British Airways könnte das angeschlagene Projekt rund um das größte Passagierflugzeug der Welt durch eine Bestellung weiterer Superjumbos vorläufig retten. Dies ist besonders in sofern relevant, dass Emirates erwägt, die eigene A380-Order komplett in eine Bestellung zugunsten des wirtschaftlicheren A350 oder gar in Boeing 787 umzuwandeln.

Willie Walsh, CEO der International Airline Group – British Airways’ Muttergesellschaft – gab auf einer oneworld-Pressekonferenz vergangenen Freitag bekannt, dass man in Erwägung ziehe, weitere A380 zu bestellen, sofern der Preis stimme. Für Airbus könnte dies zumindest ein Hoffnungsschimmer sein.

Der Preis für den Airbus A380 ist entscheidend

Damit so eine Order auch platziert würde, müsste Airbus Walsh einen “aggressiv” guten Preis für die Flugzeuge bieten. Da Airbus sich mit seinem Problemkind momentan in der Bredouille befindet, könnte Walsh mit seinem Wunsch nach einem enormen Rabatt durchaus Erfolg haben. Allerdings ist British Airways kein einfacher Verhandlungspartner: Bereits im Mai vergangenen Jahres brachen die Briten Gespräche mit Airbus um eine Bestellung von rund zehn Superjumbos einfach ab.

Dabei scheint British Airways laut CEO Walsh sehr zufrieden mit den eigenen zwölf A380 in der Flotte zu sein. Man hege keinerlei Bedenken über den Betrieb selbiger und plane auch weiterhin die Flugzeuge langfristig zu betrieben. Zumal der Betrieb der Maschinen effizient sei und das Flugzeug bei den Passagieren einen äußerst guten Ruf genieße, so Walsh. Alle zwölf Airbus A380 der Briten bieten ingesamt 469 Passagieren in vier Klassen – First, Club World, World Traveller Plus und World Traveller – Platz.

Emirates bringt Airbus A380 in Gefahr

British Airways könnte durch eine neuerliche Bestellung des Superjumbos den neuen Heilsbringer für Airbus stellen, nachdem Emirates – mit Abstand größter A380-Betreiber – stark mit dem Gedanken spielt, die eigene Großorder von 36 Airbus A380 in eine für den kleineren und effizienteren A350 umzuwandeln oder die Bestellung gar komplett auf den Konkurrenten Boeing und die 787 zu übertragen. Letzteres erscheint allerdings eher unwahrscheinlich, zumal Emirates auch darüber nachdenkt, diese Order zu stornieren und stattdessen nur auf den Airbus A350 zu setzen.

Galt Emirates zuvor als unbestreitbarer Lebensretter der Produktionslinie des Superjumbos, würde die Airline vom Golf mit diesen Plänen dem Programm wohl den Todesstoß versetzen, wenn British Airways nicht wäre. Allerdings ist Emirates mit den Plänen einer Order-Umwandlung in bester Gesellschaft, mit Blick auf die aktuelle Entwicklung des Airline-Marktes hin zu immer effizienteren Jets, meist in Form von modernen, flexibleren und – im Gegensatz zum A380 – deutlich kleineren Zweistrahlern.

Fazit zu British Airways Plänen einer A380-Order

Nachdem Luftfahrt-Enthusiasten, aber allen voran Airbus selbst, bereits eine Hiobs-Botschaft durch die ersten Verschrottungen des Superjumbos erleiden mussten, kommt mit Emirates’ vermutlicher Absage an die Großorder des größten Passagierflugzeugs der Welt ein weiterer herber Rückschlag hinzu, die die Zukunft der Produktionslinie des A380 äußerst düster erscheinen lässt. Würde British Airways sich allerdings mit Airbus einigen und weitere zehn der Großraumjets zu einem ordentlichen Preis erhalten, wäre das Programm zumindest erst einmal gesichert. Allerdings dürfte es sich auch hierbei eher um einen Tropfen auf dem heißen Stein handeln. Viel Spielraum hat Airbus zurzeit jedenfalls nicht im Hinblick auf die möglichen Verhandlungen mit der International Airline Group.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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