Was gibt es Schöneres, als in Reiseerinnerungen zu schwelgen? Wie meine lieben Kollegen Lilli, Lena und Moritz, durfte ich glücklicherweise auch schon viele wunderschöne Orte auf der Welt sehen. Jede Reise ist etwas ganz Besonderes für mich, denn ich kann mir nichts Faszinierenderes vorstellen, als neue Flecken auf Landkarte zu entdecken – inklusive Kulturschätze, Naturlandschaften, Städte und natürlich: Essen. Ganz besonders spannend, überraschend und vor allem wahnsinnig inspirierend war in dieser Hinsicht allerdings meine kleine Rundreise durch das facettenreiche Andalusien.

Märchenhafte Paläste, zahllose UNESCO-Weltkulturerbestätten und traumhaft schöne Strände — das Zusammensetzen dieser Puzzleteile machte meine Reise in das melancholisch-ausgelassene Andalusien zu einem wahren Abenteuer. Andalusien war jahrhundertelang Grenzland zwischen zwei Religionen, dem Christentum und dem Islam: Römer, Mauren, Araber und andere Völker ließen hier eine einzigartige Kulturlandschaft entstehen: „Al Andalus“ nannten die Araber ihr Reich, das sie ab dem achten Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel schufen. Kirchen, die einst Moscheen waren, prunkvolle Paläste, arabische Badehäuser, blumenreiche Gärten und strahlend weiße Bergdörfer, die noch immer die ausgedörrte Landschaft prägen – das ästhetisch und kulturell faszinierende Kulturerbe zeigt sich hier überall.

Schmelztiegel zwischen Orient und Okzident

Meine Reise begann in Málaga – definitiv eine Stadt zum Verlieben: Die Küstenmetropole hat nicht nur wahnsinnig schöne Strände, Festungen, ein Meer von Kirchen und Kultur zu bieten, sondern auch unglaublich viel Charme. Die Geburtsstadt des Malers Pablo Picasso beherbergt gleich mehrere hochkarätige Museen und ist damit zu einer modernen Kunstmetropole avanciert. Die zweitgrößte Stadt Andalusiens glänzt mit 37 Museen, von denen sich die meisten im historischen Zentrum befinden. Málagas wohl berühmteste Sehenswürdigkeit ist die imposante Festungsanlage Alcazaba, die über der Altstadt thront und von der aus man einen fabelhaften Ausblick auf die Stadt hat.

Andalusien Malaga
Die Aussicht von der Festungsanlage Alcazaba in Málaga

Wer den Zauber aus Tausendundeiner Nacht spüren will, muss nicht unbedingt in den Orient reisen. Denn das vibrierende Granada – das der nächste Stopp auf meiner Reise war – entführt einen unweigerlich in eine faszinierende arabische Welt.

Granada Sunset
Traumhaft schöne Sonnenuntergänge in Granada

Granada ist die letzte Stadt, die 1492 durch die katholischen Könige von den Mauren zurückerobert wurde. Und wer sie besucht, fühlt sich fast wie auf einer Zeitreise: Die schmalen Gäßchen, verwunschenen Gärten und mittelalterlichen Bauwerke versetzen einen unweigerlich in längst vergangene Jahrhunderte zurück.

Granada
Alhambra: Eine Festung wie aus einem Märchen

Absolutes Must-See in Granada: Der etwa 13 Hektar große Sultanspalast Alhambra, dessen Mauern im Licht der Tageszeiten in den verschiedensten Rottönen leuchten und der deshalb auch die „rote Zitadelle“ genannt wird.

Alcazaba
Die Gärten der Alhambra: malerischen Grünflächen, Wasserläufe und Springbrunnen

Prächtige Wasserspiele, bunt verzierte Kacheln und islamische Ornamentik schmücken die Burganlage, deren Terrassen, Höfe und Paradiesgärten über und über mit Magnolien, Granatbäumen oder Rosen bestückt sind.

Wie ein riesiges Freilichtmuseum

Nicht weniger beeindruckt war ich von meinem nächsten Ziel: Córdoba. Die andalusische Stadt galt vor tausend Jahren als „Mekka des Westens“. Und die eindrückliche Moschee-Kathedrale Mezquita – seit 1984 UNESCO-Weltkulturerbe – erinnert bis heute daran. Mit ihren gestreiften Bögen und den unzähligen Goldmosaiken verzierten Gebetsnischen und dem Mix aus westlicher und arabischer Architektur zieht die Perle des alten Maurenreichs jeden Besucher unweigerlich in ihren Bann. Das Wahrzeichen der drittgrößten Stadt Andalusiens ist die Puente Romano, ein Meisterwerk römischer Baukunst. Das Museo de Julio Romero de Torres, der Palacio de Viana und das jüdische Viertel La Judería sollte man ebenfalls auf keinen Fall verpassen bei einem Besuch in Córdoba.

