Immer mehr Banken erhöhen die Zinsen für das Tagesgeld, oft allerdings nur den sogenannten Aktionszins. Hierbei lohnt es sich, genau hinzusehen, denn meist lohnen sich andere Angebote selbst mittelfristig mehr.
Geht es um den Tagesgeld-Vergleich, muss man als Kunde ganz genau hinsehen. Hintergrund ist, dass die meisten Banken in Deutschland zwei verschiedene Zinssätze anbieten. Einerseits ist das der sogenannte Aktionszins, andererseits der reguläre Zinssatz. Dass dieser Zweiklang entscheidend ist, zeigt sich bei einem Blick auf die aktuell besonders attraktiv beworbenen Angebote.
📩 Der Finanz- und Loyalitäts-Newsletter von reisetopia
Würdet Ihr gerne Eure smarten finanziellen Entscheidungen in unvergessliche Luxuserlebnisse umwandeln? Dann abonniert kostenlos unseren Newsletter, immer donnerstags im Postfach!
Neue Rekorde bei den Aktionszinsen für das Tagesgeld
Grundsätzlich orientieren sich die durchschnittlichen Tagesgeldzinsen an den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB). Eben jener liegt seit Mitte 2025 allerdings bei 2 Prozent, was eigentlich für eine gewisse Stabilisierung der Zinsangebote sorgen sollte. Doch das Gegenteil ist der Fall, überbieten sich die verschiedenen Anbieter in Deutschland im Zinswettbewerb doch mit immer höheren Angeboten.
Besonders zeigt sich das beim gerade angehobenen Zinssatz beim Consorsbank Tagesgeld, bei dem neuerdings ein Aktionszins von 3,4 Prozent geboten wird. Dieses Angebot ist selbst auf dem in den vergangenen Monaten heißgelaufenen Zinsmarkt ein neuer Rekord, der natürlich auch eine starke Werbewirkung hat.
Consorsbank Tagesgeld
- 3,4 Prozent Zinsen für drei Monate
- 0,8 Prozent Zinsen für Bestandskunden
- Hoher Anlagebetrag bis 1.000.000 Euro
- Quartalsweise Zinsausschüttung
- Hervorragende Einlagensicherung
Dabei ist die Consorsbank allerdings keineswegs die erste Bank, die immer wieder an der Zinsschraube dreht. Erhöhungen gab es zuletzt etwa auch beim Bank of Scotland Tagesgeld oder dem norisbank Tagesgeld, das wiederum an ein Girokonto gebunden ist.
Die Analysen der reisetopia Finanzexperten zeigen, dass mittlerweile sogar mehr als zehn Anbieter in Deutschland einen Aktionszinssatz rund um die Marke von 3 Prozent bieten. Bei einem Leitzins von gerade einmal 2 Prozent scheint das für die Banken schwer finanzierbar. Genau deshalb sollte man auch auf den Haken blicken, denn dieser versteckt sich in der Regel bei der sogenannten Zinsbindung.
Dramatischer Abfall des Zinssatzes nach der Aktionsphase
Das Problem der meisten Tagesgeld-Angebote liegt nämlich darin, dass der Aktionszins nur für wenige Monate garantiert wird. Mehr als sechs Monate Zinsbindung findet man nur ausgesprochen selten, die Regel sind eher drei oder vier Monate. Schon nach kürzester Zeit gilt damit ein anderer Zinssatz als der, welcher stark in der Werbung für die Produkte auffällt.
Die reisetopia Finanzexperten blicken daher für das Ranking im Tagesgeld-Vergleich primär auf den gemittelten Aktionszins über zwölf Monate Anlagedauer. Dabei zeigt sich schnell: Die Anbieter, die mit Aktionszinsen von mehr als 3 Prozent liegen, finden sich großenteils nicht einmal in den Top 10 der besten Angebote für eine Anlage über ein Jahr wieder.
