Mit Beginn der Pandemie offenbarten sich die Schwächen des Airbus A380. Zu groß und nicht treibstoffeffizient genug – die Folge: das Aus bei etlichen Fluggesellschaften.

Bekanntlich leben Totgesagte länger, so auch der Airbus A380. Bei einigen Fluggesellschaften steht der Airbus A380 offenbar kurz vor der Rückkehr in den regulären Flugbetrieb. Wiederum andere Fluggesellschaft nehmen öffentlich Abstand vom einstigen Flaggschiff der jeweiligen Airline. In diesem Artikel erfahrt Ihr, welche Fluggesellschaften den Doppeldecker nicht mehr einsetzen wollen beziehungsweise eine Rückkehr mehr als nur fraglich ist.

Zum Abschluss unserer kleinen Serie beschäftigen wir uns mit den Fluggesellschaften, die den Airbus A380 (wohl) nicht mehr einsetzen werden. Ihr habt unsere ersten zwei Artikel verpasst? Kein Grund zur Panik, hier findet Ihr den 1. Teil unserer Serie – und hier den 2. Teil.

Zweifel in Europa überwiegen

Insgesamt setzten nur 15 Fluggesellschaften den Airbus A380 ein, obwohl insgesamt Bestellungen von 17 Fluggesellschaften eingingen. Das irische Leasingunternehmen Amedeo stornierte die Bestellung über 20 Flugzeuge, ebenso Air Accord, die wiederum nur drei Flugzeuge bestellten und ebenfalls stornierten. Ein unbekannter Käufer, wohl Hong Kong Airlines, musste ebenfalls die komplette Bestellung über zehn Flugzeuge bestellen. Mit Hi Fly Malta übernahm eben jene 15. Fluggesellschaft einen Airbus A380, der zuvor jahrelang in den Diensten von Singapore Airlines stand.

In Europa kommt der Doppeldecker immer seltener zum Einsatz. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Airbus A380 nur selten Europa anfliegt. Mit Emirates fliegt eine Airline unzählige Ziele in Europa nahezu täglich mit dem A380 an. Die zwei der drei größten europäischen Abnehmer haben sich jedoch vom Doppeldecker öffentlich distanziert. Sowohl Air France als auch die Lufthansa setzen zukünftig (wohl) nicht mehr auf die Dienste des Airbus A380. Während das Aus des gigantischen Doppeldeckers bei Air France bereits eine beschlossene Sache ist, besteht zumindest noch bei der Lufthansa eine minimale Chance auf eine Rückkehr. Nichtsdestotrotz hat die Lufthansa die letzten Doppeldecker ins spanische Teruel, zu einem sogenannten Flugzeugfriedhof, geflogen. Insgesamt 24 Airbus A380, also genau zwei Drittel aller jemals an europäische Fluggesellschaften ausgelieferten Doppeldecker, befinden sich damit aktuell definitiv außer Dienst.

Einzig British Airways setzt vereinzelt den Doppeldecker ein. Hier befindet sich der Airbus A380 weiterhin im Aufwind. Zuletzt gab British Airways sogar eine Ausweitung des A380-Streckennetzes bekannt, nachdem die Fluggesellschaft den Doppeldecker derzeit auf der Kurzstrecke einsetzt. Im Gegensatz dazu setzt die Lufthansa auf der Langstrecke vermehrt auf den Airbus A330, den Airbus A340, den Airbus A350 sowie zu guter Letzt auf die Boeing 747. Könnt Ihr den Einsatz der Boeing 747 nachvollziehen, wenn man bedenkt, dass dafür der Airbus A380 am Boden bleiben muss?

Gemischte Gefühlswelten am Golf

Gemischter als am Golf können die Gefühlslagen im Hinblick auf den A380 gar nicht sein. Während Emirates weiterhin in beeindruckender Manier auf den Doppeldecker setzt, distanziert sich Etihad Airways deutlich von ihm. Der dritte große Carrier, Qatar Airways, war anfangs derselben Meinung wie Etihad Airways – CEO Al Baker bezeichnete den A380 sogar als größten Fehler. Doch ausgerechnet Qatar Airways muss jetzt notgedrungen, zumindest temporär, wieder auf den A380 setzen. Grund dafür ist das Grounding des Airbus A350.

