Mit ALL Accor hat American Express den ersten neuen Membership Rewards Transferpartner seit Jahren an Bord geholt – ein erfreulicher Schritt, der zwar kein Wendepunkt ist, aber genau zur richtigen Zeit kommt.

Für Membership Rewards Sammler in Deutschland ist es die erste echte Erweiterung des Partnerkreises seit Langem – und damit eine Nachricht, auf die viele gewartet haben. Höchste Zeit, den neuen Partner in Ruhe einzuordnen: Was bringt Accor wirklich, für wen lohnt es sich, und was sagt der Schritt über die Zukunft des Programms?

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Endlich mal wieder ein neuer Transferpartner

Seit dem 6. Juli 2026 lassen sich Membership Rewards Punkte in Deutschland direkt zu ALL – Accor Live Limitless übertragen, dem Treueprogramm der Hotelgruppe Accor. Der Transfer läuft im Verhältnis von drei Membership Rewards Punkten zu einem Accor Punkt und steht allen Karten mit Membership Rewards offen, von der Green über die Gold bis zur Platinum Card.

Accor betreibt weltweit Tausende Häuser vom Stadthotel bis zum Resort

Damit hat das Programm nun vier Hotelpartner – neben Hilton Honors, Marriott Bonvoy und Radisson Rewards eben auch Accor. Und das ist die eigentliche Nachricht: Nach einer langen Phase, in der fast nur gekürzt und gestrichen wurde, kommt zum ersten Mal seit Jahren wieder ein frischer Partner hinzu.

Praktisch ist die neue Option sofort nutzbar: Der Transfer lässt sich direkt im Online-Konto anstoßen und ist laut American Express in der Regel innerhalb eines Werktags gutgeschrieben. Kompliziert ist an der Sache also nichts – man braucht kein Spezialwissen, um sie zu nutzen.

Das ist umso relevanter, als Accor zu den größten Hotelgruppen der Welt zählt und in Europa ein besonders dichtes Netz betreibt – von Ibis, Novotel und Mercure bis hinauf zu Sofitel, Pullman und Luxusmarken wie Raffles oder Fairmont. Ein Partner, den viele Reisende also tatsächlich nutzen können. Vor der Euphorie lohnt aber ein nüchterner Blick darauf, was so ein Hoteltransfer eigentlich wert ist.

Warum Hoteltransfers selten der große Wurf sind

So sehr ein neuer Partner Freude macht: Der Transfer flexibler Punkte zu Hotelprogrammen ist fast nie der lukrativste Weg. Das gilt für Accor genauso wie für Hilton, Marriott oder Radisson – Hotelpunkte haben in der Regel einen festen und eher niedrigen Gegenwert.

Bei Airline-Programmen steckt oft der größte Gegenwert pro Punkt

Der eigentliche Zauber flexibler Währungen liegt woanders: bei den Vielfliegerprogrammen. Eine gut getimte Einlösung in der Business oder First Class kann den Wert pro Punkt weit über das heben, was ein Hoteltransfer je bietet – nicht selten auf mehrere Cent pro Punkt.

Ein Beispiel: Wer seine Punkte in ein Vielfliegerprogramm überträgt und damit einen Langstreckenflug in der Business Class bucht, kann pro Punkt schnell das Zwei- bis Vierfache des Accor-Werts erreichen. Nur muss dafür eben alles zusammenpassen – Verfügbarkeit, Strecke und der richtige Zeitpunkt.

Der Haken daran ist die Komplexität. Dieser überdurchschnittliche Gegenwert belohnt große Punktemengen, Flexibilität und das nötige Wissen, die richtige Prämie überhaupt zu finden. Und wie die Buchung mit Meilen zuletzt schwieriger geworden ist, haben wir an anderer Stelle ausführlich beschrieben. Wie viel ein Punkt am Ende wert ist, hängt also stark davon ab, wie viel Mühe man investiert.

Accors Stärke: guter Gegenwert schon mit wenig Punkten

Und genau hier spielt Accor seine Stärke aus. Jeder Accor Punkt ist fest zwei Cent wert, und über das Transferverhältnis von drei zu eins ergibt sich eine schöne Rechnung: 6.000 Membership Rewards Punkte werden zu 2.000 Accor Punkten, die exakt 40 Euro auf einer Hotelrechnung wert sind – ein garantierter Gegenwert von rund 0,66 Cent pro Membership Rewards Punkt.

Auch bei Accor gilt der feste Punktwert von zwei Cent

0,66 Cent pro Punkt sind kein spektakulärer Wert, aber sie sind fest, transparent und ganz ohne Recherche zu haben. Man kann klein anfangen – der Mindesttransfer liegt bei 900 Punkten – und weiß vorher ganz genau, was am Ende herauskommt.

Das ist bei Vielfliegerprogrammen deutlich komplexer: Um dort verlässlich mehr als 0,66 Cent herauszuholen, braucht es größere Punktemengen und die Geduld, die passende Prämie zu jagen. Accor liefert einen ordentlichen Gegenwert ganz ohne diesen Aufwand – und das ist für viele Sammler bares Geld wert.

Dazu kommt die Planbarkeit: Accor Punkte werden schlicht wie ein Guthaben auf die Rechnung angerechnet, ohne Sperrfristen oder knappe Prämienkontingente. Gerade für Gelegenheitssammler ist dieser verlässliche Zugriff oft mehr wert als ein theoretisch höherer, aber schwer erreichbarer Airline-Gegenwert.

