Infolge des Unfalls zweier Güterzüge im niedersächsischen Landkreis Gifhorn bleibt der Zugverkehr auf der Strecke zwischen Hannover und Berlin, nicht wie zunächst angenommen bis Ende November, sondern nun wohl bis Mitte Dezember, massiv gestört.

Glück im Unglück. Bei einem Zugunfall, bei dem zwei Güterzüge verunfallt sind, gab es keine Tote. Ein Lokführer ist in Folge des Aufpralls wohl “nur” verletzt. Doch wie kam es zu diesem Unfall, der nun schon einige Tage den Zugverkehr in Deutschland durcheinander bringt? Einer der Züge hatte an einem Signal gehalten, der zweite Güterzug – bestehend aus 25 mit Propangas gefüllten Kesselwaggons – fuhr aus ungeklärter Ursache auf. Zwei Kesselwagen kippten daraufhin um, zwei weitere entgleisten. Die Folge – eine Streckensperrung und höchste Explosionsgefahr. Der Zugverkehr leidet darunter extrem, wohl noch bis Mitte nächsten Monats, wie unter anderem auch das RND berichtet.

Reiseverkehr stark beeinträchtigt – zeitintensive Alternativen

Die Streckensperrung zwischen Hannover und Berlin beeinträchtigt weiterhin den Zugverkehr massiv. Verspätungen und Zugausfälle sind die Folgen, mit denen Reisende aktuell zu kämpfen haben. Die Bahn geht davon aus, dass die Beeinträchtigungen bis voraussichtlich zum 16. Dezember und nicht wie zuvor angenommen zum 27. November anhalten werden. Zuvor glaubte man, dass die Streckensperrung bereits Sonntagabend aufgehoben sein könnte. Ein Irrtum, denn solange nicht alle entgleisten Waggons wieder aufgegleist sind, kann die Bahn nicht mit den Reparaturarbeiten beginnen, so eine Bahnsprecherin. Reisende, die von diesen Beeinträchtigungen betroffen sind, können zumindest ihr Bahnticket kostenfrei umbuchen oder stornieren. Die Zugbindung ist ebenfalls aufgehoben. Reisende können Ihr Bahnticket bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende flexibel nutzen und etwaige Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden. Doch wie geht es jetzt weiter?

Auf der gesperrten Strecke werden die Züge von Hannover über Hamburg nach Berlin umgeleitet. Reisende müssen jedoch Verspätungen zwischen 90 und 200 Minuten einkalkulieren. Betroffen sind hier vor allem sämtliche ICE- und IC-Verbindungen zwischen Nordrhein-Westfalen und Berlin. Der Halt in Wolfsburg entfällt – hier hat die Bahn einen Schienenersatzverkehr als Alternative zu Regionalverbindungen errichtet. Alternativ halten zudem noch vereinzelte Züge in Stendal. Aber auch die IC-Verbindung zwischen Amsterdam und Berlin ist betroffen. Die Züge verkehren aktuell nur zwischen Hannover und Amsterdam. Zudem sind auch die ICE-Verbindungen aus der Schweiz über Frankfurt und Kassel nach Berlin betroffen.

Ein IC 2

Ein Tipp der Redaktion: wer nicht über Hamburg fahren möchte, kann in Hannover in Richtung Göttingen umsteigen. Hier besteht eine Regionalzugverbindung nach Erfurt, als Zielbahnhof wird jedoch Glauchau (Sachs) angezeigt. Die Fahrt dauert ungefähr 100 Minuten. Von dort aus können Reisende nach Berlin reisen. Es ist jedoch mit erhöhter Auslastung zu rechnen. Alternativ besteht die Möglichkeit, via Goslar und Halberstadt nach Halle (Saale) zu fahren. Von dort aus verkehren jene Züge, die zum Teil auch über Erfurt nach Berlin fahren.

Größere Schäden und mangelnde Infrastruktur vor Ort

Wie die Bahnsprecherin bekannt gab, zeichnen sich große Schäden an Oberleitung, Leit- und Sicherungstechnik und am Gleisbett ab. Daher ist es derzeit schwierig, eine valide Prognose abzugeben, wann auf der Strecke wieder Normalität herrscht. Fernab der Schäden erschwert die mangelnde Infrastruktur vor Ort sämtliche Arbeiten. Zur Unfallstelle gelangt man nur über matschige und aufgeweichte Waldwege. Diese Wege sollen geschottert werden, damit das Schwergerät sämtliche Ausrüstung für die Bergung zur Unfallstelle verbringen kann.

Explosives Propangas entweicht nur langsam

Jeder der 25 Kesselwagen ist mit bis zu 50 Tonnen hochexplosiven Propangas beladen. Aus zwei der 25 Wagons tritt Propangas aus, jedoch nur sehr langsam. Ein Sprecher der Bundespolizei sagt, dass man davon ausgehen könne, dass pro Stunde rund 250 Kilogramm Gas aus den beiden leckgeschlagenen Waggons entweichen. Das würde bedeuten, dass es knapp acht Tage bedarf, bis auch das letzte Gas aus den Waggons entwichen ist. Ob dies in acht Tagen wirklich zu schaffen ist, bleibt abzuwarten, da die niedrigen Außentemperaturen die Arbeiten zusätzlich erschweren. Eine lange Zeit. Zeit, die sämtliche Aufräumungs-, Bergungs- sowie Reparaturarbeiten verzögern respektive zumindest beeinträchtigen. Ein kleinster Funke könnte das hochentzündliche Gas entzünden, die Folgen wären verheerend. Erste Waggons sind aber schon geborgen worden.

Fazit zum beeinträchtigten Zugverkehr zwischen Hannover und Berlin

In meinen Augen ist das Wichtigste, dass niemand bei diesem Zugunfall tödlich verunglückt ist und es bisher nicht zu einer Explosion durch Propangas gekommen ist. Aus Sicherheitsgründen dauert es noch, bis mit den Aufräum- sowie Reparaturarbeiten begonnen werden kann. Hier sollte, trotz aller Ärgernisse und der nun doch längeren Sperrung der Strecke, die Sicherheit aller Beteiligten an erster Stelle stehen. Ich persönlich bin auch durch die Streckensperrung beeinträchtigt. Meine beruflichen und privaten Zugfahrten von Hannover nach Halle (Saale) führen mich jetzt nach Goslar und Halberstadt. Eine Tour durch das Harzer Vorland – es gibt für mich weitaus Schlimmeres. Dennoch hoffe ich, dass der reguläre Zugverkehr schon bald wieder aufgenommen werden kann. Seid Ihr von der Streckensperrung betroffen?

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