Immer mehr Experten fordern von der Politik den Cut bei den Finanzhilfen für den BER. Das würde das Ende für den Flughafenbetreiber FBB bedeuten.

Der Flughafen Berlin-Brandenburg kommt einfach nicht zur Ruhe. Jüngste Bilder vom vergangenen Wochenende markierten einen neuen Tiefpunkt in der jungen Geschichte des Hauptstadtflughafens. Doch als wären die enormen Warteschlangen und zahlreichen Defekte nicht schlimm genug, ist es vor allem der Schuldenberg, unter dem der BER ächzt – und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Deshalb fordern immer mehr Experten die Politik auf, den Geldhahn zuzudrehen. Für den Flughafenbetreiber wäre dies wohl das Ende, wie aero.de berichtet.

Gekommen um zu bleiben: 4,5 Milliarden Euro Schulden

Droht dem BER das Aus? Zumindest könnte es für den Hauptstadtflughafen bald ganz dicke kommen, sollte die Politik tatsächlich die Geldhähne zudrehen, wie von Experten gefordert. Zumindest werden die Stimmen nach einem kompletten Neustart lauter, der ein Ende des Flughafenbetreibers FBB bedeuten würde. Die aktuelle Situation setzt den enormen Schuldenbergen zudem noch die Krone auf: Warteschlangen, die so lange sind, dass die Lufthansa ihren Gästen rät, vier Stunden früher zu kommen. Anhaltende technische und operative Defekte und dann eben die massiven Schulden. Diese belaufen sich aktuell auf 4,5 Milliarden Euro, eine Summe, die der BER in absehbarer Zeit nicht zurückzahlen können wird. Deshalb fordert auch die neue Flughafenchefin Aletta von Massenbach, dass eine deutliche Entschuldung stattfinde. Doch die Politik mauert dagegen vermehrt.

Flughafen BER, Berlin Brandenburg
So leer sieht es schon lange nicht mehr am BER aus.

Auch gegen die zweite Option, das Eigenkapital des Airports um 2,4 Milliarden Euro aufzustocken, scheint den Inhabern um Berlin, Brandenburg und dem Bund nicht zu schmecken. Schließlich scheint der Flughafen Berlin-Brandenburg derzeit auch einfach nicht als gescheiter Airport zu funktionieren, wie besonders die Bilder und Berichte vom vergangenen Wochenende verdeutlichten. Zwar haben die Herbstferien auch an den anderen deutschen Flughäfen teils große Auswirkungen, die auch in langen Schlangen und Wartezeiten resultieren, doch die Situation am BER gilt als besonders heikel.

Situation auf Dauer „nicht tragfähig“

Der Flughafen gilt dabei nicht mal als überlaufen und sollte die derzeitigen Menschenmengen, für einen Airport dieser Größe, mit Leichtigkeit handeln können. Doch das ist nicht der Fall. Die Betreibergesellschaft FBB musste zudem schon vor der Krise jeden zweiten Euro des Umsatzes – 2019 gut 98 von insgesamt 204 Millionen Euro – nutzen musste, um Zinsen zu bezahlen. Die finanzielle Situation sei laut Airport-Chefin von Massenbach auf Dauer „nicht tragfähig“. Berlin, Brandenburg und der Bund sind entsprechend wenig begeistert von der aktuellen und seit Eröffnung anhaltenden Situation.

BER Check In
Der BER hat besonders mit den Schulden schwer zu kämpfen.

Wenngleich man sich im März vergangenen Jahres dazu verpflichtete, dem BER, beziehungsweise der FBB bis Ende des nächsten Jahres „finanziell so auszustatten, dass sie in der Lage ist, ihre Verbindlichkeiten fristgerecht zu erfüllen“. Schon jetzt machte von Massenbach deutlich, dass bereits im ersten Quartal 2022 wieder Geld fließen müsse. Aber auch wenn alles nach dem ambitionierten Plan klappen sollte, wurde aus einem Vermerk aus dem Jahresabschluss des vergangenen Jahres deutlich, dass die FBB noch lange auf Hilfe angewiesen sein werde – besonders 2022. Auch deshalb mehren sich die Stimmen der Experten, die einen Neuanfang fordern. So sei eine „geplante Insolvenz“ der „sauberste Weg und sicherlich nicht teurer als das Weiter-so“.

Fazit zur Situation am BER

Der BER kommt einfach nicht aus den Schlagzeilen raus. Nachdem am Wochenende die Berichte und Bilder über die schier endlos langen Schlangen für Entsetzen sorgten, sind es besonders die enormen Schulden, die dem Flughafen Berlin-Brandenburg auch weiterhin schwer zu schaffen machen. Und diese wird der Betreiber FBB so schnell nicht zurückzahlen können – ganz im Gegenteil. Stattdessen wird noch lange mehr Geld aus der Politik fließen müssen, um den BER-Betrieb aufrechtzuerhalten. Für Experten ist der Zenit jedoch schon längst überschritten und auch der Bund, Berlin und Brandenburg zeigen sich zusehends genervt. Die Zukunft des BERs? Immer ungewisser…

Autor

Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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  • Die Politik ist selber schuld.
    Die Experten haben vor etwas gewarnt. Und man hatte nix Besseres zu tun als TXL Tegel zu schließen. Es ist hinlänglich bekannt das Easy jet oder Noch andere Große Firmen Tegel weiterführen wollte. Und wollten auch richtig Geld dafür geben. Aber Berlin Bund wer sonst noch sich die Taschen vollgemacht sagen wir brauchen das Geld nicht. UND WAS da am BER passiert oder auch nicht kostet nur unsere Steuern. Bravo Politik..

    • Nun ja, alles geht den Weg des irdischen Glück, wenn die Abschreibung diesestotal überteuerten Monstrums das Eigrnkaital wie Schnee in der Sonne weglaufen lässt, dan. Hilft nur die Insolvenz , eine anschließende Abwertung der Aktiva mit Anpassung der Passiva ist die Lösung , nur müssten dann die Gesellschter ihrem Wahlvolk über das Missnagment informieren , sollte nicht doch besser Tesla den Laden übernehmen? ( gegen eine wohlwollende Betriebsgenehmigung?

  • “jeden zweiten Euro des Umsatzes als Zinsen zahlen”? Wie soll man denn da jemals auf einen grünen Zweig kommen? Bei der Entwicklung des Flughafens lief viel schief und ja, grundsätzlich sind bei Darlehen Zinsen zu bezahlen, aber wenn die so hoch sind, dann läuft gefühlt etwas falsch und man sollte zugunsten des Flughafens zumindest die Zinszahlung pausieren, so dass FBB bessere Chancen hat, sich zu erholen.

    Gruß
    Alex

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