Für wen sich der neue Partner wirklich lohnt

Damit wird Accor vor allem für eine bestimmte Gruppe interessant: für alle, die pro Jahr eher kleine bis mittlere Punktemengen sammeln und einen garantierten, unkomplizierten Gegenwert suchen.

Für kleine und mittlere Sammler ist der garantierte Gegenwert ideal

Für sie lohnt sich der aufwendige Weg zu den Airlines meist ohnehin nicht – zu wenige Punkte, zu viel Aufwand. Ein Rabatt von 40 Euro im nächsten Ibis, Novotel oder Mercure ist dagegen greifbar und sofort einlösbar. Wer etwa eine American Express Green Card mit ihrem überschaubaren Bonus besitzt und Punkte eher nebenbei sammelt, findet hier endlich eine simple Einlösung.

Und als Ergänzung funktioniert Accor für praktisch jeden: Selbst wer sonst auf Vielfliegermeilen setzt, bekommt ein sinnvolles Ventil für Restpunkte, die sonst ungenutzt liegen bleiben. Angesichts der enormen Präsenz von Accor in Europa findet sich fast immer ein passendes Haus.

Wichtig ist dabei die ehrliche Einordnung: Wer gezielt auf teure Premium-Flüge hinsparen möchte, sollte seine Punkte weiterhin für Meilen aufheben. Accor ist die kluge Wahl für den Alltag und für Restbestände – nicht der Weg zum Traumflug in der First Class.

Wie sich Accor von den anderen Hotelpartnern abhebt

Interessant ist der Neuzugang auch im Vergleich zu den bereits bestehenden Hotelpartnern. Denn Accor unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von Hilton, Marriott oder Radisson: dem festen, transparenten Punktwert.

Bei Accor reicht die Spanne vom Budgethaus bis zur Luxusmarke

Bei den anderen Programmen schwankt der Gegenwert eines Punktes je nach Hotel, Saison und Nachfrage teils erheblich – mal ist er ordentlich, mal enttäuschend. Bei Accor dagegen gilt immer dieselbe Rechnung, egal ob günstiges Stadthotel oder Luxusresort. Diese Verlässlichkeit ist im Hotelbereich keine Selbstverständlichkeit.

Für Sammler, die nicht ständig Punktwerte vergleichen wollen, ist genau das ein echter Vorteil. Accor ist damit nicht zwingend der wertvollste, aber vielleicht der planbarste der vier Hotelpartner – und das passt gut zum Naturell vieler Gelegenheitssammler.

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Moritz
Die perfekte Aktion für alle angehenden Meilensammler und Vielflieger

Nach Etihad-Abschied und Ratenkürzungen: endlich wieder Dynamik

Über den konkreten Gegenwert hinaus sendet der Schritt vor allem ein wichtiges Signal. Denn die vergangenen Jahre brachten für Membership Rewards Sammler in Deutschland überwiegend schlechte Nachrichten.

Alle Karten mit Membership Rewards können Punkte zu Accor transferieren

Die Transferraten zu mehreren Airline-Partnern wurden spürbar verschlechtert, und zuletzt verschwand mit Etihad Guest sogar ein ganzer Partner aus der Liste. Unterm Strich wurde das Programm für viele also eher unattraktiver.

Konkret wurden zum August 2025 die Transferraten zu Partnern wie Emirates oder Qatar Airways für deutsche Karteninhaber verschlechtert. Vor diesem Hintergrund wirkt ein zusätzlicher Partner weniger wie ein Luxus als vielmehr wie ein überfälliges Gegengewicht.

Dass nun ein neuer Partner hinzukommt – der erste seit Jahren –, bringt endlich wieder frischen Wind. Es zeigt, dass American Express weiterhin in das Programm investiert, und lässt hoffen, dass diesem Schritt weitere positive Änderungen folgen.

Ein gutes Zeichen – auch wenn es kein großer Wurf ist

Nein, ALL Accor ist nicht der große Wurf, der den Wert von Membership Rewards grundlegend anhebt. Für den maximalen Gegenwert pro Punkt bleiben die Vielfliegerprogramme der – wenn auch komplizierte – König.

Accor reicht vom Ibis bis zu Luxushäusern wie Lucknam Park

Aber es ist eine wirklich nützliche, aufwandsarme Ergänzung: stark für kleine und mittlere Sammler, praktisch als Ventil für alle anderen und ein beruhigendes Zeichen, dass sich beim Programm wieder etwas bewegt. Genau diese Mischung macht Accor zu einem sinnvollen neuen Baustein.

Noch größer wäre der Wurf natürlich, legte American Express bald mit besseren Konditionen oder einem weiteren Vielfliegerprogramm nach. Die Möglichkeit dazu ist da – und genau das macht den Accor-Schritt zu einem vielversprechenden Anfang.

Sollte American Express weitere Partner oder bessere Konditionen nachlegen, könnte dieser Juli rückblickend der Moment gewesen sein, in dem die Dynamik gedreht hat. Für den Augenblick gilt: ein solider, willkommener Schritt – und ein vorsichtiger Optimismus ist dafür genau der richtige Ton.

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