Emirates hat sich zu einem drastischen Schritt entschieden. Die beliebte Airline reduziert die Freigepäckmenge im niedrigsten Tarif der Economy Class auf nur noch 15 Kilogramm, wovon auch viele deutsche Passagiere betroffen sein könnten!

Die Airlines der Golfstaaten sind seit Bestehen als sogenannte Full-Service-Carrier bekannt. Während andere Fluggesellschaften vor allem durch mehr und mehr Reduzierungen und Einsparungen von sich Reden ließen, war dies lange etwas, wovon die Golf-Airlines quasi unberührt blieben. Inzwischen geraten aber auch jene Fluglinien zunehmend unter finanziellen Druck und so wird einiges unternommen, um nicht in finanzielle Engpässe zu geraten. Nun geht auch Emirates, die größte dieser Airlines, einen Schritt weiter und reduziert die Freigepäckmenge für bestimmte Tarife in der eigenen Economy Class. Nicht allzu überraschend, ist dies weder Emirates erste Sparmaßnahme, noch ist es die erste Airline der Golfstaaten, die solche Einsparungen vornimmt.

Neue Regelung betrifft zwei Economy Class Tarife

Um die eigene Kosten weiter zu senken, hat Emirates bekanntgegeben, die erlaubte Menge für aufzugebendes Gepäck in den günstigsten Tarifen der Economy Class deutlich reduzieren, um damit die verschiedenen Tarife in eben jener Klasse besser differenzieren zu wollen. Für Buchungen ab 4. Februar 2019 diesen Jahres tritt die neue Regelung mit folgenden Änderungen in Kraft:

  • Freigepäckmenge für Tickets im “Economy Special“-Tarif wird von 20 auf 15 Kilo reduziert
  • Freigepäckmenge für Tickets im “Economy Saver“-Tarif wird von 30 auf 25 Kilo reduziert

Ausgeschlossen von der neuen Regelung sind Flüge von und nach Amerika sowie Reisen mit Start in Afrika. Für diese Destinationen gilt eine neue, gesonderte Bestimmung für aufgegebenes Gepäck:

  • Freigepäckmenge für Tickets im “Economy Special“-Tarif wird von 2 auf 1 Gepäckstück á 23 Kilo begrenzt, ausgenommen sind Reisen zwischen Europa und Nordamerika, einschließlich die Strecken zwischen New York und Athen sowie New York und Mailand
  • Freigepäckmenge für Tickets im “Economy Special” und im “Economy Saver“-Tarif wird von 2 auf 1 Gepäckstück á 23 Kilo auf allen anderen Routen begrenzt

Die neue Regel ergibt zur Differenzierung der Tarife zwar Sinn, ist aber dennoch ein gravierender Einschnitt, denn 15 Kilogramm Aufgabegepäck werden vielen Reisenden vermutlich nicht ausreichen, besonders auf Flügen nach Asien und Australien. Der Economy Special Tarif kommt zudem immer dann zum Einsatz, wenn es sich um Angebotstarife im Rahmen von Sales handelt.

Emirates Airbus A380

Zudem ist die geplante Reduzierung der Freigepäckmenge nicht die erste Sparmaßnahme von Emirates. Bereits seit 2016 verlangt die Airline beispielsweise für bestimmte Tarife in der Economy Class eine Gebühr für Sitzplatzreservierungen. Dennoch sind die Begrenzungen beim Gepäck sicher schwerwiegender, da sie sehr viele Passagiere, die bislang im Rahmen von Sales gebucht haben, betreffen.

Freigepäckmenge bei anderen Airlines deutlich höher

Wie gravierend die Änderungen von Emirates sind, zeigt sich mit einem Blick auf die Konkurrenz. Bei Flügen mit der Lufthansa und ihren Partner ist im niedrigsten Tarif auf Flügen nach Asien und Afrika auch weiterhin in jedem Tarif ein Gepäckstück bis 23 Kilogramm inkludiert. Dies gilt auch für die meisten anderen Airlines, etwa die chinesischen Fluggesellschaften sowie andere große asiatische Airlines wie Singapore Airlines oder EVA Air. Teilweise sind sogar zwei Gepäckstücke bis 23 Kilogramm in allen Tarifen der Economy Class enthalten.

Gerade auf den Strecken nach Asien und Australien müssen Passagiere bei Emirates-Flügen in Zukunft also damit zurechtkommen, deutlich weniger Gepäck mitnehmen zu dürfen, als bei anderen Fluggesellschaften. Alternativ kann natürlich auch ein höherer Tarif gebucht werden, dann allerdings mit einem Aufpreis, der nicht zu vernachlässigen ist.

Auch Etihad mit großen Sparmaßnahmen

Emirates ist mit ihren neuerlich angekündigten Sparmaßnahmen in bester Gesellschaft, auch mit Blick auf die Airlines vom Golf. Dabei fällt eine Fluglinie besonders ins Auge, wenn es um dieses Thema geht: Etihad Airways hat mit Abstand an den meisten Stellen und am auffälligsten am eigenen Geschäftsmodell geschraubt. So litt bereits der Service unter den Maßnahmen, die Preise für das Internet an Bord wurden erhöht, das eigene Meilenprogramm entwertet und der Chauffeur-Service für Meilentickets fiel ebenfalls weg, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Etihad Airways Boeing 787

Daran ist zu erkennen, dass die weltweite Entwicklung des Reisemarktes, aber auch das Weltgeschehen einen großen Einfluss auf die Fluglinien nehmen und letztlich auch die Airlines vom Golf davon nicht verschont bleiben. Dennoch bleibt Etihad Airways bei einer Freigepäckmenge von 23 Kilogramm, selbst in den niedrigsten Tarifen der Economy Class. Auch Qatar Airways bietet weiterhin eine deutlich größere Freigepäckmenge, sodass Emirates mit den neuen Regeln im Prinzip komplett alleine dasteht.

Fazit zur neuen Freigepäck-Regelung von Emirates

Die Reduzierung des Freigepäcks auf nur noch 15 Kilogramm im niedrigsten Tarif von Emirates ist ein überraschender Schritt. Wenngleich die Golfairlines generell zuletzt mehrere Sparmaßnahmen ergriffen haben und auch Emirates versucht über andere Wege die Erträge zu steigern, ist eine Änderung beim Freigepäck doch eher ungewöhnlich. Selbst der unter Sparzwang stehende Konkurrent Etihad Airways bietet in günstigen Tarifen zukünftig deutlich mehr Freigepäck, genauso auch Airlines wie die Lufthansa sowie viele weitere Fluggesellschaften. Sofern Ihr also in Zukunft bei einem Sale von Emirates zuschlagen möchtet, solltet Ihr zuvor die Freigepäckmenge im Blick haben!

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Autor

Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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