Die Gewerkschaft UFO hat die Verhandlungen mit Lufthansa abgebrochen. Ein Streik ist in der aktuellen Lage nicht ausgeschlossen.

Der Streik-Marathon in Deutschland findet kein Ende. Nachdem der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer Reisende fast eine Woche beansprucht hat, ist nun ver.di an der Reihe. Gestern kündigte die Gewerkschaft fast bundesweite Streiks im Nahverkehr für Freitag an. Doch nicht nur auf der Schiene ist abermals viel Chaos – gestern kündigte ver.di Streiks an Flughäfen in ganz Deutschland für Donnerstag an. Schließt sich daraufhin bald noch das Kabinenpersonal der Lufthansa an? Aktuelle Verhandlungen scheinen nicht gut zu laufen, wie aeroTELEGRAPH berichtet.

Gewerkschaft fühlt sich nicht ernst genommen

Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) sieht Tarifverhandlungen mit dem Lufthansa-Konzern als gescheitert an. Grund dafür sind Rückschritte in den Gesprächen und Revisionen bisheriger Zugeständnisse. Die bislang nicht offen kommunizierten Inhalte der Diskussionen mit dem Arbeitgeber gelangen nun in einem Schreiben der Gewerkschaft an ihre Mitglieder an die Öffentlichkeit.

Wir finden, es sieht so aus, als würde die Lufthansa uns als Kabine nicht ernst nehmen.

Schreiben von UFO an ihre Mitglieder
UFO und Lufthansa kommen auf keinen grünen Zweig

Die Lufthansa habe nach Aussagen der Gewerkschaft sehr negativ auf Forderungen reagiert. Sie seien nicht akzeptiert oder mit extrem niedrigen Angeboten abgetan worden. Das Angebot des Kranichs: 50 Euro extra Urlaubsgeld, drei Prozent mehr Gehalt und 50 Prozent Inflationsausgleich. Dieses Angebot sei nach Angaben der Gewerkschaft direkt einem Nein gleichzusetzen.

Der Kranich widerspricht den Anschuldigungen aus dem Gewerkschafts-Schreiben. Er fordert die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren – für den Abbruch seitens UFO fehle ihnen das Verständnis.

Kein Ende in Sicht – aber ein Streik?

Die Verhandlungen zwischen UFO und Lufthansa gehen schon eine ganze Weile – seit Anfang November konnte bisher noch keine Einigung erzielt werden. In dieser Zeit gab es bereits 14 Tage für pure Verhandlungen. Grundlegende Forderungen sind 15 Prozent Gehaltserhöhung, eine Inflationsausgleichsprämie von 3.000 Euro sowie ein Bildungszuschuss von 500 Euro.

Ein Streik der Lufthansa-Angestellten ist nicht ausgeschlossen

Ein Streik ist in der aktuellen Lage nicht ausgeschlossen. Zwar hat die Gewerkschaft das Wort konkret nicht benannt, doch signalisiert sie ihren Mitgliedern, möglicherweise für einen Arbeitskampf bereit zu sein.

Das schärfste Schwert einer Gewerkschaft ist so offensichtlich, dass wir es gar nicht separat aussprechen müssen. Aber eins ist klar: Wir sind bereit, auch den Weg der Ultima Ratio zu gehen.

Schreiben von UFO an ihre Mitglieder

Fazit zu möglichen Streiks bei der Lufthansa

Die Gewerkschaft UFO fühlt sich in Gesprächen mit der Lufthansa nicht ernst genommen und hat daraufhin Verhandlungen abgebrochen. Die Angebote der Lufthansa würden einem Nein gleichen, kommuniziert die Gewerkschaft an ihre Mitglieder und schließt einen Streik nicht aus. Diese Ankündigung trifft in die offene Wunde vieler Reisender, die aktuell im Nahverkehr sowie im Luftverkehr mit Streiks konfrontiert sind. Bleibt nur zu Hoffen, dass sich ein Streik bei der Lufthansa noch abwenden lässt.

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Autor

Wenn Ricarda auf Reisen ist, fühlt sie sich am lebendigsten. Infiziert vom Reisefieber wurde sie im Jugendalter durch ein Auslandsjahr in den USA. Egal ob mit dem Van, Backpack, Boot oder im Hotel: Sie ist immer bereit für ein neues Abenteuer, gerne auch mit viel Adrenalin. Nach ihrem Journalismus-Studium kann sie bei reisetopia ihre beiden Leidenschaften voll ausleben und versorgt Euch mit spannenden News.

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