Die polnische Fluggesellschaft LOT Polish Airlines hat verhältnismäßig spät mit dem Ausbau ihrer Langstreckenflotte und ihres Langstreckennetzes begonnen. Mittlerweile bedient die Star Alliance-Airline sowohl ab Polen als auch ab Ungarn einige Fernziele. Erst kürzlich gab die Fluggesellschaft bekannt, ab Sommer diesen Jahres nach Washington D.C. zu fliegen. Nun könnte es zu einer weiteren gravierenden Veränderung kommen; diese betrifft allerdings die Flotte selbst.

Flotte erhält weiteren Zuwachs

LOT setzt bei der Erneuerung der Langstreckenflotte bisher ausschließlich auf den Dreamliner und hat inzwischen insgesamt 15 Flugzeuge des Typs in ihren Beständen. Aktuell verfügt die polnische Airline über acht 787-8 und sieben 787-9; im Laufe des Jahres sollen noch zwei weitere 787-9 dazu stoßen. Diese Flugzeuge benötigt LOT, um das geplante Streckenwachstum zu realisieren. Wie wir bereits berichteten, plant die Airline die Aufnahme von Verbindungen nach San Francisco und nach Washington, D.C.

Neben der jüngsten Ankündigung, Washington neu anzufliegen, gab die Airline im Herbst des vergangenen Jahres außerdem bekannt, den Flugbetrieb nach San Fransisco aufzunehmen. Dabei wird LOT Polish Airlines ab dem 5. August 2020 vier wöchentliche Flüge zwischen Warschau und San Francisco anbieten. Weiterhin baut die polnische Airline den Standort Budapest sukzessive aus. Aus der Hauptstadt Ungarns fliegt LOT nunmehr sieben Mal pro Woche nach New York.

Flottenerweiterung mit komfortablerem Bordprodukt?

Polnische Medien berichten über eine mögliche Flottenerweiterung mit drei Boeing 777-200ER, die bereits für Singapore Airlines im Einsatz waren. Singapore Airlines hält Leasingverträge mit der Boeing Capital Corporation, meist mit einer Gesamtlaufzeit von circa 10 Jahren. Nun sind die Verträge ausgelaufen und die Boeing 777 befinden sich wieder in den Händen der Boeing Capital Corporation.

Glaubt man den Medienberichten, möchte die polnische Airline die drei Boeing 777-200ER für rund drei Jahre leasen, allerdings mit dem aktuell eingebauten Bordprodukt von Singapore Airlines. Das bedeutet, dass die Boeing 777 über 271 Sitzplätze verfügen, darunter 26 Business Class-Plätze sowie 245 Economy Class-Sitzplätze. Die Business Class ist in einer 1-2-1 Konfiguration angeordnet und würde ein signifikantes Upgrade gegenüber der 2-2-2 Konfiguration von LOT in deren Boeing 787 darstellen. Es könnte jedoch sein, dass die polnische Fluggesellschaft Flugzeuge mit der regionalen Business Class von Singapore Airlines erhält. Diese ist ebenfalls in einer 2-2-2 Konfiguration versehen. Wer allerdings in der durchaus empfehlenswerten Premium Economy der polnischen Airline fliegen möchte, wird enttäuscht werden – diese Klasse wird es in den Flugzeugen nicht geben. Während das Bordprodukt noch aus Singapore Airlines-Zeiten stammt, werden Kabinenpersonal und Service von LOT gestellt – wie beim Dry Leasing üblich. Hier werden die Passagiere also keinen Unterschied feststellen.

Mittelfristige Lösung verbunden mit Kosteneinsparungen

Derzeit bereiten der polnische Fluggesellschaft die anhaltenden Probleme mit den Triebwerken einiger Boeing 787 Sorgen. Zudem musste Rolls-Royce weitere Verzögerungen bekanntgeben, sodass pünktliche Auslieferungen weiterer Boeing 787 derzeit nicht absehbar sind. Seit geraumer Zeit muss LOT bereits auf geleaste A340 von Air Belgium zurückgreifen, um den Flugbetrieb in die USA aufrecht zu halten. Mögliche Leasingverträge mit der Boeing Capital Corporation können hier für finanzielle Entlastung sorgen. Des Weiteren können die Boeing 777 gleichermaßen als Backup für die Boeing 787 dienen, um die langen Auslieferungszeiten der Flugzeuge möglichst kostengünstig zu überbrücken.

Die derzeitige Expansion der Airline verbunden mit dem Ausbau des Langstreckennetzes verlaufen recht erfolgreich. Wenngleich die Boeing 777-200ER eine geringere Treibstoffeffizienz als die Boeing 787 aufweisen, könnten sie das Wachstum der Airline kurz- und mittelfristig voranbringen.

Fazit zu den Leasingplänen von LOT Polish Airlines

Manchmal erwachsen aus Problemen auch ungeahnte Chancen. Sollten sich der Flugzeugbauer Boeing und die Airline LOT auf einen Deal einigen, können sich die Passagiere auf deutliche Verbesserungen am Bordprodukt freuen. Aufgrund der anhaltenden Triebwerksproblematik macht ein günstiger Leasingvertrag mit der Boeing Capital Corporation durchaus Sinn. Wenn die LOT dieses Bordprodukt weiterhin mit den attraktiven Preisen verbindet, steht dem Erfolg dieses Deals nichts mehr im Wege. Was haltet Ihr von der Flottenerweiterung der LOT und auf welcher Strecke würdet Ihr diese Flieger gern sehen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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