Normalerweise liegt unser Schwerpunkt hier bei reisetopia ganz klar auf Hotels, vor allem natürlich solche mit Punkteprogrammen. Dennoch habe ich mich bei meinem Trip durch Florida ganz bewusst dagegen entschieden, den großen Marken wie Marriott, Hilton oder InterContinental treu zu bleiben.

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Warum für mich Motels in den USA, besonders in Florida, die bessere Alternative waren und was Ihr dort erwarten könnt, lest Ihr in diesem Artikel!

Dieses Review ist Teil des Tripreports “Roadtrip durch Miami” dessen andere Teile sowie Erklärungen zur Buchung Ihr im Übersichtspost findet!

Warum mich die großen Ketten in den USA nicht überzeugt haben

Wir sind bei reisetopia generell großer Fan von Hotelketten, sowie deren Loyalitätsprogrammen. Warum? Weil diese es ermöglichen, tolle Hotels überall auf der Welt zum günstigen Preis zu erleben, dabei Vorteile zu genießen und oben drauf noch wertvolle Punkte zu sammeln. Da fragt man sich doch, warum ich ausgerechnet in der Heimat der Ketten diese nicht unbedingt für die beste Wahl halte? Gründe dafür gibt es eigentlich zwei. Zum einen ist die Qualität der Hotels oftmals deutlich unter dem, was man in Europa oder Asien bekommt und zum anderen ist der Wert des Status eher gering.

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Nicht, dass die Kettenhotels in den USA prinzipiell schlecht seien, aber in einem “normalen” Marriott oder Hilton in den USA erwartet einen einfach deutlich weniger als in den europäischen oder asiatischen Ablegern der Kette. Das sieht man schon alleine an der Bewertung der Hotels. Zwar kann man sich auf das Sterne-System keineswegs verlassen, auch weil es schlicht und ergreifend kein festes System gibt, dennoch geben diese ein Anzeichen. In den USA gibt es kein einziges Hilton oder Marriott, das eine 5-Sterne Bewertung aufweist, sogar höherwertige Marken wie Conrad, Waldorf Astoria oder InterContinental haben in den USA zumeist vier anstatt wie in Europa oder Asien üblich fünf Sterne. Darüber hinaus ist das Preisniveau, besonders in Florida doch eher anspruchsvoll. Ein Hilton oder Marriott schlägt selten mit weniger als 200 US-Dollar zu buche. Wenn ich einen solchen Betrag für eine Hotelnacht bezahle, dann muss es schon ein wirklich gutes Hotel, etwa das Ritz-Carlton Berlin oder Ähnliches sein.

Das andere Thema ist der Status in einer Hotelkette, der sich, wie wir an vielen Stellen predigen, sehr lohnen kann. Da die Programme in den USA aber deutlich beliebter sind, gibt es auch deutlich mehr Statusinhaber. Das führt natürlich dazu, dass die Hotels weniger Benefits vergeben und der Status einfach prinzipiell weniger wertvoll ist. Das betrifft zum Beispiel das Thema Frühstück. Dieses ist etwa mit dem Hilton Gold oder Diamond Status generell kostenfrei, was in Europa und Asien in der Regel dazu führt, dass man das komplette Frühstück genießen kann. Nicht so in den USA, hier gibt es oftmals nur ein kontinentales Frühstück, das gerne auch nur aus einem Kaffee und einem Croissant besteht oder einen Gutschein über 15 US-Dollar.

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Wirklich gute Hotels wie das Langham Chicago gibt es in den USA eher selten

Bei den normalen Preisen in einem Luxushotel gibt es dafür dann einen Orangensaft und einen Kaffee – vor Steuern und Trinkgeld versteht sich. Somit habe ich bei meinem Trip nach Florida bewusst eine andere Art von Unterkunft gewählt – Motels.

Was bieten Motels in den USA?

Die meisten haben sicherlich eine Vorstellung davon, wie ein Motel aussieht. So ging es auch mir und es stellt sich heraus, dass diese sogar überraschend akkurat ist. Natürlich kann man keinesfalls alle Motels über einen Kamm scheren, dennoch möchte ich versuchen einige Gemeinsamkeiten zusammenzufassen. In der Regel fahrt Ihr bei einem Motel vorne an einer Rezeption vor und erhaltet den Schlüssel für Euer Zimmer. Meist sind die Gebäude um einen großen Parkplatz herum aufgebaut, das Gebäude selbst hat zwei Stockwerke. Direkt vom Auto kommt Ihr also in das Zimmer.

