Im Anschluss an den Unfall bei Alaska Airlines reichten einige Passagiere Klage ein. Doch weder Boeing noch die Fluggesellschaft sieht sich für Schäden verantwortlich.

Anfang des Jahres ist ein Rumpfteil einer Boeing 737 MAX 9 von Alaska Airlines im Startflug herausgebrochen und hat eine große Welle geschlagen. Primär durch die ausgelöste Qualitätskrise bei US-Flugzeugproduzent Boeing. Doch nun wird noch eine andere Komponente beleuchtet. Auch wenn bei dem Unfall glücklicherweise keine Passagiere schwer verletzt wurden, fühlt sich für die entstandenen Schäden niemand zuständig. Weder Boeing noch Alaska Airlines trägt Verantwortung, nachdem einige Passagiere geklagt haben. Das berichtet Simple Flying.

Anfechtung von Passagier-Klagen

Der Vorfall zum Anfang des Jahres hat die 171 Passagiere an Bord ordentlich unter Schock gesetzt. Auch wenn keine ernsthaften Verletzungen aufgetreten sind, ließ der Vorfall die Anwesenden nicht unberührt. Daraufhin haben einige Passagiere den Rechtsweg eingeschlagen und eine Klage eingereicht. Doch nun wird bekannt, dass die Reisenden mit einer Anfechtung der Klage rechnen könnten.

Es könnte zu einer Anfechtung der Passagier-Klagen kommen

Die beteiligten Parteien, Boeing sowie Alaska Airlines, haben Gerichtsdokumente eingereicht, welche eine Ablehnung der Haftung beinhalten. Beide argumentieren, nicht für die Mängel, welche zum Zwischenfall geführt haben, verantwortlich zu sein. Boeing begründet dies damit, dass das Flugzeug von Dritten nicht richtig gewartet oder genutzt wurde. Die Fluggesellschaft argumentiert, dass die Umstände, die zu den Schäden geführt haben, außerhalb ihrer Kontrolle lagen.

Der Vorfall führte zu unterschiedlichsten Klagen gegen die beteiligten Instanzen. Eine Klage von drei Passagieren, die bei dem Gericht in Multnomah County, Oregon eingegangen ist, fordert Schadensersatz über fast eine Milliarde Euro.

Spirit Aerosystems wurde nicht angeklagt

Das herausgebrochene Rumpfteil wurde von Zulieferer Spirit Aerosystems gebaut. Dieser wird aber in keiner der Klagen erwähnt. Boeing nimmt zu den aktuellen Geschehnissen folgendermaßen Stellung:

In an answer to a complaint filed in federal court yesterday, Boeing included a defense that parties other than Boeing might have contributed to the accident. This is a defense routinely asserted in the initial stages of litigation.

Boeing-Sprecher

Boeing teilte mit, dass sprachliche Änderungen vorgenommen wurden, um Missverständnisse aufzuklären, damit es nicht aussehen würde, als würde Boeing die Schuld bei Alaska Airlines suchen.

Alaska Airlines fühlt sich für verursachte Schäden nicht verantwortlich

Der Vorfall ist weiterhin mit vielen Fragezeichen behaftet. Das US-Justizministerium hat sich dem Fall bereits vor ein paar Tagen angenommen und beginnt mit Ermittlungen. Untersuchungen des National Transportation Safety Board (NTSB) stagnierten zuletzt an fehlender Dokumentation zur Schlüsselkomponente. Nachdem eine Sicherheitskamera Aufschluss über vorgenommene Arbeiten am herausgebrochenen Teil liefern sollte, wurde festgestellt, dass das Material bereits überspielt wurde.

Fazit zur fehlenden Verantwortung in Gerichtsdokumenten

Der Vorfall bei Alaska Airlines hat einige Passagierklagen mit sich gebracht. Doch nun wurde anhand eines Gerichtsdokuments festgestellt, dass sich weder Boeing noch die Airline für Schäden zuständig fühlen. Es bleibt abzuwarten, wie diese Klagen weiter behandelt werden und welche Entscheidungen das jeweilige Gericht trifft.

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Autor

Wenn Ricarda auf Reisen ist, fühlt sie sich am lebendigsten. Infiziert vom Reisefieber wurde sie im Jugendalter durch ein Auslandsjahr in den USA. Egal ob mit dem Van, Backpack, Boot oder im Hotel: Sie ist immer bereit für ein neues Abenteuer, gerne auch mit viel Adrenalin. Nach ihrem Journalismus-Studium kann sie bei reisetopia ihre beiden Leidenschaften voll ausleben und versorgt Euch mit spannenden News.

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