Die Klarna Premium-Abos sind seit Ende 2025 in Deutschland verfügbar – und haben seitdem spürbar nachgelegt. Doch können sie auch mit dem mithalten, was American Express und Revolut für Premium-Kunden bieten?
Seit dem Marktstart Ende 2025 hat sich bei den Abos einiges getan – höchste Zeit, die Premium-Abonnements von Klarna erneut einzuordnen. Beantragen lassen sie sich bequem über die App, und bei den Detailbedingungen gibt es einige Überraschungen, wie unsere Übersicht zu den Abos zeigt. Die wichtigste Frage bleibt, ob insbesondere Klarna Max eine echte Konkurrenz für die American Express Platinum Card und Revolut Ultra darstellen kann?
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Leistungen orientieren sich sehr stark an Revolut
Was die inkludierten Leistungen angeht, orientiert sich Klarna deutlich stärker an Revolut als an American Express. In der App sieht die Übersicht der Vorteile nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch, nahezu identisch aus:
Keine großen Unterschiede zwischen beiden Produkten gibt es beispielsweise mit Blick auf die Versicherungen. Neben typischen Reiseversicherungen, die man auch bei American Express Kreditkarten findet, gibt es genauso wie bei Revolut Ultra auch bei Klarna Max eine “Stornierung aus jedem Grund”-Versicherung. Die Detailbedingungen unterscheiden sich dabei nur minimal.
Eine leichte Differenzierung gibt es beim Lounge-Zugang, der bei Revolut von DragonPass angeboten wird. Bei Klarna geht es mit LoungeKey in die exklusiven Warteräume, was eine etwas größere Auswahl bedeutet. Im Vergleich zum Amex Platinum Lounge-Zugang können beide Produkte allerdings nicht mithalten. Das gilt speziell, weil bei Klarna genauso wie bei Revolut weder Lounge-Zugang für eine Partnerkarte noch für einen Gast geboten wird.
Vorteile im Wert von bis zu 4.760 Euro
Etwas kurios mutete schon zum Start an, dass Klarna bei der Vorstellung der Premium-Abonnements in einer Pressemitteilung von Vorteilen im Wert von „über 5.000 Euro” beim Modell Max sprach. Inzwischen bewirbt Klarna auf der Landing Page Vorteile im Wert von „bis zu 4.760 Euro” – womit man bei den vollmundigen Ankündigungen mittlerweile knapp vor Revolut liegt, wo das Ultra-Abonnement mit Vorteilen von „über 4.500 Euro” beworben wird.
Bei einem Blick auf die Details zeigt sich, dass es hier neben dem Lounge-Zugang und den Versicherungen primär um die enthaltenen Abonnements geht. Auch hier fällt auf, dass man sich stark am Revolut-Weg orientiert und es auch die eine oder andere Überschneidung gibt, etwa bei ClassPass (mit der identischen Zahl an Credits) oder Headspace.
Auf den ersten Blick kann man möglicherweise etwas mehr Wert in den bei Revolut Ultra enthaltenen Abonnements sehen, etwa mit Blick auf WeWork, Uber One, NordVPN, Freeletics oder Perplexity Pro. Gleichzeitig fällt auf, dass Klarna die Angebote regionaler zuschneidet. So gibt es in Deutschland etwa kostenfreie Abonnements für WELTplus und BILDplus, was manch einer als Vorteil sehen mag.
Inwieweit die Aboflut mit dem Restaurant-Guthaben und dem Reiseguthaben der American Express Platinum Card mithalten kann, ist sicherlich Geschmackssache. Generell kann gesagt werden: Wer viele der jeweils inkludierten Services nutzen kann, hat mit Revolut oder Klarna möglicherweise etwas mehr monetären Gegenwert. Ist dem aber nicht so, dürfte die American Express Platinum Card mit den jeweils recht hohen Guthaben vermeintlich die bessere Option sein.
Metallkarten bei allen Anbietern – Neukundenboni inzwischen nicht mehr nur bei Amex
Eine Metallkarte wird in allen Fällen angeboten, wobei nur American Express eine Kreditkarte bietet. Bei Revolut genauso wie beim Angebot von Klarna handelt es sich dagegen um eine Debitkarte. Einfacher ist dadurch allerdings die Beantragung beziehungsweise das Upgrade des Abonnements, das jeweils in wenigen Minuten in der App durchgeführt werden kann.
