Carsten Spohr erklärte gegenüber der NZZ, dass die Lufthansa die Staatshilfen bereits 2023 durch Kredite von Banken und Investoren ablösen möchte.

Die Lufthansa hat bereits die erste Milliarde aus dem insgesamt neun Milliarden Euro schweren Hilfspaket der Bundesregierung erhalten und wie Kranich-Chef Carsten Spohr gegenüber der “Neuen Züricher Zeitung” sagte, würde der Konzern “dieses Volumen tatsächlich brauchen”.

“Lieber am Kapitalmarkt verschuldet als beim Steuerzahler”

Während der Europaverkehr und auch vermehrt andere Routen auf der Kurz- bis Mittelstrecke immer weiter anziehen und die Lufthansa immer mehr Ziele bedienen kann, bereitet das Langstreckennetz dem Kranich aktuell noch große Sorgen, da hier die Verbindungen erheblich länger brauchen, um sich wieder zu erholen. Auf den Europarouten läuft es sogar wieder so gut, dass Spohr zum Beispiel für Lufthansas Günstig-Tochter Eurowings auf der Kurz- und Mittelstrecke auch weiterhin keinen Bedarf an Hilfskrediten sieht.

Ein guter Teil der Finanzspritze soll dabei in neue und effizientere Flugzeuge investiert werden, so wie es der Bund auch vorgegeben hatte. Jedoch werden nicht nur Flugzeuge gekauft. Viel mehr plant die Lufthansa eine deutliche Erhöhung des Anteils geleaster Flugzeuge – “derzeit besitzen wir 86 Prozent der Flugzeuge selbst” – in der eigenen Flotte, um “liquider zu sein”, wie Spohr erklärte. Währenddessen soll der Staatskredit bereits bis 2023 zurückgezahlt werden und stattdessen weitere Kredite von Investoren und Banken aufgenommen werden, um nicht weiter beim Steuerzahler verschuldet zu sein, wie Spohr in der NZZ weiter ausführte.

“Wir möchten lieber am Kapitalmarkt verschuldet sein als beim Steuerzahler.”

Auf der Kurz- und Mittelstrecke fliegt die Lufthansa aktuell gut die Hälfte aller ursprünglichen Destinationen an. Auf der Langstrecke sind es bis dato gerade einmal gut 20 Prozent. Bis zum Herbst plant der Kranich jedoch wieder 70 Prozent aller Fernziele wieder zu bedienen und auf der Kurz- bis Mittelstrecke sogar ganze 90 Prozent. Spohr hofft indes auch auf eine Lockerung der Beschränkungen in den USA, schließlich bildeten die Staaten die umsatzstärksten Markt bei den Transatlantikflügen des Konzerns.

Fazit zu den Kreditplänen der Lufthansa

Die Lufthansa, respektive die Bundesregierung mussten sich einige Kritik an den Staatshilfen gefallen lassen, gerade mit Blick auf den Steuerzahler. Auch der Kranich selbst fühlt sich mit der Finanzspritze aus Richtung der Regierung und Steuerkassen nicht allzu wohl zu fühlen – wenngleich diese natürlich dringend nötig sind. Letztlich möchte sich die Lufthansa denn auch schnell wieder von den Staatshilfen entbinden und sucht künftig lieber die nötigen Hilfen auf dem Kapitalmarkt.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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