Im Januar könnten Reisen in Europa und weltweit wieder deutlich einfacher werden. Statt einer Quarantäne bei der Rückkehr aus Risikogebieten soll zukünftig vor der Rückreise ein negatives Testergebnis vorgelegt werden.

Das Coronavirus hat Reisen in den letzten Monaten entweder unmöglich oder sehr komplex gemacht. Das liegt auch daran, dass sich die Regeln immer wieder geändert haben. Während im Frühjahr zuerst generell keine Reisen ins Ausland mehr möglich waren, da die Grenzen geschlossen wurden, gab es im Frühsommer nur noch wenige Einschränkungen. Im Sommer dann wurde eine Testpflicht bei Rückkehr aus als Risikogebiet eingestuften Ländern eingeführt, ehe seit dem 8. November eben jene Pflicht weggefallen ist. Seitdem müssen Rückkehrer aus Risikogebieten zwingend für zehn Tage in Quarantäne, die sie nach fünf Tagen durch ein negatives Testergebnis verlassen können. Diese Regeln könnten sich nun erneut ändern, wie aus einem Entwurf zur neuen Corona-Schutzverordnung aus dem Bundesgesundheitsministerium, welcher der Bild-Zeitung vorliegt, hervorgeht.

Einreise nach Deutschland nur noch mit negativem Testergebnis

Der Entwurf der neuen Corona-Schutzverordnung geht mit Blick auf die Rückreise aus Risikogebieten einen anderen Weg als die aktuelle Regelung. Besonders pikant ist sicherlich, dass bei einer Einreise aus Risikogebieten außerhalb des Schengen-Raums zukünftig zwingend schon vor der Rückreise ein maximal 72 Stunden altes negatives Testergebnis vorliegen muss. Das bedeutet konkret, dass der Test zwingend noch am Reiseort gemacht werden muss. Sofern ein solches negatives Ergebnis nicht vorgelegt werden können, darf etwa eine Flug- oder Bahngesellschaft einen Passagier nicht befördern – eine Rückreise nach Deutschland ist dann nicht möglich, was sicherlich rechtliche Frage aufwirft. Laut weiterführenden Informationen soll dies allerdings nicht für Deutsche und EU-Bürger gelten. Alternativ soll auch ein Immunitätsnachweis oder der Nachweis einer Impfung ausreichen, um zurück nach Deutschland reisen zu können.

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Für Einreisen aus Risikogebieten innerhalb des Schengen-Raums ist in dem Entwurf die Rede davon, dass 72 Stunden nach der Einreise dem Gesundheitsamt ein Testergebnis, Impf- oder Immunitätsnachweis vorliegen müsse. Nach der digitalen Reiseanmeldung müssen sich Reiserückkehrer also an ihr Gesundheitsamt wenden, um den Nachweis zu erbringen. Die Rede ist zudem nur von Rückreisen aus Risikogebieten innerhalb des Schengen-Raums, sodass nicht ganz klar ist, ob sich auch Rückreisende aus Risikogebieten außerhalb Europas noch einmal beim Gesundheitsamt melden müssen. Generell sollte man im Blick behalten, dass es sich um einen Entwurf handelt, der noch von der Regierung und je nach rechtlicher Ausgestaltung auch dem Parlament abgesegnet werden muss – Änderungen sind also weiterhin möglich.

Testpflicht soll die Quarantäne nach Rückreise ersetzen

Die neue Testpflicht vor der Rückreise sollte allerdings nicht nur negativ betrachtet werden, denn im Gegenzug soll laut des Entwurfs die zwingende Quarantäne bei der Einreise entfallen. Das würde damit generell auch für jeden gelten, der geimpft ist oder seine Immunität nachweisen kann. Damit wären Reisen in Risikogebiete wieder deutlich einfacher möglich, denn aktuell ist bei der Rückkehr immer eine zwingende Quarantäne von zehn Tagen möglich, die frühestens nach fünf Tagen durch einen negativen Test beendet werden kann. Diese Regelung, die aktuell in allen Bundesländern außerhalb Nordrhein-Westfalen gilt, würde im Gegenzug zur Testpflicht vor der Rückreise wegfallen. Als Risikogebiet sind aktuell die meisten Regionen in Europa und weltweit eingestuft, da sich das Robert-Koch-Institut bei der Einstufung von Risikogebieten an einem Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und weiteren Kriterien orientiert.

