Die Deutsche Bahn (DB) hat die Ausweitung ihres Europaangebotes angekündigt. Künftig soll es mehr Direktverbindungen zwischen Deutschland und europäischen Nachbarländern geben.

In einer Pressemitteilung hat die Deutsche Bahn angekündigt, ihr Europanetzwerk ausbauen zu wollen. Damit reagiert das Bahnunternehmen auf die steigende Nachfrage nach Auslandsreisen mit dem Zug. Als Folge sollen zwischen Juni und September einige neue, teils temporäre Direktverbindungen eingerichtet werden. Profitieren könnte die DB dabei von den aktuellen Kerosinpreisen, die für Flugstreichungen und steigende Preise bei den Flugtickets sorgen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Deutsche Bahn erweitert ihr Europaangebot ab Juni 2026
  • Neue Direktverbindungen nach Belgien, Kopenhagen und Prag werden eingeführt
  • Die DB reagiert damit auf die gesteigerte Nachfrage nach Zugfahrten durch Europa und die steigenden Preise für Flugtickets

DB stärkt Verbindungen nach Belgien, Kopenhagen und Prag

Die Deutsche Bahn will ihren Fahrgästen noch im Jahr 2026 eine größere Auswahl an Direktverbindungen zwischen Deutschland und anderen europäischen Ländern bieten. Ab Juni sollen dafür neue Zugstrecken eingerichtet werden, die jedoch teilweise nur temporär angeboten werden.

Zwischen Juni und August bietet die Deutsche Bahn an Wochenenden Direktverbindungen nach Ostende an

Besonders die Verbindungen in den Norden und Osten sowie insbesondere ins deutsche Nachbarland Belgien will die Deutsche Bahn ab Juni stärken. Einige der Streckenerweiterungen werden nur saisonbedingt angeboten. Dafür plant der Mobilitätskonzern folgende Ausbauten seines Streckennetzes:

  • 3. Juni bis 31. August: Zusätzliche tägliche ICE-Verbindung für die Strecke Köln – Antwerpen, an Wochenenden außerdem bis Gent, Brügge und Ostende
  • Ab Mitte Juni: Neue tägliche Direktverbindung Kopenhagen – Hamburg – Berlin – Prag (Hin – und Rückfahrt)
  • 4. Juli bis 31. August: Saisonale Direktverbindung Frankfurt/Main – Bordeaux (samstags und sonntags)
  • Ab 7. September: Neue tägliche Direktverbindung mit vier ICEs zwischen Köln und Antwerpen über den Flughafen Brüssel

Weiterhin ist bereits bekannt, dass die Deutsche Bahn für das Jahr 2028 eine Direktverbindung von Berlin über Hamburg, Kopenhagen, Malmö und Göteborg bis nach Oslo einrichten will. Diese Strecke sollen zwei Zugpaare täglich hin- und zurückfahren.

Anders als die übrigen drei Verbindungen ist die zwischen Juli und August angebotene Direktverbindung zwischen Frankfurt und Bordeaux nicht neu, sondern wird jährlich in diesem Zeitraum von der Deutschen Bahn angeboten.

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Deutsche Bahn mit Vorteil gegenüber hohen Kerosinpreisen

Profitieren kann die Deutsche Bahn bei ihrem neuen Angebot insbesondere von den derzeit stark angestiegenen Kerosinpreisen. Durch die höheren Treibstoffpreise müssen zahlreiche Airlines die Preise für ihre Flugtickets deutlich erhöhen, wodurch Flugangebote zunehmend kostspieliger werden können. Gleiches gilt natürlich für die Spritpreise an der Tankstelle. Da die Bahn im Fernverkehr nach eigenen Angaben zu 100 Prozent mit Ökostrom unterwegs ist, sei sie von fossilen Brennstoffen unabhängig.

Wir sehen, dass sich die Menschen angesichts der hohen Spritpreise stärker für die Reise mit der Bahn entscheiden. An einzelnen Tagen verzeichnen wir bis zu zehn Prozent mehr Nachfrage.

Michael Peterson, Fernverkehrsvorstand, Deutsche Bahn AG

Gleichzeitig pocht die Deutsche Bahn auf das gesteigerte Interesse an Zugfahrten zu Zielen in ganz Europa. Laut Angaben des Mobilitätskonzerns hat sich beispielsweise die Strecke zwischen Stuttgart und Paris gegenüber Flugangeboten durchgesetzt. Auf den Strecken zwischen München und Zürich und zwischen Frankfurt und Paris verzeichnete die Deutsche Bahn im Jahr 2025 ein Fahrgastwachstum von mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf die steigende Nachfrage will das Bahnunternehmen weiter reagieren.

Im vergangenen Jahr waren 25 von rund 140 Millionen Kunden im Fernverkehr der Deutschen Bahn im grenzüberschreitenden Verkehr unterwegs, das sind 30 Prozent mehr als 2019. Dieses Jahr soll die Zahl erneut leicht steigen und in den Folgejahren mit mehr Europaverbindungen stark wachsen.

Michael Peterson, Fernverkehrsvorstand, Deutsche Bahn AG

Der Plan der Deutschen Bahn könnte insbesondere mit Blick auf die immer wieder verschobenen Streckensanierungen Kritik hervorrufen. Die ursprünglich bis 2030 geplante Fertigstellung wurde mittlerweile bis 2036 verlängert. Ein großes Problem hat das Unternehmen außerdem nach wie vor mit Verspätungen: Im April 2026 haben mehr als ein Drittel (35,6 Prozent) aller Fernverkehrszüge ihr Ziel nicht pünktlich erreicht, im Februar 2026 lag dieser Wert sogar bei über 40 Prozent.

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Autor

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