Ansonsten fällt auf, dass nicht mehr nur bei der American Express Gold Card und der American Express Platinum Card aktuell mit einem relevanten Bonus für Neukunden geworben wird. Klarna verzichtete zum Marktstart zwar noch auf einen Neukundenbonus, hat diese Linie inzwischen aber aufgegeben: Erstmals wird der Abschluss einer Premium- oder Max-Mitgliedschaft mit einem hohen Meilen-Bonus belohnt – zuletzt etwa mit bis zu 20.000 SAS-EuroBonus-Meilen für Neukunden. Für die günstigen Stufen Core und Plus gibt es zudem weiterhin den ersten Monat kostenfrei.
Damit hat Klarna die anfängliche Zurückhaltung bei Neukundenaktionen überraschend schnell abgelegt. Revolut hält sich bei solchen Boni dagegen weiterhin spürbar zurück – hier ist Klarna also inzwischen sogar einen Schritt voraus.
Amex Kreditkarten beantragen
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- Platinum Card: Bis zu 85.000 Punkte Willkommensbonus
- 650 Euro Guthaben inklusive
- Kostenloser Lounge-Zugang inkl. Gast in 1.550 Lounges weltweit
- Bestes Versicherungspaket in Deutschland
- Platinum Card: Bis zu 85.000 Punkte Willkommensbonus
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- Gold Card: Bis zu 50.000 Punkte Willkommensbonus
- Bis zu 370 Euro Guthaben bei SIXT, Lodenfrey, FREENOW
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- Goldene Metall Kreditkarte + kostenfreie goldene Zusatzkarte
- Gold Card: Bis zu 50.000 Punkte Willkommensbonus
Schlechtere Bedingungen beim Cashback-Programm
Geht es um die beste Meilen-Kreditkarte, hat Klarna seit dem Start spürbar aufgeholt, ist in der Summe aber noch nicht ganz auf dem Niveau dessen, was Revolut oder American Express bieten. Das Cashback-Programm von Klarna wirkt zwar auf den ersten Blick attraktiv, gibt es doch schon mit der Plus-Mitgliedschaft für 7,99 Euro ein Cashback von 0,5 Prozent auf Zahlungen. Bei Max ist es dann sogar schon 1 Prozent Cashback.
Doch der Teufel liegt im Detail, denn während es bei American Express Kreditkarten nahezu gar keine Ausschlüsse für das Sammeln von Membership Rewards Punkten gibt, sind es bei Klarna zahlreiche. Auch im Vergleich zu Revolut fällt Klarna dadurch auf, dass die Bedingungen ausgesprochen restriktiv sind.
So ist es bei Klarna beispielsweise nicht möglich, Cashback auf wiederkehrende Zahlungen von Abonnements zu sammeln, und auch das Sammeln von Punkten für die Bezahlung von Werbeausgaben oder anderen Marketingleistungen ist nicht möglich. Entsprechend dürften Kunden deutlich öfter als bei den Konkurrenten damit konfrontiert sein, dass sie kein Cashback für ihre Transaktion erhalten.
Die Umwandlung in Meilen erscheint zudem unnötig kompliziert. Während bei Revolut jeder RevPoint eine Meile bei Partnerprogrammen bringt und es bei American Express ein Verhältnis zwischen 3:1 und 5:4 für die Umwandlung gibt, gibt es bei Klarna für “1 Cashback” zwischen 48 und 112 Punkte bei Partnerprogrammen. Gleichzeitig sammelt man je Euro Umsatz allerdings nur 0,005 oder 0,01 Cashback.
Beim Start bot Klarna zudem deutlich weniger Partnerprogramme als American Express und Revolut – doch genau hier hat sich seitdem am meisten getan. Inzwischen lässt sich das Cashback unter anderem zu Flying Blue (Air France-KLM), Avios (British Airways und Iberia Plus), Turkish Miles&Smiles, SAS EuroBonus, Finnair Plus und United MileagePlus sowie Avianca LifeMiles, Thai Royal Orchid Plus und Vueling Club umwandeln, dazu kommen Hotelpartner wie Hilton Honors, Radisson Rewards, Accor und IHG. Bei einigen Programmen – etwa Avianca LifeMiles oder Thai – ist Klarna sogar die erste transferierbare Währung überhaupt. Die Auswahl an Transferpartnern ist für Meilensammler damit kein klares Manko mehr.
