Laut Aussagen des Präsidenten wird der Branchenverband DEHOGA keine Gratis-Tests für Kunden zur Verfügung stellen wollen.
Die Kritik seitens des DEHOGA wird immer lauter – nun schaltet sich auch der Präsident des Verbands mit ein. Laut eigener Aussage lehnt man Gratis-Tests für Kunden im Gastgewerbe ab. Diese könnten ein Instrument sein, um Restaurants und Hotels wieder schnell öffnen zu können. Wie die Tagesschau berichtet, sei der Verband zwar für die Mitarbeiter selbst in der Verantwortung, für die Kunden sei jedoch die Bundesregierung verantwortlich.
DEHOGA fordert Öffnung des Gastgewerbes zu Ostern
Die Kritik und die Forderungen kurz vor dem nächsten Gipfeltreffen im Kanzleramt am kommenden Montag scheinen nicht abreißen zu wollen. Der Branchenverband DEHOGA mahnt lautstark zu mehr Gleichbehandlung und kritisiert vor allem die Strategie der Bundesregierung in Bezug auf Auslandsreisen. Für viel Ärger innerhalb des Verbands sorgte die Maßnahme des Auswärtigen Amts vergangenen Freitag als unter anderem Mallorca von der Liste der Risikogebiete entfernt wurde. Infolgedessen wurde ein enormer Buchungs-Boom bei Airlines, Hotels und Reiseveranstaltern ausgelöst. Nach Aussagen der Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA würde das jedoch für eine Ungleichbehandlung sorgen, da Hotels und Restaurants im Inland weiterhin geschlossen haben müssen.
Wir halten keine Wochen und Monate in dieser Schockstarre mehr durch. Jeder Monat Schließung bedeutet für unsere Betriebe durchschnittlich 75 Prozent Umsatzverlust.
Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga)
Nun schaltet sich auch der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands ein und knüpft an die Kritik von Ingrid Hartges an und beschreibt die aktuelle Lage des Gastgewerbes. Als Präsident des Branchenverbands sieht er sich als Sprachrohr für 222.000 Unternehmen mit mehr als 2,4 Millionen Beschäftigten und fordert endlich eine Perspektive für Hotels und Restaurants, die besonders stark unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu kämpfen haben. Guido Zöllick ist selbst Chef eines Hotels in Warnemünde nahe Rostock, wo sich die Infektionszahlen weiterhin auf einem niedrigen Niveau bewegen würden.
Testpflicht für Außenbereiche unverhältnismäßig
Während der DEHOGA-Präsident regelmäßige Tests für die Angestellten unterstützen würde, zeigt er sich skeptisch, wenn es um die Kostenübernahme von Tests für die Kunden geht. Während es innerhalb des Verbands noch keine klare Meinung gibt, hält neben dem Präsidenten des Bundesverbands auch Gereon Haumann, rheinland-pfälzischer Präsident des DEHOGA, eine solche Regelung für schwierig, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Laut seiner Aussagen wäre das unverhältnismäßig, die Hotellerie und Gastronomie würde damit auf eine Stufe mit Theatern und Kinos gesetzt werden, die lediglich Veranstaltungen im inneren Bereich durchführen könnten. Die Gastronomie hätte im Gegensatz dazu auch die Möglichkeit Gäste im Außenbereich zu bewirten. Diesbezüglich äußert sich Haumann mit Verweis auf Studien und Expertenmeinungen, die die Ansteckungsgefahr an der frischen Luft deutlich niedriger taxieren würden.
Die Politik muss ihre Hausaufgaben machen. Wir erwarten ein besseres Management beim Impfen und beim Testen.
Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga)
Auch Zöllick hält die Teststrategie für die Gastronomie für überzogen und schwerlich praktikabel und nimmt erneut die Politik in die Pflicht, bereits vorhandene Konzepte des Gastgewerbes zu akzeptieren. Hinzu kommt die dramatische Lage der Hotels in Deutschland, die größtenteils noch immer auf die Novemberhilfen warten würden. Besonders Hotels mit Ausrichtung auf Städte- und Geschäftsreisende haben einen weiteren Rückgang der Buchungszahlen zu verzeichnen. In der ersten März-Woche habe die Zimmerauslastung in Deutschland lediglich bei 13,5 Prozent gelegen. Hotels in den Metropolen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München hätten nur einstellige Auslastungszahlen verzeichnen können. Erlöse der Hotels und Gaststätten liegen trotz leicht erhöhter Umsatzzahlen im Vergleich zwischen Januar und Dezember bei 70 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Auch deshalb fordert Zöllick, dass die Novemberhilfen möglichst schnell an die Betriebe ausgezahlt werden.
Fazit zu den Äußerungen des DEHOGA-Präsidenten
Der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA lehnt Gratis-Tests für alle Kunden ab. Das sei schwerlich praktikabel und vor allem im Außenbereich auch überzogen, wie der DEHOGA-Präsident verlauten ließ. Damit reißt die Kritik des Branchenverbands nach den Äußerungen der Hauptgeschäftsführerin nicht ab. Die Kritik seitens der Branche gegenüber den Maßnahmen der Bundesregierung wird immer lauter – das ist angesichts der bevorstehenden Gespräche am Montag auch nicht verwunderlich. Ob die medienwirksame Kritik dennoch ausreichend ist, um eine Öffnungsstrategie für das Gastgewerbe zu erhalten, ist bei weiterhin steigenden Infektionszahlen eher fraglich.