Die gerichtliche Schlammschlacht um Lackschäden bei den Airbus A350 geht in die nächste Runde. Boeing versucht derweil, die Veröffentlichung von sensiblen Vertragsdokumenten zu verhindern.

Nachdem im Juni 2022 noch versöhnliche Worte zwischen Airbus und Qatar Airways ausgetauscht wurden, wurde der Airbus A350-Deal seitens des Flugzeugbauers im September gänzlich gestrichen. Beide Parteien verklagen sich nun gegenseitig vor einem Londoner Gericht. In diesem Prozess spielt auch Airbus Konkurrent Boeing eine entscheidende Rolle, wie aerotelegraph berichtet.

Streit um die Veröffentlichung von Vertragsdetails

Im aktuellen Streitfall zwischen Airbus und Qatar Airways versucht Boeing die Veröffentlichung von streng geheimen Vertragsdetails zu verhindern. Zwar ist Boeing nicht direkt in den Streit involviert, muss jedoch ebenfalls vor Gericht eine Aussage tätigen. Im Grunde geht es um eine getätigte Bestellung seitens Qatar Airways bei Boeing. Qatar Airways orderte Boeing 737 MAX-Flugzeuge bei dem Airbus Konkurrenten, wodurch die Frage aufkam, ob diese eine geeignete Alternative zu den Airbus A321neo darstellen. Infolgedessen sollte Qatar die geheimen Vertragsdetails der Bestellung der Boeing 737 MAX dem Gericht vorlegen, womit Boeing nicht einverstanden war.

Airbus und Qatar Airways streiten sich vor Gericht

Der Personenkreis seitens Airbus, der Einblick in die hochsensiblen Daten erhalten sollte, war für Boeing zu groß.

Die Offenlegung von Preisinformationen, das ist Dynamit.

Boeing Anwalt Paul Stanley

Dementsprechend intervenierte Boeing vor dem Londoner Gericht und versuchte, die Veröffentlichung zu verhindern.

Richterliche Entscheidung zu den Vertragsdetails

Der Vorsitzende Richter David Waksman gab dem Einspruch von Boeing teilweise statt. Die vorzulegenden Vertragsdokumente erhalten nun eine Klassifizierung, sodass die Preisdetails größtenteils geschwärzt werden. Nur Personen mit der höchsten Freigabe erhalten Kenntnis von den Preisdetails. Sollten sich die Konfliktparteien Airbus und Qatar Airways nicht einigen, ist der Beginn des Prozesses für Juni 2023 geplant.

CEO Al Baker von Qatar Airways (rechts) ist momentan auf Airbus nicht gut zu sprechen

Neben dem Hauptkonflikt um die Lackschäden, werfen sich beide Parteien gegenseitig vor, dem jeweils Anderen wichtige Dokumente vorzuenthalten. Zudem fordert Qatar die Rückzahlung bereits gezahlter Vorauszahlungen. Airbus wiederum möchte die an Qatar Airways gegebenen Kreditzahlungen im Zuge der Bestellung zurückerhalten. Ein Ende des Konfliktes ist hierbei nicht in Sicht.

Fazit zu dem andauernden Konflikt zwischen Airbus und Qatar Airways

Die Situation um den gesamten Streit zwischen Airbus und Qatar Airways ist sehr verworren. Neben den gegenseitigen Vorwürfen und Klagen mischt sich auch Boeing in den Konflikt mit ein. Um die Veröffentlichung der Bestellpreise zu verhindern, wird nur ein sehr kleiner Personenkreis des Gerichts diese Details zu Gesicht bekommen. Der Ausgang des Streits ist hierbei nicht vorauszusehen.

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