Unter dem Projektnamen FOX hat die Lufthansa am vergangenen Wochenende ausgewählte Verbesserungen am First Class Erlebnis bekannt gegeben. Reichen diese für einen echten Sprung nach vorn?

Immer wenn die Lufthansa etwas ankündigt, sind die Erwartungen hoch und Kritik ist nahezu vorprogrammiert. Entweder gehen die Änderungen nicht weit genug oder es handelt sich im Versteckten doch nur um eine Pseudo-Verbesserung. Anders fiel es gerade in Foren auch bei der Vorstellung der Neuerungen am First Class Erlebnis nicht aus. Ganz fair ist das nicht, denn die Lufthansa bewegt sich mit den Verbesserungen fraglos in die richtige Richtung – gerade mit Blick auf das Gesamterlebnis.

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Fokus auf Champagner, Perlmuttlöffel und Kaviar

Kommunikativ hat die Lufthansa bei der Verkündung zu den Verbesserungen am First Class Erlebnis im Rahmen des Projekts Future Onboard Experience (FOX) stark auf drei Aspekte abgestellt: Champagner, Perlmuttlöffel und Kaviar. Dass alle drei Punkte mit Blick auf die geringe Bedeutung im Gesamtkontext eher klein wirken, hat vereinzelt für ein wenig Spott gesorgt.

Eine überarbeitete Kaviar-Präsentation gehört zu den Neuerungen

Doch die herausgestellten Maßnahmen sind Teil eines Gesamtkonzepts, im Rahmen dessen sich die Lufthansa First Class in den vergangenen Jahren in die richtige Richtung entwickelt hat. Viel wichtiger als die nun vorgestellten Verbesserungen war dabei fraglos die Einführung der neuen Lufthansa Allegris First Class. Wie ich bei meinem Test der neuen Lufthansa First Class selbst erleben durfte, handelt es sich bei dem Produkt um einen Quantensprung.

Gleichzeitig ist mir auch dabei schon aufgefallen, dass der Serviceprozess trotz einer sehr bemühten Crew noch ein wenig eingestaubt wirkte. Mir persönlich ging es dabei weniger um den angebotenen Champagner, die Weinauswahl oder auch die Möglichkeit, zum Frühstück ein Ei mit Kaviar zu bestellen. Vielmehr waren es andere Aspekte, die im Rahmen des Projekts FOX ebenfalls angegangen werden.

Degustationsmenüs und ein großes Plus an Flexibilität und Auswahl

Keineswegs möchte ich die Lufthansa in diesen Zeilen als Innovator darstellen, anders als die Airlines vom Golf oder auch im asiatischen Raum muss sie das aber auch nicht sein – auf dem Kernmarkt zwischen Europa und Nordamerika gibt es in der First Class schlicht kaum Konkurrenz. Doch die Airline setzt gleichzeitig aus den aus meiner Sicht richtigen Punkten an.

Dazu gehört zum einen die Überarbeitung des Menüs, denn dieses wirkte schon vor wenigen Jahren eingestaubt – eine Veränderung war aus Sicht vieler regelmäßiger Gäste überfällig. Ob der Name des Starkochs Christoph Kunz indessen entscheidend ist, darf man infrage stellen. Klar ist aber: Gäste dürfen sich auf andere und modernere Speisen freuen.

Sogenannte Trilogien sollen das First Class Erlebnis aufwerten

Teil dieser Änderungen sind auch zwei Aspekte, die ein wenig in den Hintergrund geraten. Zukünftig soll es bei der Darreichung noch mehr Flexibilität geben, etwa durch sogenannte Trilogien. Heißt konkret: Statt sich zwischen Vorspeisen oder Hauptgängen entscheiden zu müssen, kann man einfach drei kleine Portionen pro Gang wählen – zumindest aus meiner Sicht eine smarte Innovation.

Noch wichtiger finde ich allerdings, dass es in der Lufthansa First Class – orientiert am ähnlichen Angebot bei Singapore Airlines – zukünftig eine deutlich größere Auswahl an Speisen zur Vorbestellung gibt. Gerade für Fluggäste, die sehr konkrete Vorstellungen von ihren Lieblingsgerichten haben, ist das ein relevanter – wenn auch etwas später – Schritt. Marktführend wird die Lufthansa First Class allein dadurch nicht, aber sie schließt eben in einem wichtigen Bereich zur Spitzenklasse auf.

Relevante Verbesserungen im Gesamtkonzept der Lufthansa First Class

Nun ist die Lufthansa Allegris First Class noch nicht auf allen Strecken verfügbar, weswegen die folgenden Gedanken zumindest ein wenig eingeschränkt werden müssen. Doch sofern wir von einem Flug mit dem neuen Spitzenprodukt der Lufthansa sprechen, sind die vorgestellten Verbesserungen der First Class ein essenzielles Element im Gesamtkonzept.

Die Kombination aus neuen Sitzen und neuem Service überzeugt

Das liegt zum einen daran, dass die Sitze mittlerweile zu den besten weltweit gehören und man auch bei der Allegris-Einführung schon einzelne andere Elemente des Borderlebnisses weiterentwickelt hat. Dazu gehören etwa die wirklich hervorragende Qualität der Matratzen, Kissen und Decken oder auch der Start der Einführung sogenannter Signature Experiences, die indessen ausgebaut werden sollen.

Zum anderen war die Lufthansa First Class auch davor nicht schlecht, nur eben ein wenig eingestaubt. Eben jenen Staub entfernt man mit den Verbesserungen und bringt das Produkt somit auf ein Niveau, in dem es keinen spezifischen Grund gibt, eine andere Airline zu wählen – zumindest dann, wenn es um einen Flug mit dem Allegris-Produkt geht.

Teil des Gesamterlebnisses First Class sind auch die überragenden Lounges

Das gilt umso mehr mit Blick auf das Drumherum, denn die Lufthansa gilt mit Blick auf das Bodenerlebnis in der First Class ohnehin zur weltweiten Top 3, unter anderem mit herausragenden First Class Lounges und einem in vielen Fällen angebotenen direkten Transfer zum Flugzeug.

Genau dieser Aspekt ist entscheidend, denn gerade bei Flügen über den Atlantik, auf die man einen besonderen Fokus legt, ist die Lufthansa First Class zukünftig beim Gesamtkonzept mitunter marktführend. Die Air France First Class wird möglicherweise immer noch ein klein wenig die Nase vornbehalten, ist aber auch deutlich teurer und wird limitierter angeboten als das Produkt der Lufthansa.

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Autor

Moritz hat sich über die Jahre ein enormes Wissen über Finanzprodukte, Loyalitätsprogramme und Luxusreisen angeeignet. Für Luxushotels, First Class Flüge sowie die Details von Kreditkarten, Tagesgeldkonten und mehr ist Moritz genau der richtige Ansprechpartner!

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