Etihad Airways zeigt sich jedoch noch sehr unentschlossen, was die Zukunft des Airbus A380 angeht. Derzeit verweilt die gesamte Airbus A380-Teilflotte im spanischen Teruel und gesellt sich zur A380-Teilflotte der Lufthansa. Ob es zu einer Rückkehr kommt, ist ungewiss. Für eine Rückkehr des Doppeldeckers spricht, dass zwei der besten First Class Produkte, die First Class Apartments sowie die The Residence, exklusiv in diesem Flugzeugtypen verbaut sind. Dagegen spricht, dass Etihad zukünftig auf die Boeing 787 setzen wird. Zudem ist die Konkurrenz aus dem Nachbaremirat Dubai, sprich Emirates, zu groß, als dass sich der Einsatz des Airbus A380 tatsächlich rentieren würde. Meiner Meinung nach käme der Einsatz des A380 lediglich auf ausgewählten Strecken, wie beispielsweise nach London Heathrow, Los Angeles oder Sydney infrage.

Tristesse in Asien

Aktuell setzt Singapore Airlines den Airbus A380 kontinuierlich auf der Strecke zwischen Singapur und London Heathrow ein. Ganz sporadisch kommt der Airbus A380 bei All Nippon Airways sowie Korean Air zum Einsatz. Dafür setzt China Southern Airlines den A380 regelmäßig auf Flügen nach Europa und Nordamerika ein. Nicht so Malaysian Airlines und Thai Airways.

Die malaysische Staatsairline bot ihre A380-Flotte sogar über Social Media zum Verkauf ein. Leider konnte kein Käufer gefunden werden. Und auch die Zukunft sieht wohl nicht rosiger aus. Group Chief Executive Izham Ismail sagte noch im Juni, dass der Airbus A380 definitiv nicht in die Zukunftspläne der Airline passen werde. In Malaysia trauert man dem Airbus A380 jedoch nur wenig hinterher. Das Bordprodukt ist in die Jahre gekommen und die Buchungslage war nie sonderlich erfolgversprechend, sodass das Aus des Airbus A380 bei Malaysia Airlines wohl die notwendige, aber auch bittere Realität sein mag.

Im Nachbarland Thailand sieht die Realität nicht besser aus. Nach aktuellem Stand möchte Thai Airways sowohl den Airbus A380 in Teilen als auch die Boeing 747 vollständig ausmustern. Ein Comeback scheint zwar nicht ausgeschlossen zu sein, große Hoffnungen braucht man sich wohl nicht zu machen. Thai Airways möchte zukünftig eine kleinere und deutlich treibstoffeffizientere Langstreckenflotte betreiben. Diese soll aus zukünftig aus dem Airbus A350 sowie der Boeing 777-300 und dem 787 Dreamliner bestehen. Die von Schulden geplagte Fluggesellschaft soll wohl keinerlei Verwendung für den Doppeldecker haben, wenngleich in dem A380 eine wirklich sehr gute First Class verbaut ist.

Deutlich angespannter ist die Situation bei Asiana Airlines. Asiana Airlines wird es als solche nicht mehr lange geben, schließlich steht die Fusion von Asiana und Korean Air in den kommenden Jahren an. Unter der Farben von Asiana Airlines wird der Airbus A380 wohl nicht mehr zum Einsatz kommen. Eine Rückkehr in den Passagierbetrieb scheint als nahezu ausgeschlossen. Grundsätzlich plagen die südkoreanische Fluggesellschaft Schulden in Milliardenhöhe.

Fazit zu der nahezu ausgeschlossenen Rückkehr des Airbus A380

Bei den oben aufgeführten Fluggesellschaften handelt es sich zum jetzigen Zeitpunkt um die Fluggesellschaften, bei denen eine Rückkehr des A380 als – nahezu – ausgeschlossen gilt. Wenngleich ich bei einigen Fluggesellschaften, wie beispielsweise bei der Lufthansa oder Etihad Airways einen Funken Resthoffnung habe, glaube ich, dass die meisten Fluggesellschaften nicht mehr auf den A380 zurückgreifen werden, wenngleich sich der Airbus A380 bei anderen Airlines durchaus im Aufwind befindet.

Einen Pro/Contra-Artikel über ein womögliches verfrühtes Aus des Doppeldeckers haben wir erst kürzlich veröffentlicht!

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