Mithilfe einer offiziellen Quarantäne-Regelung möchte die österreichische Regierung das Tourismusgeschehen im Rahmen der bevorstehenden Winterfeiertage maximal eindämmen. Ein Überblick.
Nach langem Hin und Her mit Bezug auf die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage gibt es nun auch in Österreich eine offizielle Entscheidung: Wer über Weihnachten oder Neujahr ins Nachbarland einreist, muss für zehn Tage verpflichtend in Quarantäne. Das berichtet das Handelsblatt.
Zehntägige Quarantänepflicht für Einreisende aus Risikogebieten
In einer Pressekonferenz vom heutigen Mittwoch (1. Dezember 2020) informierte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz über die mit Bezug auf die bevorstehenden Winterfeiertage getroffenen Entscheidungen zur Eindämmung des inländischen Infektionsgeschehens. Man habe sich in den letzten Wochen auf ein konsequentes Grenzregime berufen, und möchte diese Strategie nun weiterführen, so Kurz am vergangenen Mittwoch in Wien. Vom 7. Dezember bis einschließlich 10. Januar 2021 gelte eine offizielle Quarantänepflicht von mindestens zehn Tagen für alle Einreisenden aus Risikogebieten.
Die sinkenden Zahlen sind ein Erfolg, aber kein Grund zur Entwarnung.
Sebastian Kurz, österreichischer Bundeskanzler
Auf diese Weise möchte die österreichische Regierung das Tourismus-Aufkommen minimieren und erste Lockerungen für die eigene Bevölkerung ermöglichen. Der kritische Inzidenzwert belaufe sich noch immer auf 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen 14 Tage – eine Zahl, die quasi jedes Nachbarland und insbesondere auch der Westbalkan deutlich übersteigt, so Kurz. Ziel sei es nun, das Virus nicht auch noch aus dem Ausland nach Österreich zu importieren, und den Tourismus hierfür auf ein Minimum herunterzufahren. Berufspendler oder systemrelevante Berufsgruppen können für geschäftliche Reisen jedoch auch weiterhin individuelle Ausnahmeregelungen in Anspruch nehmen.
Erste Lockerungen für die österreichische Bevölkerung
Zwar müssen Gaststätten und Hotels auch weiterhin und bis einschließlich 6. Januar geschlossen bleiben, im Inland sollen allerdings erste Lockerungen für die eigene Bevölkerung schon in der kommenden Woche ermöglicht werden: Mit Beendigung des aktuellen Lockdowns am kommenden Sonntag, dem 6. Dezember sollen neben Geschäften und Museen auch die Pflichtschulen wieder geöffnet werden. Zudem sollen die geltenden Ausgangsbeschränkungen erneut gelockert werden, und künftig nur noch von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens gelten. Eine interessante Ausnahme: Ab dem 24. Dezember sollen die inländischen Skigebiete wieder eröffnen, um dann von der einheimischen Bevölkerung genutzt zu werden.
Mit Berücksichtigung der aktuellen Maßnahmen, dem bestehenden Lockdown in Österreich und den damit verbundenen Ausgangsbeschränkungen in den vergangenen Wochen, könne man ein erstes Absinken der Covid-Fallzahlen vermerken, so der Kanzler weiter. Zudem forderte Kurz die Bevölkerung, sich an den eigens organisierten Massentestungen in Wien, Tirol und am Vorarlberg zu beteiligen. Mit insgesamt 3972 Neuinfektionen am heutigen Mittwoch ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb Österreichs zwar bereits etwas gesunken – im Vergleich zur Einwohnerzahl und am Beispiel Deutschland betrachtet liegt dieser Wert allerdings noch immer um ein Vielfaches höher als hierzulande.
Fazit zur Quarantänepflicht in Österreich
Die österreichische Regierung antwortet nun endlich auf die so lange debattierte Frage der Eindämmungsmaßnahmen über die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage: Statt verstärkter Kontaktbeschränkungen auch im Inland setzt die Regierung jetzt mit der offiziellen Quarantäneverpflichtung auf eine Abschottung der Außengrenzen und auf eine Minimalisierung des Tourismusbetriebes bis nach Jahresbeginn. Dass inländisch erste Lockerungen angekündigt, und außerdem eine Ausnahmeregelung für den inländischen Skitourismus ausgerufen werden, ist mit Sicherheit eine kritikwürdige Entscheidung.