Die nächste Hiobsbotschaft für Hoteliers in Deutschland steht bevor. Ein erster Entwurf zum Bund-Länder-Treffen sieht erneut keine Öffnungen vor – eine gewisse Art von Tourismus soll aber erlaubt sein.

Es gibt kaum eine Branche, die nicht vom Coronavirus negativ tangiert wird. Besonders schwer betroffen sind allerdings zweifelsfrei die Gastronomie und die Hotellerie. Für Letztere gibt es immer weniger Hoffnung, denn eine Öffnung an Ostern dürfte es nicht geben. In einem ersten Entwurf einer Beschlussvorlage zum Bund-Länder-Treffen gibt es dagegen erneut keine Perspektive für Hotels. Das entsprechende Dokumente liegt dem Magazin Business Insider vor – es stammt laut dieser Quelle mutmaßlich aus den SPD-geführten Bundesländern.

“Kontaktarmer Urlaub” in Ferienwohnung oder beim Camping

Statt Hoffnung für die Hotels in Deutschland gibt es in dem Dokument stattdessen nur eine noch zur Diskussion stehende Passage zu einer ersten Art von Tourismus, die in Deutschland wieder möglich sein soll. Dabei geht es um den sogenannten “kontaktarmen Urlaub”. Wörtlich heißt es in dem Entwurf, der auf den gestrigen Abend datiert ist:

Das Konzept des “kontaktarmen Urlaubs” kann für Bürgerinnen und Bürger des jeweils eigenen Landes unter Beachtung der geltenden Kontaktbeschränkungen, strengen Hygieneauflagen und der Umsetzung eines Testregimes ermöglicht werden. Dies umfasst Beherbergungen und Übernachtungen, bei denen eigene sanitäre Anlagen genutzt und Essen über Selbstversorgung organisiert werden kann. Das trifft für Appartements und Ferienwohnungen oder für Wohnwagen und Wohnmobile auf entsprechenden Stellplätzen und Campingplätzen zu.

Entwurf zur Beschlussvorlage des Bund-Länder-Treffens am 22. März

Die entsprechende Passage ist noch in eckigen Klammern gehalten, was bedeutet, dass bei diesem Punkt noch Diskussionsbedarf besteht. Dennoch deutet sich an, dass eine mögliche Regelung zur Tourismus an den Ostertagen oder sogar generell im gesamten Monat April sich erneut nicht auf die Hotels beziehen würde. Stattdessen wären innerhalb der Landesgrenzen, also innerhalb eines Bundeslandes, Urlaubsreisen in Wohnmobilen oder Wohnwagen möglich. Genauso wäre es erlaubt, eine Ferienwohnung oder ein Ferienapartment zu mieten.

In allen Fällen wäre zudem vorgesehen, dass Tests vor und vermutlich auch während der Reise notwendig wären. Entsprechende Konzepte wurden in den letzten Wochen etwa für verschiedene Inseln und Regionen entwickelt. Dabei wäre beispielsweise ein negativer PCR-Test vor der Reise sowie vor Ort dann jeweils nach einigen Tagen ein Schnelltest notwendig. Details zu einer solchen Regelung liegen allerdings noch nicht vor, hierzu steht bislang auch nichts in der entsprechenden Beschlussvorlage.

Weitere Hilfen, aber keine Hoffnung für Hotels

Trotz entsprechender Versprechungen an die Branche schon vor den letzten Bund-Länder-Beratungen, werden Hotels in dem ersten Entwurf, der sich natürlich noch ändern kann, mit keinem Wort erwähnt. Dass die Branche schwer auf Reisen an Ostern gehofft hatte und viele Betriebe ohne entsprechende Einnahmen vor dem Ruin stehen, scheint bei den Beratungen zu dem Entwurf keine entscheidende Rolle gespielt haben. Das gilt insbesondere insofern, als viele Hotels Öffnungen zumindest in Verbindung mit einer Teststrategie und einem klaren Hygienekonzept gefordert hatten. Statt allerdings eine perspektivische Öffnung – selbst von nach Ostern ist keine Rede – in Aussicht zu stellen, findet sich im Entwurf zur Beschlussvorlage nur eine Passage zu möglichen ausgeweiteten Hilfen wieder. So heißt es wörtlich:

Sollte die epidemiologische Lage eine wirtschaftlich relevante Öffnung zu Ostern nicht möglich machen, ist über die bisherigen Hilfsprogramme hinaus ein Sonderprogramm des Bundes, insbesondere für Tourismus und damit verknüpfte Bereiche, aber auch für weitere Unternehmen, die ebenfalls seit November (bzw. Dezember) geschlossen sind, unabdingbar.

Entwurf zur Beschlussvorlage des Bund-Länder-Treffens am 22. März

Nachdem viele Hoteliers schon mit Blick auf die bisherigen Hilfen geklagt hatten, dass bislang nichts oder fast nichts angekommen sei, dürfte die Hoffnung auf relevante Unterstützung eines weiteren Programms gering sein. Dass es in der Beschlussvorlage auch bei diesem Punkt – der ebenfalls in eckigen Klammern steht – an jeglichen Details fehlt, deutet allerdings noch auf viel Abstimmungsbedarf hin. Allzu ausgereift scheinen die Pläne zur Öffnung oder zur Rettung der Branche noch nicht zu sein. Die Tendenzen für die Branche sind allerdings ausgesprochen bitter, denn der April wäre schon der sechste Monat der Schließung bzw. des Verbots touristischer Übernachtungen für Hotels in Deutschland.

Fazit zur weitere Schließung von Hotels in Deutschland

Minimaler Tourismus im eigenen Bundesland ohne jeden Kontakt – so sieht scheinbar der Minimalkonsens zum Thema Öffnung für den Tourismus aus. Für Hotels bedeutet das ein weiteres Mal einen schweren Rückschlag, denn eine Öffnung ist zumindest im ersten Entwurf nicht einmal in Verbindung mit einer Teststrategie vorgesehen. Zwar soll es weitere Hilfen geben, ob diese allerdings wirklich bei den Betroffen ankommen, ist nach den Erfahrungen der ersten Hilfen zweifelhaft. Die Aussichten für die Branche werden immer trüber, denn eine Perspektive für die Branche bietet vermutlich auch das morgige Treffen zwischen Bund und Ländern nicht.

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Autor

Moritz liebt nicht nur Reisen, sondern auch Luxushotels auf der ganzen Welt. Mittlerweile konnte er über 500 verschiedene Hotels testen und dabei mehr als 100 Städte auf allen Kontinenten kennenlernen. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen besonderen Erlebnissen teilhaben!

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