterhin gelten. Grund dafür ist, dass in Spanien die Einreisesperre erst am 21. Juni ausläuft und in Norwegen erst am 20. August. Ab dann sollen auch für diese beiden Ländern die Reisewarnungen entfallen.

Jedoch geht aus den Eckpunkten der Bundesregierung auch deutlich hervor, dass die Reisewarnung jederzeit für ein bestimmtes Land oder eine Regionen wieder reaktiviert werden kann, sobald die Anzahl an neuen Infektionen wieder in die Höhe schießt. Es soll sich so an der Obergrenze von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen orientieret werden.

Individuelle Reisehinweise sollen die Reisewarnung ersetzen

Die allgemeine Reisewarnung soll zumindest für die genannten 29 Länder durch sogenannte individuelle Reisehinweise ersetzt werden. Diese gab es schon vor der Krise für einige Länder, wobei es sich meist um etwas schwierigere Fälle handelte. Etwa gab es individuelle Reisehinweise für Teile der Türkei oder Teile von China. Reisewarnungen für ganze Länder gab es meist nur für Katastrophen- oder Kriegsfälle. Ab dem 15. Juni gelten dann vermutlich individuelle Hinweise auch für alle oder zumindest einige Länder innerhalb der EU, sodass beispielsweise von Reisen in bestimmte Regionen eines Landes abgeraten werden könnte. Ebenfalls erscheint es möglich, dass je nach Land gewisse Einschränkungen kommuniziert werden.

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Von interkontinentalen Reisen wird das Auswärtige Amt auch weiterhin abraten. Nun möchte man laut Maas erst noch abwarten, ob die EU-Kommission die Einreisebeschränkung nach Europa verlängere.

Abgesehen von dortigen Einreisebestimmungen geht es bei der weiteren Reisewarnung für interkontinentale Reisen aber wohl auch darum, dass die Bundesbürger im Falle einer zweiten Infektionswelle nicht wieder in größerem Maße aus allen Teilen der Welt zurückgeholt werden müssen. In einer beispiellosen Aktion wurden in den letzten Monaten mehr als 200.000 Menschen nach Deutschland zurückgeholt – noch einmal will das Auswärtige Amt eine solche Aktion nicht wieder organisieren.

Fazit zur geplanten Aufhebung der Reisewarnung

Für alle Urlauber ist es positiv, dass die allgemeine Reisewarnung nun ab Mitte Juni verzichten wird und zumindest von Reisen innerhalb der EU sowie ausgewählten anderen Ländern nicht mehr abraten wird. Gleichzeitig soll die Empfehlung gegen interkontinentale Reisen weiter bestehen bleiben. Man kann gespannt sein, wann Spanien, die Türkei oder Norwegen wirklich auf die Whitelist gesetzt wird und wann weitere Länder hinzukommen. Klar ist jedoch weiterhin: Ein Sommerurlaub im EU-Ausland ist in Sicht!

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Moritz liebt nicht nur Reisen, sondern auch Luxushotels in aller Welt. Auf der Suche nach neuen Erlebnissen hat Moritz schon dutzende Airlines getestet und mehr als 100 Städte erkundet. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen Erlebnissen & Tipps teilhaben!

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