Der Handelsausschuss des US-Senats wird sich am Mittwoch Details zum Boeing Sicherheitskulturbericht anhören. Darüber hinaus steht noch ein weiteres Thema auf der Tagesordnung.

Nach dem Vorfall mit einer Boeing 737 MAX 9 von Alaska Airlines, bei deren Start ein Panel herausgebrochen war, standen die Sicherheits- und Qualitätsstandards des US-amerikanischen Flugzeugherstellers in Kritik. Daraufhin veröffentlichten Mitglieder eines Expertengremiums einen Bericht, in dem die Sicherheitskultur des Konzerns bemängelt und Verbesserungen gefordert wurden. Der Handelsausschuss des US-Senats möchte sich diese am Mittwoch anhören. Später an diesem Tag sollen auch die Anschuldigungen des Boeing-Ingenieurs Sam Salehpour angehört werden, wie Reuters berichtet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der US-Senat wird sich am Mittwoch drei Mitglieder des Expertengremiums anhören
  • Boeing hat sich einer Stellungnahme zur Anhörung bislang enthalten
  • Der Ausgang der Anhörung wird in Hinblick auf strafrechtliche Folgen wegweisend sein

Drei Personen sollen zu Wort kommen

Im Zuge der Anhörungen des Expertengremiums werden am Mittwoch drei Mitglieder aussagen. Neben Tracy Dillinger, NASA-Expertin für Sicherheitskultur, werden Javier de Luis, Luftfahrtexperte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und Najmedin Meshkati, Professorin und Expertin für Flugsicherheit an der University of Southern California ihre Meinung kundtun.

Senatorin Maria Cantwell, Vorsitzende des US-Senatsausschusses, bekräftigte vergangene Woche, dass sie vom Sicherheitskulturbericht beeindruckt sei und zunächst die Meinung der Mitglieder hören wolle, bevor sie die Federal Aviation Administration (FAA) zu einer weiteren Anhörung einlade. Boeing hat sich einer Stellungnahme zur Anhörung bislang enthalten.

Beweggründe des Expertengremiums

Die ausschlaggebenden Punkte des Expertengremiums, einen Bericht zu verfassen, gründen auf zwei aufeinanderfolgenden Abstürzen einer Boeing 737 MAX 8 in den Jahren 2018 (Indonesien) und 2019 (Äthiopien). Diese Flugzeugunglücke hatten mehreren hundert Menschen das Leben gekostet – unter ihnen die Schwester des Luftfahrtexperten de Luis. In Anbetracht dessen kreidete das Expertengremium Boeing eine unzureichende und verwirrende Umsetzung einer positiven Sicherheitskultur an. Was den Vorfall mit der Boeing 737 MAX 9 von Alaska Airlines betrifft, legten die Experten Boeing nahe, ihre Empfehlungen binnen eines halben Jahres zu prüfen und ein Maßnahmenpaket zu entwickeln. Die drei Mitglieder des Gremiums sollen nun am Mittwoch vom US-Senatsausschuss angehört werden.

Auch die FAA forderte von Boeing die Erstellung eines Plans für die Behebung der Qualitätsprobleme innerhalb von 90 Tagen.

Anhörung eines Boeing-Ingenieurs

Eine weitere Anhörung, die am Mittwoch, dem 17. April, stattfindet, ist jene von Sam Salehpour. Der Boeing-Ingenieur äußerte sich unlängst zu mangelnden Sicherheits- und Qualitätsstandards bei der Boeing 787- und 777-Produktion. Der Konzern hat den Vorwurf allenfalls zurückgewiesen. Schließlich möchte sich der Untersuchungsausschuss des US-Senators Richard Blumenthal den Fall im Detail anhören. Auch Boeing-Chef Dave Calhoun, der den Konzern gen Jahresende verlassen wird, soll bei einer künftigen Anhörung aussagen, wie Blumenthal fordert.

Boeing entgegnete Salehpours Vorwürfen allenfalls und behauptete, seine Anschuldigungen seien unzutreffend und stellen nicht die umfassende Arbeit dar, die Boeing geleistet hat, um die Qualität und langfristige Sicherheit des Flugzeugs zu gewährleisten.

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Autorin

Bereits zu ihrer Schulzeit an der Kärntner Tourismus Schule hat Beate das Reisen für sich entdeckt. So verbrachte sie jeden Sommer im Ausland. Auch während ihres Tourismusmanagement-Studiums in Wien war Beate viel unterwegs. Bei reisetopia kann sie nun ihre Leidenschaft zum Schreiben und Reisen perfekt miteinander kombinieren.

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