Inkrafttreten könnte die neue Verordnung voraussichtlich im Januar. In dem Entwurf ist zwar kein konkretes Datum genannt, die Rede ist aber davon, dass die neuen Regeln “im Laufe des Januar” die alte Verordnung ersetzen sollen. Man kann entsprechend gespannt sein, wie die Beratungen in den kommenden Tagen und Wochen laufen und ab wann die neuen Regeln gelten werden.

Fazit zum Wegfall der Quarantäne für Reiserückkehrer

Das Gesundheitsministerium hat einen Entwurf für eine neue Quarantäneverordnung vorgelegt, der es in sich hat. Statt einer Quarantäne bei der Rückreise soll zukünftig ein negatives Testergebnis oder ein Impf- beziehungsweise Immunitätsausweis notwendig sein, wenn man aus einem Risikogebiet zurückkehrt. Für den einen oder anderen dürften Reisen in als Risikogebiet klassifizierte Regionen dadurch deutlich einfacher werden. Gleichzeitig ist noch einmal darauf zu verweisen, dass es sich bislang nur um einen Entwurf handelt. Wann und in welcher Form dieser konkret Inkrafttreten wird, ist bislang noch nicht klar.

Autor

Moritz liebt nicht nur Reisen, sondern auch Luxushotels auf der ganzen Welt. Mittlerweile konnte er über 500 verschiedene Hotels testen und dabei mehr als 100 Städte auf allen Kontinenten kennenlernen. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen besonderen Erlebnissen teilhaben!

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  • Andy, verstehe nicht was Du meinst…wer nickt denn alles ab? Hier geht es dch um das Thema Reisen und das ist z.Zt. eben nicht so einfach , weil die Regierung komplett ahnungslos ist was dieses Thema angeht.

  • Hey liebe Kommentarschreiber, bevor ihr schimpft, bitte mal das Original lesen. In §3 (2) steht, dass der Test vor Einreise NICHT für deutsche und EU-Staatsbürger notwendig wäre (wenn es denn so kommt). Haben der Bildredakteur und Moritz bestimmt nur übersehen.
    Was aber bleibt ist, dass man 72 Stunden NACH der Einreise einen negativen Test vorlegen soll. Aber das sollte ja klappen, wenn man den Test gleich an einer der Flughafen-Testcenter durchführt. Schöne Grüße

    • Hallo Tobi, danke für den Hinweis. Leider liegt uns das Original noch nicht vor, ansonsten hätten wir die Information natürlich entsprechend erwähnt. Hast du zufällig einen öffentlichen Zugriff auf das Dokument? Wir müssen aktuell leider auf die Kollegen von Springer verlassen, um über das Thema zu berichten.

  • Das hieße letztlich, dass ich als Deutscher Staatsbürger nicht in mein Heimatland einreisen darf, obwohl nicht geklärt ist, ob ich erkrankt bin oder nicht. Eigentlich sollte ich IMMER in mein Heimatland einreisen dürfen. Unfassbar, was man sich da wieder ausdenkt!

  • Diese Regelung ist zum einen völliger Unsinn. Neben den Argumenten von Peter muss mich ja auch das Land erstmal testen. Und wenn es am Tag meiner Abreise plötzlich Risikoland wird? Woher dann so schnell einen Test bekommen? Zum anderen hat Frau Ministerin K. gerade an die Wirtschaft appelliert, den Geimpften keine Sonderbehandlung zukommen zu lassen. Und was macht die Regierung? Sie beabsichtigt eine solche schon vor der ersten Impfung. Eine solche inkompetente Chaostruppe wie unsere Regierung in Coronazeiten habe ich in meinen 55 Lebensjahren noch nie gesehen.