Cordoba
Nach der Schlacht von Munda von den Römern Brücke über den Guadalquivir errichtet: die Puente Romano in Córdoba

Eines meiner absoluten Highlights in Südspanien war allerdings Sevilla. Die quirlige Hauptstadt Andalusiens sprüht nur so vor Lebensfreude. Alleine der Name klingt wie Musik in den Ohren. Die wohl schönste Stadt Spaniens begeistert mit einer malerischen Altstadt, prächtigen Bauwerken aus der Maurenzeit und der größten Kathedrale der iberischen Halbinsel.

Sevilla La Giralda
Die La Giralda ist eine der besten Aussichtspunkte in Sevilla

Und Sevilla ist ganz genauso wie man es sich vorstellt: In den engen Gäßchen herrscht zu jeder Tageszeit buntes Treiben und das historische Zentrum der Stadt gleicht einem riesigen Freilichtmuseum – eine Sehenswürdigkeit folgt auf die nächste.

Sevilla
Pflicht bei einem Sevilla-Besuch: Der Plaza de España

Die unbestrittene Hauptsehenswürdigkeit in Sevilla ist der pompöse Königspalast Alcazar. Keinesfalls verpassen sollte man auch das Wahrzeichen Sevillas, den Glockenturm La Giralda und die gotische Kathedrale Santa María de la Sede. Ein weiteres Muss bei einem Sevilla-Besuch ist der beeindruckende Plaza de España. Wer an den mit bunt bemalten Kacheln verzierten Wänden des 50.000 Quadratmeter großen Platzes entlang geht, kommt sich vor wie in einem Märchen.

Die „geträumte Stadt“

Von Sevilla aus ging es dann weiter Richtung Süden – an die Strände der Costa de la Luz. Zunächst nach Cádiz, die als älteste Stadt Europas gilt. Cádiz ist eine bezaubernd schöne Küstenstadt, die mich vor allem mit ihrer wunderschönen Altstadt und der Kathedrale mit der goldverzierten Kuppel begeistert hat, von der aus man eine atemberaubende Aussicht auf das Meer und die Stadt hat.

Cadiz Strand
In Cádiz werden Urlaubsträume wahr

Mein nächstes Ziel an der wildromantischen Costa de la Luz – die Küste des Lichts – die vor allem von Sanddünen, zerklüfteten Felsen und starken Winden geprägt ist, war die weiß getünchte Küstenstadt Tarifa.

Tarifa
Tarifa: Surfparadies an der Costa de la Luz

Tarifa ist an der Straße von Gibraltar gelegen und mit ihrem ganzjährig starken Wind ein wahres Mekka für Wind- und Kitesurfer. Hipster-Cafés und stylische Boutiquen, Restaurants und Bars – der coole Surfer-Vibe zieht sich durch die ganze Stadt. In Tarifa trifft der Atlantik auf das Mittelmeer und deshalb lassen sich hier mit etwas Glück sogar Delfine, Wale oder auch Orcas beobachten.

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Einzigartiges Ronda: Ein Highlight Andalusiens

Faszinierend schön präsentierte sich auch mein letzter Stopp – das wohl berühmteste Dorf der „Pueblos Blancos“, den weißen Dörfer Andalusiens: Ronda, das sich in den Bergen des Hinterlandes der Costa del Sol befindet, nur eine Fahrtstunde von Málaga entfernt. Das malerische Städtchen liegt auf einem rundum steil abfallenden Felsplateau, das beeindruckende Ausblicke bietet: Von der berühmten Steinbrücke Puente Nuevo zum Beispiel, die 120 Meter über der Schlucht El Tajo über den Felsen schwebt und die Alt- und Neustadt miteinander verbindet.

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Über die atemberaubende Schlucht El Tajo spannt sich die beeindruckende Puente Nuevo

In dem malerischen Ort hat übrigens auch der deutsche Dichter Rainer Maria Rilke Inspiration gefunden und gleich einige Monate hier gelebt. Liebevoll nannte er Ronda „die geträumte Stadt“. Kein Wunder, denn die wunderschöne Stadt, in der die Häuser mit den Felsen verschmolzen zu sein scheinen, ist wirklich ein absoluter Traum!

Fazit zu meiner besten Reiseerfahrung

Der Duft von Orangenblüten und der Klang von leidenschaftlicher Flamenco-Musik in der Luft, warme Sonnenstrahlen, die durch das Gassenlabyrinth der weiß gekalkten Dörfer dringen – Andalusien ist nicht nur die südlichste Region Europas, sondern definitiv auch eine der schönsten. Der Reiz Andalusiens macht für mich aber vor allem die spannende Geschichte der Region aus. Von schneebedeckten Dreitausendern der Sierra Nevada bis hin zu sonnen überfluteten, subtropischen Küstenregionen mit paradiesischen Stränden – Andalusien hat viele Gesichter – und genau das hat mich am meisten beeindruckt an dieser Reise. Was ich allerdings unter anderem auf meinem Trip nicht gesehen habe, ist die Wüste von Tabernas und die El Chorro-Schlucht – Grund genug also, um schon bald wieder in die zauberhafte Region in Südspanien zurückzukehren!

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