Die Zukunft von der estnische Airline Nordica ist ungewiss. Besonders die gestiegenen Betriebskosten sowie Personalengpässe machen der Fluggesellschaft zu schaffen.

Nachdem Nordica bereits vor etwa vier Jahren alle eigenen Flüge eingestellt hat, wurde der Fokus auf Wet-Lease-Partnerschaften gelegt. Doch verspätete Auslieferungen bestellter Flugzeuge, Personalmangel und gestiegene Kosten in allen Bereichen führen weiterhin zu starken Verlusten. Trotz der Bemühungen um eine Rettung steht die Zukunft von Nordica infrage. Wie auf aero.de mitgeteilt wird, sucht die Fluggesellschaft jetzt nach einem Investor.

Letzte Chance auf eine Rettung von Nordica

Als Estonia Air im Jahr 2014 in die Insolvenz gerutscht war, wurde mit Nordica kurzerhand eine neue Airline in dem kleinen Land im Baltikum gegründet. Doch auch die Nordica Aviation Group wird von wirtschaftlichen Problemen geplagt und das Unternehmen verbuchte im ersten Halbjahr 2023 hohe Verluste. Zwar ergreift die Airline Turnaround-Maßnahmen und insgesamt sind steigende Umsätze zu sehen, doch nichtsdestotrotz verschlechtert sich die Situation stark. In den ersten neun Monaten dieses Jahres verzeichnet Nordica ein Verlust von knapp zwölf Millionen Euro.

In den vergangenen Monaten hat sich die wirtschaftliche Lage von Nordica stark verschlechtert. Die Ausgaben übersteigen die Einnahmen bei Weitem.

David O’Brock, Aufsichtsrat Nordica

Daraufhin hat der Staat beschlossen, die Fluggesellschaft zu verkaufen, damit die Zukunft von Nordica noch gerettet werden kann. Dabei sei auch eine Privatisierung der Airline mit dem Flugbetrieb Xfly denkbar. Der estnische Klimaminister Krisen Michel hatte zuvor weiteren staatlichen Investitionen in Nordica eine Absage erteilt und eine Insolvenzlösung explizit nicht ausgeschlossen.

Entscheidung Ende des Jahres

Erste Gespräche mit Interessenten laufen bereits. Die Regierung führt schon Gespräche mit insgesamt vier Interessenten aus dem europäischen Luftverkehrsmarkt. Bis Jahresende entscheidet die estnische Regierung dann, mit welchen Unternehmen konkrete Verhandlungen zu Nordica geführt werden.

Die Fluggesellschaft mit Sitz in Tallinn führt im Auftrag verschiedene Wet-Lease-Flüge durch. Beim Wetleasing wird ein Flugzeug inklusive der Crew und allen erwartbaren Kosten an eine andere Airline vermietet. So setzt Marabu beispielsweise eine A320 und eine A320neo von Nordica ein. Doch auch die Condor-Schwester sorgt immer wieder für Schlagzeilen.

Fazit zum Verkauf von Nordica

Die Zukunft von Nordica scheint an einem seidenen Faden zu hängen. Die finanziellen Herausforderungen, der Mangel an Flugzeugen für Wet-Lease-Aufträge und unbesetzte Stellen belasten das Unternehmen weiterhin. Als Eigentümer von Nordica zieht die estnische Regierung nun die Reißleine und sucht nach einem Investor, um die Airline zu verkaufen. Die Entscheidung soll noch Ende des Jahres gefallen werden, es bleibt spannend.

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Autor

Anna Schulte ist als Duale Studentin seit September 2022 im reisetopia Content-Team tätig. Mit einer Ausbildung startete ihr beruflicher Weg in die Reisebranche und mittlerweile hält sie Euch mit aktuellen News des Reisealltags immer up to date.

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