Die Pilotinnen und Piloten von Discover Airlines legen erneut die Arbeit nieder. Die Folgen für Passagiere sollen sich in Grenzen halten, trotzdem kritisiert die Lufthansa-Tochter die Proteste scharf.

Gestern hat die Vereinigung Cockpit (VC) ihre Mitglieder wiederholt zum Arbeitskampf am Sonntag und Montag aufgerufen. Der bereits dritte Ausstand binnen weniger Wochen hat seit Mitternacht begonnen und soll für 48 Stunden bis Montagabend angehalten werden. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, plant die Fluggesellschaft trotzdem einen Großteil der Flüge wie geplant durchzuführen.

Lufthansa springt in München ein

Aufgrund der stockenden Gespräche hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit die Tarifverhandlungen mit der Lufthansa-Tochter Discover Airlines vorerst für gescheitert erklärt. Der zweitägige Warnstreik am Sonntag und Montag sei für die VC der letzte Weg, um den Druck zu erhöhen. Gestern gab die Airline bekannt, dass alle Flüge auf der Kurz-, Mittel- und Langstrecke von dem Warnstreik betroffen sind. Heute steht fest, dass wohl ein Großteil der Flüge trotzdem stattfinden kann. Rund 90 Prozent der Verbindungen auf der Kurz- und Mittelstrecke können durchgeführt werden, auf der Langstrecke sind es 30 Prozent.

Abflüge aus Frankfurt laut flightradar24

Während des zweitägigen Ausstands sind von Frankfurt aus 27 Abflüge von Discover Airlines geplant. Ein Blick auf flightradar24 (Stand circa 11 Uhr) lässt erkennen, dass der Flug nach Marrakesch um 10:45 Uhr am Sonntag gestrichen wurde, während weitere Abflüge nach Montego Bay, Funchal und Las Vegas am Vormittag pünktlich oder etwas verspätet starten. Weiters wurden für heute auch Flüge nach Tampa, Philadelphia, Port Louis und Palma de Mallorca abgesagt. In München sollen derweil die zehn geplanten Abflüge stattdessen von der Lufthansa durchgeführt werden.

Besseres Angebot am Mittwoch

Die Forderung nach einem Erst-Tarifvertrag beim Ferienflieger löste einen Tarifkonflikt aus, da das Management der Airline den Abschluss einer Sozialpartnerschaftscharta voraussetzt. Für VC bedeutet dies ein Eingriff ins Streikrecht, fast 96 Prozent der Mitglieder hatten sich indessen im Januar in einer Urabstimmung für Streiks ausgesprochen. Nun hat die junge Fluggesellschaft angekündigt, ein besseres Angebot bis zum 7. Februar vorzulegen. Doch die wiederholten Ausstände der Gewerkschaft werden stark kritisiert.

Die Tatsache, dass die VC nun ohne das von ihnen geforderte neue Angebot des Arbeitgebers abzuwarten, zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen zum Streik aufruft, macht deutlich, dass es hier nicht um gute Lösungen für die Mitarbeitenden geht, sondern andere Interessen verfolgt werden.

Sprecherin von Discover Airlines

Die Gewerkschaft betont unterdessen, dass es lediglich um faire Tarifkonditionen gehe.

Wir wollen unsere Forderungen durchsetzen, aber brechen nicht für jeden Flug, der ausfällt, in Jubel aus. Wir wollen keine Sabotage betreiben, sondern marktgerechte Tarifverträge.

Sprecher der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit

Fazit zur aktuellen Streik-Lage bei Discover Airlines

48 Stunden lang legen die Discover Airlines Pilotinnen und Piloten ihre Arbeit nieder, doch das Chaos für Passagiere sollte sich in Grenzen halten, gerade auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Schwerer betroffen sind Abflüge auf der Langstrecke, die ab dem Flughafen Frankfurt teilweise ausfallen müssen. Ob am Mittwoch ein verbessertes Angebot zu einer Einigung führen kann oder ob weitere Streiks drohen, bleibt abzuwarten.

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Autor

Amélie Margout ist Head of Content und seit August 2020 bei reisetopia tätig. Nach ihrem Bachelorstudium in Medien und Kommunikation in England zog sie nach Berlin und schreibt seither Ratgeber mit Fokus auf Finanzen, Luxushotels und suchmaschinenrelevante Inhalte.

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