Die KLM Business Class in der Boeing 787 bietet das beste Bordprodukt der Airline. Euch erwarten Sitze in einer 1-2-1 Konfiguration, weswegen meine ersten Eindrücke auch grundsätzlich positiv waren. Warum ich auch Schwächen wahrgenommen habe, zeige ich Euch in diesem Artikel!

Bei Air France-KLM gab und gibt es so viele Business Class Produkte, dass man schnell den Überblick verliert. Bei KLM sind mittlerweile immerhin in allen Maschinen Sitze eingebaut, die sich zu einem komplett flachen Bett verstellen lassen. Im Airbus A330, der Boeing 747 und der Boeing 777 sind diese allerdings in einer 2-2-2 Bestuhlung angeordnet. Einzig in der Boeing 787 hat sich KLM für ein wirklich gutes Bordprodukt entschieden, von dem ich Euch heute erste Eindrücke präsentieren möchte. Geflogen bin ich in der Boeing 787-9 von Amsterdam nach Chengdu.

Privater, komfortabler und durchdachter Sitz

Die KLM Business Class in der Boeing 787 hat auf mich sofort einen guten Eindruck gemacht. So überzeugt das Design schon beim Betreten der Maschine, denn die verschiedenen Blautöne wirken gut abgestimmt und geben der Kabine ein individuelles Design.

Darüber hinaus sind die Reverse Herringone Sitze in einer 1-2-1 Bestuhlung das mitunter führende Business Class Produkt für Alleinreisende. So viel Privatsphäre gibt es in der Business Class schlichtweg nicht bei vielen anderen Bordprodukten.

Der Sitz selbst erinnert in der KLM Boeing 787 Business Class stark an den, welcher auch in der Finnair Business Class zum Einsatz kommt. Einzig bei den Details hat sich KLM für eine etwas andere Herangehensweise entschieden.

Besonders auffällig ist das beim Ablagefach, das sich komplett verschließen lässt und genug Stauraum für mehrere Gegenstände bietet. Einzig einen Laptop bekommt man am Sitz schlecht unter, da es hierfür kein gesondertes Fach gibt und auch der Platz unter der Fußablage keinen sicheren Halt bietet und gleichzeitig nicht groß genug für eine Laptoptasche ist.

Erwähnenswert ist an den Sitzen in der KLM Business Class auch, dass das Entertainment-System gesondert ausgeklappt werden muss, allerdings beim Start und der Landung nicht verstaut werden muss.

Auch in der Bettposition kann der Sitz überzeugen, schon allein wegen der Länge von 207 Zentimetern. Dazu kommt, dass der Fußraum überraschend großzügig ist und man sich gut bewegen kann. Selbstredend lässt sich der Sitz zu einem komplett flachen Bett verstellen. Negativ fällt nur auf, dass das Kissen ein wenig dünn ist, mit zwei Kissen ließ es sich in der recht leeren Kabine aber doch gut schlafen.

Insgesamt ist der Sitz in der KLM Business Class in der Boeing 787 nahezu identisch zu dem Produkt, das auch Air France in derselben Maschine sowie einigen Boeing 777 bietet. Mein Kollege Moritz hat ebenfalls seine ersten Eindrücke zu diesem Produkt niedergeschrieben, sodass Ihr einen guten Vergleich finden könnt.

Ausbaufähiger Service und spezielles Essen

Während der Sitz in der Boeing 787 mich absolut überzeugt hat, konnte mich der restliche Serviceablauf nicht wirklich begeistern. Wenngleich bemüht, fand ich den Service distanziert und nicht gerade besonders freundlich. Übliche Servieabläufe wie das Aufhängen der Jacke oder das Willkommensgetränk haben signifikante länger gedauert als bei anderen Airlines und schon mein Wunsch nach Wasser mit Kohlensäure statt stillem Wasser beim Willkommensgetränk erwies sich als Schwierigkeit. Genauso langsam war der Service auch beim ersten Getränk in der Luft, das gemeinsam mit der Auswahl zwischen Nüssen und Käse etwa 45 Minuten nach dem Start serviert wurde.

Generell war ich etwas genervt von der geringen Geschwindigkeit des Services. Schon bei meinem Flug in der China Airlines Business Class vor einigen Monaten hat das Essen über zwei Stunden gedauert, bei KLM war dieses allerdings sogar über zweieinhalb Stunden nach dem Start noch nicht abgeschlossen – bei einer Flugzeit von gerade einmal neun Stunden. Besonders ärgerlich empfand ich dies in Anbetracht dessen, dass die Kabine nicht einmal zu einem Viertel gefüllt war. Die Vorspeise war dafür lecker, genauso der dazu servierte Salat.

Dass es aber im Brotkorb genau eine Sorte zur Auswahl gab (auf meinem Zubringer waren es allein vier) ist mir recht negativ aufgefallen, genauso dass es bei der Vorspeise keine echte Auswahl, als Alternative gab es nur eine Suppe, gab. Auch die Auswahl bei den Hauptgerichten hat mich nicht überzeugt. Neben einem Fischgericht gab es entweder Hühnchen oder eine Zusammenstellung chinesischer Gerichte. Nichts davon hat mich wirklich angesprochen, der Lachs war aber doch überraschend lecker.

Abgeschlossen wurde das Dinner von einer Auswahl an Desserts, wobei ich das Zitronen-Mousse ebenfalls lecker fand, danach gab es auch noch ein Stück Schokolade in der Form eines niederländischen Hauses. Das knapp eineinhalb Stunden vor der Landung servierte Frühstück kam mit einer Auswahl von drei Hauptspeisen daher, wobei ich mich für den Kaiserschmarrn entschieden habe, der leider kein Highlight war. Dafür war die Auswahl aus dem Brotkorb besser und auch der Obstsalat war lecker.

Insgesamt fand ich das Catering in der KLM Business Class in Ordnung, aber eben auch nicht mehr. Hier habe ich zum Beispiel in der Swiss Business Class oder auch der LATAM Business Class deutlich besser gegessen. Auch den Service fand ich insgesamt wenig herzlich. Nett ist dagegen das holländische Haus aus Porzellan, das kurz vor der Landung ausgeteilt wird. Blöd nur, dass es mit Alkohol gefüllt ist, denn bei meinem Weiterflug und erneuter Sicherheitskontrolle gab es direkt Probleme und Diskussionen.

Fazit zu meinen ersten Eindrücken aus der KLM Business Class in der Boeing 787

Der Sitz in der KLM Business Class in der Boeing 787 ist zweifelsfrei sehr gut und gehört für mich selbst unter den Reverse Herringbone Sitzen zu denen mit dem schönsten Design. Auch der Schlafkomfort ist hoch und auch das vorhandene Entertainment ist dank einer guten Film- und Serienauswahl und internationalen Zeitungen und Zeitschriften sowie WLAN (das bei meinem Flug aber nicht funktioniert hat) an sich gut. Enttäuschend waren bei meinem Flug allerdings Catering und Service, beides war zwar keine Katastrophe, aber ich habe bei anderen Airlines sowohl deutlich besser gegessen als auch einen effizienteren, schnelleren und freundlicheren Service erlebt. Dennoch würde ich auf Grund des sehr guten Produkts eine Empfehlung für die KLM Boeing 787 Business Class aussprechen.

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Autor

Moritz liebt nicht nur Reisen, sondern auch Luxushotels auf der ganzen Welt. Mittlerweile konnte er über 500 verschiedene Hotels testen und dabei mehr als 100 Städte auf allen Kontinenten kennenlernen. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen besonderen Erlebnissen teilhaben!

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