Ende August 2021 ging es für mich endlich wieder in die USA. Knapp zwei Jahre musste ich auf diesen Moment warten und dennoch bin ich mit gemischten Gefühlen nach Hause gekommen.

Die USA werden Anfang November wieder die Grenzen öffnen – eine Meldung, die uns etwas überraschend am Montag erreichte. Details sind bis dahin noch zu klären, weshalb ich meine Erfahrungen und Einblicke meiner letzten Reise in die USA vom August mit Euch teilen werden. Fast zwei Jahre musste ich auf diesen Moment warten und am Ende ist mein Fazit zur Reise sehr gemischt. Waren die Erwartungen zu groß? Ich beginne meine Serie zu den USA mit einem kleinen Fazit.

Eine kompliziert unkomplizierte Einreise

Die USA werden im November die Grenzen für vollständig geimpfte Reisende aus allen Ländern öffnen. Bislang besteht aber noch der sogenannte Travel Ban. Reisende, die sich in den vergangenen 14 Tagen also unter anderem in Deutschland aufgehalten haben, dürfen nicht in die USA reisen. Viele Reisende mussten Umwege über andere Länder wählen, sich dort 14 Tage lang aufhalten und dann direkt in die USA reisen. Ich hatte das Glück, dass ich ein Visum mit einer National Interest Exemption (NIE) erhalten habe. Details zum Prozess werde ich aber aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht veröffentlichen.

Meine Reise führte mich von Berlin über London nach Miami. Für die Einreise in die USA musste ich lediglich einen negativen PCR-Test vorweisen. British Airways und die oneworld-Airlines nutzen für die benötigten Dokumente die Verifly-App. Dort konnte ich Testergebnis und andere Informationen hochladen. Einchecken konnte ich vorab online dennoch nicht. Am Flughafen prüfte man erneut alle Angaben und konnte mich für die gesamte Reise bis in die USA einchecken. Auf der Bordkarte für den Anschlussflug in London registrierte ich aber bereits SSSS. Ein ausgiebiger Sicherheitscheck sollte also auf mich warten.

So weit, so gut! In London wurde ich zum Gate aufgerufen und musste mich der Sicherheitskontrolle stellen. Eigentlich kein Novum, aber mit den derzeitigen Reisebeschränkungen stieg die Nervosität dennoch an. Vor allem nach der Aussage der Gate-Agentin, dass sie hoffe, dass dabei alles glattläuft. Am Ende wurde lediglich meine Tasche geprüft und an elektronischen Geräten ein Sprengstofftest gemacht. Wenige Minuten später konnte ich ins Flugzeug steigen und meine Reise in die USA endgültig beginnen.

Auch während des gesamten Fluges bestand in meinem Kopf die Gefahr, dass der Grenzbeamte mich doch noch abweisen würde. Nach pünktlicher Landung und üblichen langen Wegen zur Einreisekontrolle musste ich mich auf dieses Ergebnis knapp zwei Stunden gedulden. Das lag daran, dass neben der Maschine aus London vor allem zahllose Flugzeuge aus Mittel- und Südamerika gleichzeitig angekommen sind. Reisende aus diesen Ländern dürfen übrigens uneingeschränkt in die USA einreisen.

Nach einiger Zeit war ich an der Reihe. Der Beamte nahm meinen Reisepass und fragte mich nach meiner Herkunft. Ich entgegnete: “Germany”. Die Augen wurden groß, meine Nervosität mindestens genauso sehr. Ich fügte an, dass im Pass ein Visum mit NIE zu finden sei. Er blätterte dahin, registrierte mich kurz, nahm ein Foto und nicht mal eine Minute später war ich offiziell in die USA eingereist. Von den Einschränkungen abgesehen hat sich hier also schon mal nicht viel geändert.

Corona in den USA hat regionale Schwerpunkte

Die USA galten anfangs noch als Vorbild für eine erfolgreiche Impfkampagne. Bereits im Frühjahr konnten sich alle Erwachsenen an vielen Stellen in den USA impfen lassen. Eine Reihenfolge beziehungsweise Impfpriorität gab es nicht mehr. Wie aber auch hierzulande geriet diese Kampagne an einem bestimmten Zeitpunkt ins Stocken. Anders als in Deutschland holten sich Bürger nicht mal mehr die wichtige zweite Impfdosis ab. Just vor meiner Reise sind die Infektionszahlen in bestimmten Bundesstaaten wieder massiv angestiegen – darunter allen voran Florida.

Deutschland stufte wenig später die gesamten USA als Hochrisikogebiet wieder ein. Folgen hatte das für meine Reise nur indirekt. Die Folgen der Corona-Pandemie sind bei jedem selbst spürbar. Ich selbst habe entschieden, dauerhaft eine Maske zu tragen. Das lag auch daran, dass ich für den Rückflug über London einen weiteren negativen Coronatest vorweisen musste und ich deshalb keine unnötigen Risiken eingehen wollte.

Und das ist in bestimmter Weise auch schade gewesen. In den meisten Bundesstaaten herrschte zum Zeitpunkt meiner Ankunft, bis auf an Flughäfen und in Flugzeugen und wenigen anderen Einrichtungen und Verkehrsmitteln, keine Maskenpflicht mehr. Weder in Hotels noch in Geschäften hätte ich eine Maske tragen müssen. Entsprechende Hinweise ließen sich überall finden. Dabei werden lediglich Ungeimpfte dazu aufgerufen, auch weiterhin eine Maske zu tragen. Kontrolliert wird jedoch nicht. Vielmehr setzen die USA auf Vertrauen und Selbstdisziplin.

