Deutschland will schnellstmöglich die Anteile an der Lufthansa wieder verkaufen. Die Prozedur ist bereits in vollem Gange.

Bundesfinanzminister Christian Lindner gab in einem Interview bekannt, die staatliche Krisenbeteiligung bei der Lufthansa so schnell wie möglich beenden zu wollen. Der Verkauf der Aktien hat bereits begonnen und soll womöglich noch dieses Jahr erfolgreich vollzogen werden, wie aero berichtet.

Verkaufsprozess hat bereits begonnen

Der amtierende Bundesfinanzminister hat im Zuge eines Interviews mit dem Handelsblatt bekannt gegeben, die Lufthansa-Aktien, die der Staat aktuell noch hält, schon innerhalb dieses Jahres loswerden zu wollen. Während der Krise hat man die Anteile erworben, um das Bestehen der Fluggesellschaft zu sichern. Da diese Existenzängste nun nicht mehr bestehen, ist es für den Staat bald an der Zeit, seine Aktien zu verkaufen.

“Ich bin davon überzeugt, dass der Staat sich aus diesen Beteiligungen möglichst schnell zurückziehen muss. Bei der Lufthansa ist der Einstieg in den Ausstieg bereits erfolgt.”

Christian Lindner im Handelsblatt

Der Bund hatte zu Beginn der Pandemie, als der Flugverkehr noch stark eingeschränkt war, einen Hilfsrahmen von 9 Milliarden Euro bereitgestellt. Zusätzlich hatte man diese Staatshilfe noch mit einem Aktienanteil von 20 Prozent am Unternehmen abgesichert. Knapp 5 Prozent der Aktien wurden bereits zwischen August und September 2021 verkauft, nun soll auch der Rest folgen.

Günstiger Zeitpunkt für den Verkauf

Die Lufthansa hat bereits Ende 2021 alle staatlichen Kredite und gezogene Einlagen mitsamt Zinsen gänzlich zurückgezahlt. Aktuell ist also nur noch die Beteiligung in Form der Anteile am Unternehmen offen, deren Verkauf nun zu einem lukrativen Zeitpunkt käme. Theoretisch wäre der Bund mit Ablauf der Sperrfrist im April dieses Jahres erst dazu verpflichtet, die Beteiligung bis Oktober 2023 aufzulösen. Die Eile beim Verkauf ist also einem anderen Einflussfaktor zuzuschreiben.

Boeing 747-8 Lufthansa
Die Lufthansa beschert dem deutschen Staat einen Milliardengewinn

Die ursprüngliche Aufwendung betrug zum Zeitpunkt des Kaufes der Anteile nur rund 300 Millionen Euro. Damals eine umstrittene Investition, die sich für den Bund als auch für den Steuerzahler durchaus gelohnt haben könnte. Denn wie wir bereits im November des vergangenen Jahres berichteten, ist der Verkaufspreis, den man momentan für die Anteile an der Lufthansa erzielen könnte, deutlich höher als der Kaufpreis. Da der Aktienwert der Fluggesellschaft in der Zwischenzeit wieder deutlich angestiegen ist, rechnet der Bund mit einem Milliardengewinn. Der verbliebene Anteil von 14,09 Prozent ist an der Börse momentan nämlich rund 1,3 Milliarden Euro wert.

Fazit zum Verkauf der staatlichen Lufthansa Anteile

Christian Lindner will die verbleibenden Anteile, die der Staat an der Lufthansa hält, möglichst bald loswerden. Der Grund für den schnellen Verkaufswunsch ist schnell gefunden. Trotz ursprünglicher Kontroversen um die finanzielle Sicherung der Airline seitens des Staates beschert die Beteiligung Deutschland bei einem zeitnahen Verkauf nun einen Gewinn in Milliardenhöhe.

Autor

Seitdem Sandro mit nur einem Jahr seinen ersten Langstreckenflug antrat und danach 6 Jahre lang im Ausland aufwuchs, war er von Reisen begeistert. Heute ist er immer auf der Suche nach der nächsten Möglichkeit, in einen Zug oder ein Flugzeug zu steigen, neue Orte und Personen kennenzulernen und seinen Horizont zu erweitern.

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