Das verlustreiche Jahr 2020 nähert sich dem Ende. Die kürzlich veröffentlichten Zahlen von Cathay Pacific des vergangenen Monats übertreffen die zuvor eingeflogenen Verluste nochmal um ein Vielfaches.

Schon in der ersten Jahreshälfte steckte Cathay Pacific knietief in der Krise. Die Fluggesellschaft verzeichnete in den ersten Monaten des Jahres 2020 einen Verlust in Milliardenhöhe und im zweiten Halbjahr ist noch kein Ende in Sicht. Durch die anhaltende Luftfahrtkrise ist sogar das Gegenteil der Fall. Das Management der Fluggesellschaft rechnet mit neuen Rekordzahlen, die den milliardenschweren Verlust in der ersten Jahreshälfte überbieten soll, wie simpleflying.com berichtet.

Cathay Pacific rechnet mit Rekordverlusten

Die Fluggesellschaft mit Sitz in der Sonderverwaltungszone Hongkong gab kürzlich die niederschmetternden Zahlen öffentlich bekannt. Im November transportierte Cathay Pacific insgesamt nur 37.815 Passagiere. Dies stellt eine Reduktion von 98,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar. Zudem sank die geflogene Kilometeranzahl um 97,7 Prozent zurück. Der Chief Customer und Commercial Officer, Ronald Lam, äußerte sich über die Erwartungen der Fluggesellschaft für das kommende Jahr.

Looking ahead on the passenger front, we still are not seeing significant demand for travel as we head towards the end of 2020 – traditionally a strong travel season in the year. Demand continues to weaken on long-haul routes and we anticipate we will rely more on traffic on regional services in the immediate future. Given the slow speed of recovery, we expect to operate about 9% of pre-COVID-19 capacity in December and slightly above 10% in January 2021.

Chief Customer und Commercial Officer, Ronald Lam

Aufgrund der anhaltenden Krise operiert die Fluggesellschaft im zweiten Halbjahr 2020 mit einer Kapazität von 8,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie Ronald Lam hinzufügte. Im ersten Halbjahr betrug die durchschnittliche Kapazität noch 34,3 Prozent. Folglich rechnet Cathay Pacific mit einem erheblich höheren Verlust, als noch im ersten Halbjahr. Für das Jahr 2021 zeigt sich Cathay Pacific nicht zuversichtlich. Die Airline erwartet eine leichte Steigerung der Kapazität um zehn Prozent für den kommenden Januar.

Cathay Pacific nimmt drastische Kürzungen vor

Im vergangenen Monat transportierte die Fluggesellschaft täglich ungefähr 1.261 Passagiere. Cathay Pacific verzeichnete für die erste Hälfte des Jahres einen Verlust von umgerechnet über einer Milliarde Euro und somit den höchsten Verlust seit der Wirtschaftskrise in 2008 mit umgerechnet 900 Millionen Euro. Um sich dem enormen Nachfragerückgang anpassen zu können, nahm Cathay Pacific im November Flugplankürzungen vor und strich sieben Routen permanent aus dem Flugplan. Nach einer Flottenreduzierung werden insgesamt 5.900 Stellen wegfallen und 2.600 derzeit offene Stellen nicht nachbesetzt. Im Rahmen der Restrukturierung wartet auf die verbliebene Belegschaft drastische Gehaltskürzungen.

Um die Airline aufzufangen, stellte der Staat im Sommer finanzielle Hilfen in Höhe von 3,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Die Unterstützung setzte sich zusammen aus Darlehen und Eigenkapital. Aufgrund des Passagierrückgangs setzt Cathay Pacific den Fokus zunehmend auf den Frachtbetrieb. Die Fluggesellschaft ist der fünftgrößte Luftfrachtbeförderer weltweit. Der Transport des Corona-Impfstoffs ist ein lukratives Geschäft, das der angeschlagenen Airline die dringend notwendigen Einnahmen in die Kasse spülen wird.

Fazit zu Cathay Pacifics Rekordverlusten

Cathay Pacific rechnet derzeit mit noch höheren Verlusten als in der ersten Jahreshälfte. Durch die Corona-Pandemie wurden die Rekordverluste der Wirtschaftskrise im Jahre 2008 übertroffen. Folglich musste sich die Fluggesellschaft auf den langanhaltenden Nachfragerückgang anpassen und wie alle anderen Fluggesellschaften drastische Restrukturierungsmaßnahmen durchsetzen. Als Resultat operiert Cathay Pacific mit einer kleineren Flotte, einem ausgedünnten Flugplan und einer kleineren Belegschaft. Des Weiteren wird der Fokus auf den Luftfrachtbetrieb gelegt. Vor allem die Auslieferung des Corona-Impfstoffs stellt eine wichtige Einnahmequelle dar. Das Management rechnet auch noch im kommenden Jahr mit ähnlich niedrigen Passagierzahlen. Eine Erholung wird erst im Jahr 2022 erwartet.

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Autorin

Schon als kleines Kind verbrachte Christel jährlich mehrere Wochen auf den Philippinen und konnte dadurch immer mehr zu ihren philippinischen Wurzeln finden. Mittlerweile reist sie gern für neue Geschmackserlebnisse und liebt sogar das Flugzeugessen.

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