Die Weihnachtszeit ist angebrochen und somit steigt die Angst vor überfüllten Zügen. Bisher hat sich die Deutsche Bahn zum Thema Reservierungspflicht quergestellt, doch jetzt ist zumindest eine Teillösung in Sicht.

Die Deutsche Bahn ist in den letzten Monaten zunehmend in die Kritik geraten, denn die Kunden konnten sich nicht auf einen garantierten Mindestabstand verlassen. Grund dafür war die Verweigerung einer Reservierungspflicht seitens des Konzerns. Zur Weihnachtszeit erwartet die Deutsche Bahn einen Nachfrageaufschwung an Sitzplätzen. Aus diesem Grund kann fortan nur noch jeder zweite Platz in Fernzügen reserviert werden und die Anzahl der Sitzplätze wird erhöht, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.

8.000 zusätzliche Plätze

Anscheinend will die Deutsche Bahn nicht noch mal für negativen Gesprächsstoff sorgen, denn nach Informationen der Süddeutschen Zeitung beschloss die Konzernspitze in der vergangenen Woche, über Weihnachten täglich 8.000 Plätze mehr in ihren Fernzügen anzubieten. Eine Maßnahme, die nach der umstrittenen Doppel-Sitzplatz-Regelung ausschließlich für Bund Mitarbeiter, bei Passagieren und in der Politik für Beruhigung sorgen soll. Auf viel befahrenen Strecken, beispielsweise zwischen Berlin und Hamburg, werden täglich insgesamt zehn zusätzliche Züge mit jeweils rund 800 Plätzen fahren. Diese Maßnahmen will der Konzern kurz vor Weihnachten bis zum Jahreswechsel vornehmen und den Passagieren mehr Platz sowie mehr Sicherheit bieten.

Die Deutsche Bahn rechnet aufgrund der Corona-Lockerungen der Bundesregierung zum Fest mit mehr Passagieren in den Zügen. Das zusätzliche Angebot soll verhindern, dass die Fahrgäste zu eng zusammensitzen. Der Konzern geht davon aus, dass die Mindestabstände an Bord eingehalten werden können, wenn jeder vierte Sitzplatz besetzt ist. Zudem gilt in den Zügen eine Maskenpflicht. Die Auslastung in den Zügen lag bisher bei etwa 25 Prozent. Mithilfe der zusätzlichen Züge will die Bahn für den zusätzlich erwarteten Verkehr bereit sein und weiterhin für leere Großraumwagen sorgen.

Trotz Rekordverlust will DB für mehr Sicherheit sorgen

Wie sehr die Corona-Pandemie und ihre Folgen den Konzern belasten, zeigt der erwartete Rekordverlust in Höhe von 5,6 Milliarden Euro. Auch das nächste Jahr wird für den Schienenverkehr alles andere als rosig aussehen, denn die Bahn rechnet auch im Jahr 2021 mit einem Milliardenverlust. Die Schäden der Corona-Krise beziffert der Konzern für die Jahre 2020 bis 2024 schon jetzt auf mindestens 9,6 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Erst ab 2022 erwartet die Bahn nach aktuellen Plänen wieder eine Bilanz, die Gewinne ausweist. Der Konzern führte wirtschaftliche Gründe gegen eine Reservierungspflicht auf.

Der Mindestabstand würde bedeuten, dass nur noch 25 Prozent der Tickets gebucht werden können. Alternativ soll jetzt die Zahl an reservierbaren Plätze in Zügen beschränkt werden, doch dies könnte Folgen haben. Denn selbst wenn nur noch bestimmte Sitzplätze wie die am Fenster reservierbar sein sollen, heißt das nicht, dass keine Passagiere mit gültigem Ticket, aber ohne Reservierung einsteigen dürfen. In der Vorweihnachtszeit wäre solch eine Maßnahme kein großes Problem gewesen, denn die Plätze waren bisher nur bis zu 25 Prozent belegt. Doch an Weihnachten könnte die Situation anders aussehen.

Fazit zu den Maßnahmen der Bahn zur Weihnachtszeit

Zu Weihnachten erwartet die Deutsche Bahn eine erhöhte Nachfrage an Zugreisen. Um sich der Situation anzupassen, will der Konzern zwar nach wie vor keine Reservierungspflicht einführen, trotzdem soll den Passagieren mehr Platz geboten werden. Über Weihnachten sollen täglich 8.000 Plätze zusätzlich in Fernzügen angeboten werden und auf viel befahrenen Strecken sind zusätzliche Züge mit jeweils rund 800 Plätzen eingeplant. Mit der Regelung, dass nur noch jeder zweite Sitzplatz reserviert werden kann, wurde zwar eine Teillösung gefunden, dennoch wäre eine Reservierungspflicht deutlich sicherer.

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Autorin

Schon als kleines Kind verbrachte Christel jährlich mehrere Wochen auf den Philippinen und konnte dadurch immer mehr zu ihren philippinischen Wurzeln finden. Mittlerweile reist sie gern für neue Geschmackserlebnisse und liebt sogar das Flugzeugessen.

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