Nach mehreren und monatelangen Tests befindet sich der Airbus A350-900 der Bundeswehr mit dem Namen Kurt Schumacher offiziell in Dienst. Bereits jetzt konnte das Flugzeug der Luftwaffe die erste Reise antreten.

Im vergangenen August konnte der Airbus der Bundeswehr offiziell übergeben werden. In der Zwischenzeit testete die Luftwaffe das Flugzeug aber noch auf Herz und Nieren. Der Airbus hat diese Tests bestanden und konnte so den offiziellen Dienst antreten, wie simpleflying.com berichtet.

Airbus A350 erhält Einsatztauglichkeit

Bereits am vergangenen Montag hat der neue Airbus A350-900 der Luftwaffe die Einsatztauglichkeit in Form der Full Operational Capability (FOC) erhalten. Die FOC erhalten Geräte und Maschinen, wenn sie für den militärischen Bereich vollständig getestet und einsetzbar sind. Das neue Flugzeug ist der erste große Schritt, um die alten Airbus A340 im Langstreckendienst zu ersetzen. Die im Durchschnitt 21 Jahre alten Flugzeuge sind hauptsächlich im Einsatz für hochrangige Politiker wie Angela Merkel.

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Bereits am Wochenende konnte der neue Regierungsflieger die erste offizielle Reise antreten. Heiko Maas (Bundesaußenminister, SPD) reiste mit Vertretern der Presse nach Ägypten. Im Vorfeld wurde das Flugzeug über mehrere Monate auf extreme Situationen getestet. So konnte der A350 sogar einen neuen Rekord für die längste Strecke von Köln nach Canberra in Australien aufstellen. Nie zuvor ist ein Airbus A350 diese lange Strecke mit einer Flugzeit von über 19 Stunden geflogen.

Umbau durch Lufthansa Technik

Bisher ist der Airbus A350 mit dem Namen Kurt Schumacher der Erste, der von der Bundeswehr, beziehungsweise der Luftwaffe übernommen wurde. Schon im Mai konnte das Flugzeug durch Airbus an die Lufthansa Technik in Hamburg ausgeliefert werden. Dort wurde das Flugzeug über mehrere Monate hinweg umgebaut, um den Anforderungen in puncto Sicherheit und Service zu entsprechen. In diesem Zuge wurde das Flugzeug mit einer VIP-Kabine ausgestattet, bevor es im August an die Luftwaffe übergeben werden konnte.

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Soll vom A350 ersetzt werden: Ein A340 der Luftwaffe

Um hochrangige Politiker entsprechend um die Welt fliegen zu können, benötigt das Flugzeug mindestens zwei Piloten im Cockpit und acht weitere Crewmitglieder in der Kabine. Für Langstreckenflüge typisch muss eine zweite Crew mit an Bord sein. So kann das Flugzeug maximal 133 Passagiere transportieren. Zum Vergleich: Airbus selbst gibt für das Flugzeug eine Kapazität von 325 Passagieren in einer Drei-Klassen-Konfiguration an.

„Merkel One“ macht den Anfang

Merkel One, wie das Flugzeug gerne umgangssprachlich und in Anlehnung an die Air Force One des US-amerikanischen Präsidenten genannt wird, verfügt über eine VIP-Kabine mit verschiedenen Sitzmöglichkeiten mit einer Lounge, Konferenzräumen und Büros. Laut Angaben kann das Flugzeug aber auch im Notfall verwundete Menschen transportieren und behandeln.

Bundeswehr A350

Der zweite A350 wurde ebenfalls bereits an die Bundeswehr übergeben und befindet sich gerade im Testverfahren. Geplant ist alle drei bestellten A350-Flugzeuge bald in den offiziellen Dienst zu stellen. Darüber hinaus werden die ebenfalls bestellten A321LR ebenfalls bis spätestens 2022 zur Flotte hinzustoßen.

Fazit zum ersten A350 der Bundeswehr

Endlich befindet sich der erste neue A350 offiziell im Dienst der Bundeswehr, beziehungsweise Luftwaffe. Damit geht sie einen großen Schritt zur gewünschten und lang benötigten Flottenerneuerung. Dabei ist das Flugzeug das ideale Gerät, um in verschiedenen Situationen und Manövern dienen zu können. Wir sind gespannt dieses und weitere neue Flugzeuge der Bundeswehr im Dienst zu sehen.

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Autor

Seit Alex zum ersten Mal im Alter von 3 Jahren geflogen ist, wollte er das Flugzeug eigentlich nicht mehr verlassen. Bis heute riss seine Faszination fürs Fliegen nicht ab und hat so entschlossen, Euch an seinen Erfahrungen und Tipps teilhaben zu lassen.

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