Wie auch schon im letzten Jahr, hat die Deutsche Bahn wieder Verluste in Milliardenhöhe gemacht, welche sich auf die Coronakrise, die Fluten und kommende Streiks zurückführen lassen.

Obwohl sich die Reisebranche von der Coronakrise langsam erholt, schreibt die Deutsche Bahn erneut Verluste. So hat der Konzern im ersten Halbjahr 2021 rote Zahlen von über einer Milliarde Euro geschrieben, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Für das restliche Jahr wird die Bahn ebenfalls keine schwarzen Zahlen erwarten, da die Fluten einiges an Schaden angerichtet haben und für die kommenden Sommermonate Streiks angekündigt sind.

Auslastung war größtenteils gering

Die Deutsche Bahn hat in der Coronakrise erneut milliardenschwere Verluste eingefahren. So beläuft sich die Summe in den ersten sechs Monaten 2021 auf ungefähr 1,4 Milliarden Euro, wofür hauptsächlich der Fernverkehrs-Sektor (ICE und IC) verantwortlich ist, welcher 1,1 Milliarden Euro Verluste machte. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass die Deutsche Bahn auf Wunsch der Bundesregierung trotz einer coronabedingten geringen Auslastung die Taktung und Verbindungen nahezu beibehalten hat. Jedoch ist dies im Vergleich zum Vorjahr eine deutliche “Verbesserung”, da man zu jener Zeit 3,7 Milliarden Euro Verlust einfuhr, wozu allerdings auch Abschreibungen, wie zahlreiche neue ICE 4 gezählt haben.

ICE Zug Deutsche Bahn 1
Ein ICE 4 der Deutschen Bahn

Doch das restliche Jahr wird für die Deutsche Bahn AG sehr hart, da die Fluten in Deutschland Schäden an Brücken, Bahnhöfen, Oberleitungen, Schienen und Stellwerken in Höhe von etwa 1,3 Milliarden Euro verursacht haben, was alles schnellstmöglich repariert werden muss. Zudem wurden Bahnstreiks angekündigt, welche ab August eintreten könnten. Aufgrund dessen wird die Bahn einige Tickets weniger für das Sommergeschäft verkauft haben, weil viele Fahrgäste eine Planungssicherheit brauchen und die aufgrund der möglichen Streiks nicht gegeben ist.

Andere Bereiche der Bahn entwickelten sich gut

Dank anderer Bereiche der Bahn konnte der Verlust auf 975 Millionen Euro reduziert werden. So hat die Speditionsfirma DB Schenker deutlich an Gewinn zugelegt und auch das Schienennetz schrieb schwarze Zahlen. Zwar verzeichnete DB Cargo Verluste in Höhe von 200 Millionen, jedoch fielen die im Gegensatz zum Vorjahr deutlich geringer aus, da viele Firmen sich weiter in Richtung Klimafreundlichkeit bewegen wollen und dort die Bahn ein unverzichtbares Transportmittel ist. Demnach wuchs auch der Umsatz auf 21,8 Milliarden Euro, was ein Plus von etwa zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist. Für das restliche Jahr rechnet der Konzern mit Umsätzen in Höhe von 41 Milliarden Euro.

deutsche bahn cargo
Die DB Cargo konnte die Verluste minimieren

Jedoch war die Lage der Deutschen Bahn schon vor der Krise prekär. Denn die Infrastruktur ist seit Jahren veraltet, was sich des Öfteren auf die Pünktlichkeit auswirkt. So haben sich die Schulden auf circa 30 Milliarden Euro angehäuft, wodurch die Bahn auch weiterhin Staatshilfen benötigen wird.

Fazit zu den erneuten Verlusten der Deutschen Bahn

Wie schon im vergangenen Jahr, hat die Deutsche Bahn in der ersten Jahreshälfte Verluste in Höhe von 1,4 Milliarden Euro eingefahren. Dies lässt sich größtenteils auf die Coronakrise zurückführen, da die Bahn die ganze Zeit die Verbindungen und Taktungen aufrechterhalten hat, auch, wenn die Auslastung teilweise sehr gering waren. So wird auch in der zweiten Jahreshälfte mit Verlusten gerechnet. Es bleibt abzuwarten, ob im Jahr 2022 die Bahn wieder schwarze Zahlen schreiben wird.

Autor

Genauso wie den Schwarzwald, liebt David es neue Orte und Kulturen zu entdecken. Am liebsten kombiniert er einen Städtetrip mit anschließendem relaxen am Strand. Er studiert Tourismusmanagement in Wernigerode und macht ein Praktikum bei reisetopia. Er hält euch mit den neuesten Deals und News auf dem Laufenden!

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