Die Golf-Airline Emirates arbeitet derzeit an der Rückholung ihrer A380-Superjumbo-Piloten, die im letzten Jahr coronabedingt in einen langen, unbezahlten Urlaub geschickt wurden.

Der A380 gilt als großer Verlierer in der Corona-Pandemie. Viele Airlines wie etwa Malaysia Airlines, Air France oder Qatar Airways setzen bereits seit Beginn der Krise oder länger nicht mehr auf den Flugzeuggiganten. So blieb auch die A380-Flotte von Emirates aufgrund des stark gesunkenen Passagieraufkommens im letzten Jahr zum größten Teil am Boden. Seit wenigen Monaten hat sich das Blatt allerdings gewendet – Emirates hielt am A380 als Herzstück der Fluggesellschaft fest und baute das Streckennetz für den Superjumbo immer weiter aus. Nun arbeitet die Premium-Airline an der Wiederbesetzung ihrer Cockpitcrew für den beliebten Jumbo-Jet, wie aerotelegraph berichtet.

70 bis 100 Piloten pro Monat

Nachdem Emirates im letzten Jahr Verluste in Milliardenhöhe einfahren musste, wurden zahlreiche Mitarbeiter entlassen – darunter auch tausende Piloten und Flugbegleiter. Emirates hatte aber nicht nur Mitarbeiter entlassen, sondern auch zahlreiche Piloten gebeten, ein Jahr unbezahlten Urlaub zu nehmen. Diese versucht die Airline nun wieder zurückzugewinnen. Wie Emirates-COO Adel Ahmad Al-Redha gegenüber regionalen Medien mitteilte, hole man mit der steigenden Anzahl eingesetzter Flugzeuge nach und nach freigestellte A380-Piloten wieder zurück ins Unternehmen.

Derzeit versuche man konkret insgesamt 70 bis 100 Piloten pro Monat zu reaktivieren. Mitte Juni hatte Emirates bereits angekündigt, in den Sommermonaten bis zu 18 Städte mit dem Airbus A380 anzufliegen. Die Nachfrage nach Flügen ist in den letzten Wochen und Monaten enorm angestiegen, somit sind Emirates-Jets im Durchschnitt aktuell zu rund 70 Prozent mit Passagieren ausgelastet.

Turkish Airlines holt ebenfalls Personal zurück

Aber nicht nur Emirates, auch Turkish Airlines holt derzeit laut aerotelegraph wieder Cockpit-Personal zurück an Bord, das die Fluggesellschaft acht Monate lang unfreiwillig in den unbezahlten Urlaub geschickt hatte, statt diese zu entlassen. Als weitere Maßnahmen wurden Gehälter teilweise massiv gekürzt.

Somit mussten zahlreiche Piloten bis Ende 2021 auf 50 Prozent ihres Lohns verzichten, Flugbegleiter auf 35 Prozent und das Bodenpersonal auf 30 Prozent. Bereits im Januar veröffentlichte die Fluggesellschaft einen Flugplan mit über 200 Destinationen. Aktuell führt keine andere Netzwerk-Fluggesellschaft in Europa mehr Flüge durch als Turkish Airlines. In der Woche vom 8. bis 14. Juli 2021 sollen es 1’254 Flüge pro Tag gewesen sein – 85 Prozent so viele wie im Vorkrisenjahr. Im Vergleich: Lufthansa lag bei 772 Flügen oder 49 Prozent.

Fazit zur Reaktivierung der Piloten

Die Corona-Pandemie und die anhaltend schwache Nachfrage nach Flügen zwangen zahlreiche Airlines in die Knie, so auch Emirates und Turkish Airlines. Aufgrund massiver Verluste waren diese gezwungen, zahlreiche Piloten in einen langen unbezahlten Urlaub zu schicken, um Personalkosten zu sparen. Angesichts des positiven Buchungstrends nutzen Emirates und Turkish Airlines nun allerdings die Möglichkeit eines vorzeitigen Rückrufs ihres Personals in den Dienst – was sicherlich einige unfreiwillig beurlaubte Mitarbeiter freuen dürfte.

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Autorin

Wenn Anna unterwegs ist, ist sie in ihrem Element. Selten ist sie mehr als ein paar Tage am selben Ort. Der nächste Kurztrip oder eine Fernreise stehen immer schon in ihrem Kalender. Nach ihrem Tourismus-Studium konnte sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen und teilt auf reisetopia.ch ihre Erfahrungen, Tipps und News aus der Reisewelt mit euch.

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