Dass Klarna inzwischen sogar erstmals mit einem Neukundenbonus um Mitglieder wirbt, unterstreicht zusätzlich, wie ernst der Anbieter den Wettbewerb um Meilensammler mittlerweile nimmt.
Klarna orientiert sich an den Preisen von Revolut
Keine großen Überraschungen gibt es bei den neuen Premium-Abonnements von Klarna mit Blick auf die Kosten. So orientieren sich die Abonnements mit den Namen Core, Plus, Premium und Max nicht nur beim Namen teilsweise an den Revolut Abos, sondern auch beim Preis. Das erste kostenpflichtige Abo kostet bei Revolut 2,99 Euro, bei Klarna 3,49 Euro. Darauf folgt ein preisgleiches Abonnement, ehe es bei den höheren Stufen wieder kleinere Unterschiede gibt.
Auffällig ist primär, dass das höchste Abonnement, bei Klarna Max genannt, günstiger ist als bei der Konkurrenz – und dieser Abstand ist zuletzt sogar größer geworden. Klarna steigt hier mit 44,99 Euro im Monat ein, während Revolut den Preis für Ultra im Mai 2026 von 60 auf 65 Euro im Monat (650 Euro im Jahr) angehoben hat. Die American Express Platinum Card liegt mit einer monatlichen Gebühr von 60 Euro (720 Euro im Jahr) weiterhin dazwischen. Aktuell bewirbt Klarna Max zudem ein Einstiegsangebot mit 30 Prozent Rabatt in den ersten drei Monaten (rund 31 statt 44,99 Euro) – damit liegt das Abo derzeit noch einmal deutlich unter Revolut Ultra und der American Express Platinum Card.
Revolut Ultra
- Exklusive Platin-Kreditkarte
- Unbegrenzter Lounge-Zugang
- Kostenfreie Überweisungen in 36 Währungen
- Kostenlose Aufladung mit Kreditkarten möglich
- Kostenlose Bargeldabhebungen
- Bis zu 1 Prozent Cashback auf Umsätze
- 1 RevPoint je Euro Umsatz sammeln
Unterschiede gibt es mit Blick auf die Kosten ansonsten auch bei Abhebungen. Bei Revolut Ultra sind beispielsweise alle Abhebungen kostenfrei, bei der Amex Platinum sind sie generell kostenpflichtig. Bei Klarna sind es je nach Abo zwischen zwei und zehn kostenlose Abhebungen pro Abrechnungszyklus. Gebühren für Zahlungen in Fremdwährungen gibt es, genauso wie bei Revolut, nicht.
Klarna holt auf – ganz auf Augenhöhe ist man aber noch nicht
Dass Klarna von Beginn an auf demselben Niveau wie die etablierten Konkurrenten gewesen wäre, war kaum zu erwarten. Umso bemerkenswerter ist, wie deutlich der Anbieter inzwischen nachgelegt hat – vor allem bei den Transferpartnern und mit dem erstmaligen Neukundenbonus, was das Angebot für Meilensammler spürbar interessanter macht.
Das Premium- und auch das Max-Abonnement orientieren sich nach wie vor stark an dem, was man schon von Revolut kennt. Die Kosten und die inkludierten Abonnements unterscheiden sich nur in Details – beim Cashback bleibt Klarna mit seinen zahlreichen Ausschlüssen und der komplexen, dynamischen Umrechnung in Meilen aber weiterhin hinter der Konkurrenz zurück. Auch beim Lounge-Zugang fehlt es im Vergleich zu Amex weiterhin an Gast- und Partnerkarten-Optionen.
Wer das Maximum aus einer Premiumkarte herausholen will, dürfte daher weiterhin zwischen Revolut Ultra und der American Express Platinum Kreditkarte schwanken. Für preisbewusste Meilensammler ist Klarna Max mit 44,99 Euro – in den ersten drei Monaten dank des aktuellen 30-Prozent-Rabatts sogar nur rund 31 Euro – und dem inzwischen breiten Transferpartner-Netzwerk aber zu einer ernstzunehmenden Alternative gereift – gerade weil der Abstand zur Konkurrenz zuletzt spürbar geschrumpft ist.
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