Einige Tage später bin ich nach Philadelphia geflogen, um mich in der Nähe mit einem Freund der Familie zu treffen, der auch Arzt ist. Mich haben seine Eindrücke interessiert, die ich im separaten Beitrag “Corona in den USA” (am 27. Oktober) zusammenfassen werde. Den Weg finde ich grundsätzlich interessant und findet bereits auch diesseits des Atlantiks in Dänemark und Großbritannien Anwendung. Die lockeren Coronaauflagen haben jedenfalls nicht für meine gemischten Gefühle am Ende meiner Reise gesorgt.

Auslandsreisen sind unerheblich

Die USA sind das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Von Meer bis Berge und von Stadt bis Land hat das Land tatsächlich alles zu bieten. Auch US-Amerikaner schätzen die Vielfalt des eigenen Landes. Durch die Corona-Pandemie wurde dieses Gefühl vermeintlich bekräftigt. Während meiner Reise durch die USA konnte ich auch mit den Hotels in Kontakt treten, um ihre Eindrücke der letzten 1,5 Jahre zu erhalten. Dabei habe ich unter anderem in den reisetopia Hotels Art Ovation Sarasota und Conrad Fort Lauderdale Beach übernachten können.

Während hierzulande noch vor wenigen Monaten die Hotels geschlossen waren, ging ein wahrer Aufschwung durch die USA. Hotels waren nur kurzzeitig geschlossen, wenn überhaupt. Die US-Airlines haben schon zu Ostern wieder ihr altes Passagierniveau erreichen können. Die meisten US-Amerikaner sind aber weiterhin nur innerhalb der USA gereist. Ähnlich wie hierzulande haben aber vor allem touristische Reisen einen Großteil der Passagiere ausgemacht. Dementsprechend unterschiedlich waren auch die Aussagen der beiden Damen zu verstehen, die ihre jeweiligen Hotels beim Rundgang mit mir vertreten haben.

Das Art Ovation ist ein Hotel der Autograph Collection von Marriott und befindet sich im Herzen von Sarasota, einer Stadt an der Golfküste der USA zwischen Fort Myers und Tampa. Das Hotel umfasst insgesamt 162 Zimmer, wirkt aber deutlich größer. Ähnlich wie die Stadt selbst ist auch das Hotel auf die Künstlerszene vor Ort stolz und stellt diese auch gerne aus. In allen Zimmern und im gesamten Hotel lassen sich überall Zusammenhänge erahnen. Dennoch ist das Hotel vor allem auch von Geschäftsreisenden abhängig, die noch immer größtenteils ausbleiben. Trotzdem das Hotel einen starken Fokus auf Inlandsreisende hat, konnte es zum Zeitpunkt meiner Reise lediglich eine Auslastung von 61 Prozent vorweisen. Mein Erfahrungsbericht zum Art Ovation Hotel folgt am 12. Oktober.

Ganz anders waren die Aussagen im Conrad Fort Lauderdale Beach. Das Hotel an der Atlantikküste umfasst 300 Suiten und Apartments, die zum Teil auch zum Verkauf stehen. Anders als das Art Ovation war das Conrad zu keinem Zeitpunkt geschlossen. Im Gegenteil: der letzte Sommer war der stärkste überhaupt. Die Corona-Pandemie war hier nur für drei Monate im vergangenen Jahr so richtig spürbar. Dennoch ist das Hotel vor allem auch von Geschäftsreisenden abhängig, die weiterhin größtenteils ausbleiben. Zum Zeitpunkt meines Aufenthalts war das Hotel ebenfalls zu circa 60 Prozent gebucht. Ab Oktober ist das Hotel größtenteils jetzt bereits komplett ausgebucht. Die meisten Reisenden stammen auch hier aus den USA. Selbst Hurrikans konnten der Reiselust bisher kein Ende setzen. Der Erfahrungsbericht zu diesem Hotel erscheint am 21. November.

Ein Fazit zu Beginn der Serie

Was genau hat mich nun mit gemischten Gefühlen nach Hause fliegen lassen? Ich kann es noch immer nicht so genau beantworten, selbst einen Monat später noch nicht. Wahrscheinlich sind es mehrere Faktoren. Vor allem sind es die großen Erwartungen gewesen, die eher enttäuscht wurden. Das Land ist noch immer dasselbe. Selbst ein neuer Präsident konnte am Erscheinungsbild nicht viel ändern. Aber vielleicht ist das auch ganz gut so. Sind es die Corona-Maßnahmen der USA vielleicht alternativ? Ist es der Neid, dass das Land deutlich mehr Lockerungen zulässt oder ist es die Vernunft hierzulande, die noch nicht alle Dämme wieder aufreißen lässt. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit auch hier in der Mitte. Vielleicht kristallisiert sich der tatsächliche Grund meines Fazits aber auch erst am Ende aller Beiträge heraus. Viele hier angesprochene Punkte werden dabei nochmal im Detail beschrieben.

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Autor

Alexander Fink ist als Content Editor seit Januar 2021 für reisetopia tätig. Zuvor war er als Account Manager in der Industrie beruflich unterwegs und schrieb von seinen Reiseerfahrungen im eigenen Blog. Heute ist er Euer Ansprechpartner für alle Airline- und Kreditkartenthemen.

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