Der Nahost Konflikt wirkt sich weiter auf den internationalen Flugverkehr aus, jetzt auch wegen der erhöhten Kerosinpreise. Wir geben Euch einen Überblick darüber, welche Airlines Flüge streichen oder die Preise erhöhen.

Gab es bisher vor allem Flugstreichungen wegen der Sicherheitslage im Nahen Osten, wirken sich mittlerweile auch die gestiegenen Kerosinpreise auf die Flugpläne aus. Mehrere Fluggesellschaften greifen deshalb seit März auf Flugstreichungen oder Preiserhöhungen zurück, das berichtete unter anderem Reuters. Nun gibt es weitere Änderungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mehrere Fluggesellschaften streichen Flüge oder erhöhen ihre Ticketpreise
  • Grund sind die erhöhten Kerosinpreise
  • Auch europäische Airlines wie Lufthansa und Air France-KLM sind betroffen

Lufthansa Group erhöht Treibstoffzuschläge

Durch die Erhöhung der Kerosinpreise und die Schließung der Straße von Hormus, durch die rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels fließen, haben mehrere Fluggesellschaften ihre Preise erhöht. Eine davon ist die Lufthansa Group. Die Treibstoffzuschläge der deutschen Airline können Passagiere im schlimmsten Fall rund 1.000 Euro kosten – das wäre bei Award Flights in der First Class der Fall.

Die Lufthansa erhöht wegen der erhöhten Kerosinpreise ihre Treibstoffzuschläge

Die Höhe der Treibstoffzuschläge hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von der Länge der Strecke, der Reiserichtung, aber auch von der Reiseklasse. Die höheren Klassen sind hier am stärksten betroffen. Waren im März noch vor allem die Flüge von und nach Nordamerika betroffen, erstrecken sich die Zuschläge nun auch über andere Regionen. Auf den Routen nach Südamerika und Südafrika sind die Zuschläge teils um 50 Prozent gestiegen.

Die Lufthansa Group erklärte am 16. April 2026 in einer Pressemitteilung, sie würde Kapazitäts- und Flottenmaßnahmen aufgrund der gestiegenen Kerosinkosten vorziehen. Dazu gehören die sofortige Einstellung der Lufthansa CityLine und ab dem Winter auch die Reduzierung von Angeboten auf den Kurz- und Mittelstrecken. Zum Ende des Sommers soll die Ausflottung der letzten vier Airbus 340-600 Jets und die Stilllegung von zwei Boeing 747-400 Jets erfolgen.

Weitere Airlines erhöhen Preise

Doch die Lufthansa ist nicht die einzige Fluggesellschaft, die ihre Preise wegen der erhöhten Kerosinpreise erhöht hat. Auch weitere Airlines, sowohl in Europa, als auch in Asien, ziehen mit.

Air France – KLM

Die französisch-niederländische Fluggesellschaft war eine der Ersten, die ihre Flugpreise erhöht hatte. Mitte April wurde bereits angekündigt, dass es einen Zuschlag von bis zu 100 Euro auf Langstrecken geben würde.

Air France – KLM hat ihre Preise erhöht

Wer nach Kanada, in die USA oder nach Mexiko reisen möchte, muss mit rund 70 Euro Abgaben rechnen, für Kurz- und Mittelstreckenflüge werden rund 10 Euro pro Hin-und Rückflug fällig. Am 17. April 2026 berichtete Aerotelegraph, dass die Fluggesellschaft im Mai 2026 circa 80 Hin- und Rückflüge aus dem europäischen Programm streicht. Während der Feiertage im Mai soll der Flugplan aber stabil bleiben. Von den Streichungen betroffen sind vor allem stark beflogene Strecken wie beispielsweise von Amsterdam nach London oder Düsseldorf. Insgesamt sollen in den nächsten Monaten ganze 160 Flüge bei KLM gestrichen werden. Im Bericht zum ersten Quartal gab die Fluggesellschaft nun außerdem bekannt, dass 2026 Treibstoff-Mehrkosten von über zwei Milliarden Euro drohen könnten, die Gesamtkosten würden auf mehr als acht Milliarden Euro ansteigen.

Cathay Pacific

Auch die Fluggesellschaft aus Hongkong, Cathay Pacific, hat ihre Preise erhöht. Seit dem 18. März 2026 sind die Treibstoffzuschläge auf rund das Doppelte angestiegen. Laut Aviation.Direct sind die Zuschläge am 1. April 2026 noch einmal um rund 34 Prozent erhöht worden.

Überblick der Treibstoffzuschläge der Langstrecke im März

Bei der Hongkonger Fluggesellschaft ist vor allem die Langstrecke betroffen, unter anderem die Strecken von Hongkong nach Europa oder Nordamerika.

Lufthansa Group, SAS und Cathay Pacific streichen Flüge

Die schwedische Fluggesellschaft SAS ging Mitte März 2026 noch einen Schritt weiter und plante, im April 2026 rund 1.000 Flüge zu streichen, das berichtete airliners.de. Bereits im März soll die Airline einige hundert Flüge gestrichen und ihre Preise erhöht haben müssen. Genauere Informationen dazu liegen noch nicht vor.

SAS soll im April rund 1000 Flüge streichen

Auch Cathay Pacific zog nach. Wie airliners berichtete, plant die Hongkonger Fluggesellschaft, vom 16. Mai bis zum 30. Juni 2026 rund zwei Prozent ihrer Flüge zu streichen. Betroffen sein sollen vor allem die Regionalstrecken sowie einzelne Flüge nach Australien, Südafrika und Südasien.

Auch die Lufthansa Group plant nun, Flüge zu streichen

Und auch die Lufthansa Group streicht nun Flüge, das wurde in einer Pressemeldung bekannt gegeben. Bis Oktober 2026 sollen rund 20.000 Kurzstreckenflüge gestrichen werden, um Kerosin zu sparen. Die ersten 120 Flugstreichungen, mit Wirkung bis Ende Mai, wurden bereits umgesetzt. Betroffen sind die Strecken von Frankfurt nach Bydgoszcz, Rzeszow und Stavanger. Zehn Verbindungen sollen über andere Hubs konsolidiert werden: Heringsdorf, Cork, Danzig, Ljubljana, Rijeka, Sibiu, Stuttgart, Trondheim, Tivat und Breslau. Die geplante Konsolidierung des Europanetzes soll über die sechs Drehkreuze der Lufthansa Group in Frankfurt, München, Zürich, Wien, Brüssel und Rom erfolgen. Weitere Informationen zu den Flugstreichungen sollen zwischen Ende April und Anfang Mai 2026 bekanntgegeben werden.

Thai Airways ebenfalls betroffen

Ab Mai 2026 machen sich die gestiegenen Kerosinpreise auch bei Thai Airways bemerkbar. Laut LoyaltyLobby streicht die thailändische Fluggesellschaft ab dem 1. Mai 2026 Flüge im Inland, auf Routen in Asien und auf interkontinentalen Strecken nach Europa. In Deutschland sind die Strecken von und nach Frankfurt sowie von und nach München betroffen. Laut TravelMole sollen sich außerdem die Treibstoffzuschläge auf einigen Routen ab dem 1. Mai um bis auf das Doppelte erhöhen.

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Autorin

Leah hat in den 2010ern das Reisefieber gepackt. Seitdem hat sie acht Länder besucht und hat nicht vor, bald mit dem Reisen aufzuhören. Neben ihrem Journalismus-Studium arbeitet sie als Praktikantin bei reisetopia, wo sie ihre beiden Leidenschaften optimal verbinden kann.

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