Hintergrund ist dramatischer Abfall des Zinssatzes nach der Aktionsphase. Bei der Consorsbank zeigt sich das besonders stark, denn hier geht es nach drei Monaten von 3,4 Prozent runter auf nur noch 0,8 Prozent. Auch bei der norisbank folgt nach der Zinsbindung bis zum 30. Juni 2026 ein Rückgang der Verzinsung auf nur noch 0,75 Prozent.
Ähnlich sieht es auch bei einigen anderen Angeboten aus, was für Anleger schnell zu einer versteckten Gefahr wird. Wer nicht gerade alle paar Monate das Konto wechseln möchte, fährt mit den besonders hohen Aktionszinsen meist schlechter als mit anderen Angeboten.
Gemittelter Zinssatz für ein Jahr zeigt die wirklich besten Angebote
An den Lockangeboten der Banken ist per se nichts falsch, sofern Verbraucher richtig hinsehen. Teilweise kann sich die Nutzung der Angebote sogar stark lohnen, wie sich am Beispiel des Trends des sogenannten Tagesgeld-Hoppings zeigt. Hierbei wechseln Anleger alle paar Monate die Bank, um immer wieder von den besonders attraktiven Aktionsangeboten zu profitieren.
Wer allerdings mit Blick auf den Aufwand und zumindest Kombinationsprodukten mit Girokonto auch auf die Schufa achtet, sieht darin in der Regel keine echte Option. Hier lohnt es sich also, über die Aktionszinsen hinwegzublicken und eine klare Kalkulation auf Basis einer Anlagedauer von mindestens zwölf Monaten anzustellen.
Neben dem Raisin Tagesgeld fallen hier mitunter auch das Bigbank Tagesgeld auf, die allesamt nach der Aktionsphase auch einen vernünftigen Anschlusszins bieten. So kann man gleichzeitig von einem starken Aktionszins auf der einen und einem attraktiven regulären Zinssatz auf der anderen Seite profitieren.
Doch man muss sich potenziell gar nicht erst von einem besonders hohen Zinssatz zum Start locken lassen, denn es gibt auch Anbieter mit einer Zinsbindung für zwölf Monate. Besonders interessant ist hier etwa ein Blick auf das recht neue bforbank Tagesgeld, bei dem ein Zinssatz oberhalb des EZB-Leitzinses für ein ganzes Jahr garantiert wird.
Bforbank Tagesgeld
- 2,3 Prozent Aktionszins für zwölf Monate
- 1 Prozent Zinsen für Bestandskunden
- Begrenzter Anlagebetrag
- Jährliche Zinsausschüttung
- Solide Einlagensicherung
Augen auf bei der Wahl des richtigen Tagesgeld-Angebots
Fraglos ist der Markt für Tagesgeldkonten auf den ersten Blick unübersichtlich und die vielen verschiedenen Lockangebote sorgen für eine gewisse Verwirrung. Umso wichtiger ist es, immer genau hinzusehen und neben dem Aktionszins auch den regulären Zinssatz im Blick zu haben.
Doch auch das ist nicht alles, denn je nach Anlagefokus spielen beispielsweise auch die Mindest- und Maximalanlage, der Zeitpunkt der Zinsausschüttung sowie auch die Einlagensicherung eine relevante Rolle. All diese Aspekte sollte man vergleichen, bevor man sich für ein Tagesgeld-Angebot entscheidet.
Werbung für hohe Aktionszinsen ist das eine, eine smarte Recherche das andere. Wer sich nicht locken lässt, steht am Ende meist besser da und sichert sich höhere Zinsen und auch ansonsten attraktivere Konditionen. Die versteckte Gefahr der Lockzinsen lässt sich also geschickt umschiffen, man muss nur ein wenig genauer hinsehen.
📩 Der Finanz- und Loyalitäts-Newsletter von reisetopia
Würdet Ihr gerne Eure smarten finanziellen Entscheidungen in unvergessliche Luxuserlebnisse umwandeln? Dann abonniert kostenlos unseren Newsletter, immer donnerstags im Postfach!