  • Für Türkeireisende ist das schon seit einiger Zeit so mit dem Test vor Abreise! Etwas Umständlich, aber immer noch besser als Quarantäne! Wenn jetzt der Schnelltest ausreicht, ist das alles OK. …. Wie soll das mit dem Immunitätsausweis funktionieren? Viele die Positiv waren sind keine Antikörper mehr nachweisbar! Das bedeutet nicht, das diese nicht immun sind. Oder reicht mein Positiv-Testergebnis von vor 2-3 Monaten??? …. Fragen über Fragen …. Wenn ich in einem Land bin, welches über wenig Testmöglichkeiten verfügt, was dann? Muss ich dann auf unbestimmte Zeit da bleiben? 😀 …. ich bin gespannt was wieder für “tolle Ideen” letztendlich beschlossen werden! … Auf dem Schwarzmarkt/Internet werden wohl schon gefälschte Impfausweise gehandelt 😀 Denn so richtig fälschungssicher ist der Ausweis ja bisher noch nicht wirklich!

  • Mir stellt sich dann die Frage was bei Hin- und Rückflügen ist wo nur eine Nacht dazwischen liegt.
    Beispiel Griechenland:
    Hier wäre ja ein Testergebnis vorhanden(für die Einreise), dass im Idealfall nicht älter wie 72 Stunden ist, nur es ist dann halt nicht aus dem Abreiseland 🙂

  • Dann würde ich lieber freiwillig nach Reiserücktritt in Deutschland in Quarantäne gehen, anstatt mich im Ausland um ein Testlabor kümmern zu müssen und auf das Ergebnis zu warten bevor ich meinen Rückflug antreten darf. Was wäre denn, wenn das Testergebnis im Reiseland positiv ist? Welches Hotel nimmt mich dann auf und wie lange müsste ich im Ausland verbringen bzw. dort in Quarantäne? Dieser Plan von der Regierung ist doch total danehmen und undurchdacht. Das wäre die absolute Katastrophe für die Reisebranche.

    • Das ist doch Quatsch, die meisten Airlines bieten aktuell schon eine COVID Versicherung kostenlos mit an, dh Hotelkosten ecc werden getragen. Bei einem milden Verlauf kann man auch in den meisten Staaten (China ausgenommen) in Hotels Quarantäne machen. Ginge auch in Deutschland, macht auch Sinn, da 1) keine weiteren Personen im Haushalt infiziert werden und 2) die Hotelbranche wieder etwas Geld einnehmen könnte.

      Ich selbst Vielflieger der nur auf so eine Neuregelung wartet, da ich nicht Lust auf 5 Tage Quarantäne alle 2 Wochen habe. Vor de,m 8.11 war reisen mit diesem Modell möglich und machbar!

    • Ich habe in dieser ganzen Plandemie noch keine einzige Aktion dieser Regierung gesehen, die irgendeine zielführende Lösung auch nur im Ansatz geboten hätte. Von daher Logik und die Handlungen sind eher als diametral zu betrachten. Hier wird wirklich im Minutentakt eine sinnbefreitere Idee nach der anderen aus der Hutschnur gezaubert. Wahrscheinlich muss man zukünftig einen Nachweis aus dem menschlichen Impf-Experiment bringen um wieder nach Deutschland zurück zu “dürfen”.

    • Dem kann ich mich nur anschließen. Sollte so eine Regelung kommen, dass ich dann auch noch damit beschäftigt bin im Gastland, verzichte ich auf Reisen wo dies erforderlich ist. Sollte das so kommen wird man der Reisebranche einen weiteren Bärendienst geben.

    • Genau diese Regelung wird schon seit diesem Jahr für Rückreisende aus der Türkei angewendet (hier darf der Test sogar nicht älter als 48 Stunden sein) ohne dass es “eine totale Katastrophe für die Reisebranche” ist. Ganz im Gegenteil, es ermöglich Reisen überhaupt erst. Wer nicht in der Lage ist, im Ausland einen Coronatest machen zu lassen, sollte vielleicht tatsächlich besser auf Reisen verzichten.

      • Ist ja ein tolles Gefühl darauf gespannt zu sein ob der Test rechzeitig ferig ist oder nicht, nicht wahr? Unglaublich was die meisten so alles begrüßen, aber genau wegen solchen Menschrn, die alles abnicken passiert das jetzt alles.

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