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Bei den von mir besuchten Motels hatte das Zimmer zwei Queen Size Betten und war angenehm groß. Das Badezimmer ist in vielen Fällen mehr oder minder mit im Zimmer.

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Nur die Dusche und die Toilette sind abgetrennt. Wovon Ihr ebenfalls ausgehen könnt, ist dass Euer Zimmer über eine Klimaanlage verfügt, meist hat diese in etwa die Größe eines Sessels.

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Viele Motels bieten zudem auch noch einen Pool und natürlich die in den USA absolut essentielle Eismaschine.

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Die Qualität der Zimmer unterscheiden sich natürlich von Motel zu Motel, aber meiner Erfahrung nach waren die Häuser, die ich für 50 bis 80 Euro pro Nacht buchen konnte total in Ordnung. Darüber hinaus gibt es in der Regel kostenfreies Frühstück, das noch einmal einen eigenen Absatz wert ist.

Wie sieht das Frühstück in US-Motels aus?

Das Thema Frühstück ist das einzige, bei dem ich die Kettenhotels doch ein wenig vermisst habe. Zuerst einmal kann man davon ausgehen, dass das komplette Frühstück auf Plastik verzehrt wird. Becher, Besteck, Strohhalme, Teller alles ist aus Plastik oder Pappe – natürlich damit man alles wegschmeißen kann. Dazu gibt es riesige Kaffeespender und natürlich mit Karamell oder Vanille angereicherte Kaffeesahne. Der Orangensaft kommt aus einer Maschine, deren Ergebnis eher nur entfernt verwandt mit der Frucht als direkt gepresst schmeckt.

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Das Buffet in Sachen Speisen besteht zumeist aus verschiedenen Arten von Toast, englischen Muffins, Rührei und natürlich verschiedene Formen von Fleisch. Von Bacon über Burgerpatties habe ich mehrere Formen gesehen, viele davon meiner Auffassung nach weniger frühstücksgeeignet, aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

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Ein echtes Highlight ist oftmals natürlich auch noch die Pancake-Maschine, die in einem Motel an der Westküste von Florida sogar vollautomatisch Pancakes hergestellt hat.

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Früchte oder frische Speisen waren in der Regel aber Fehlanzeige. Insgesamt wird man satt, besonders leckere oder gar gesunde Speisen sollte man aber nicht erwarten.

Fazit zu meinen Erfahrungen mit Motels in den USA

Insgesamt war ich mit meiner Entscheidung bei meinem Florida Trip auf Hotels der großen Ketten zu verzichten, sehr zufrieden. Sicherlich waren die Auto-Hotels nicht unbedingt luxuriös, boten trotzdem aber einen ausreichenden Komfort und darüber hinaus einen günstigen Preis. Viele der großen Ketten bieten auch eigene Motel-Marken an, wie Hampton Inn bei Hilton oder Holiday Inn Express bei IHG. Hier war ich auch einige Male und war ebenfalls zufrieden, wenngleich diese Häuser zumeist etwas teurer waren, als unabhängige Motels.

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Autor

Seit dem ersten Flug in der Business Class ist Jan besessen von Meilen & Punkten. Als Flug- und Reiseverrückter genießt er dabei den Weg ans Ziel mindestens genau so wie die schlussendliche Destination. Auf reisetopia gibt er Euch wichtige Tipps und hält Euch über aktuelle Deals auf dem Laufenden!

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  • Auch wenn der Motel-Flair sicherlich zu USA dazugehört, zieht es mich meistens doch eher in Hotels. Die Probleme der Ketten kann ich grundsätzlich bestätigen, insbesondere Hilton. Allerdings gibt es da durchaus auch sehr positive Beispiele wie z.b. sehr viele Properties der Hyatt Gruppe, außerdem auch viele der Hilton Gruppe, die nicht als Hilton sondern z.b. als Hampton, Hilton Garden Inn, Double Tree etc. gebrandet sind. Insbesondere Hotels der Linien Curio (Hilton) oder Autograph Collection (Marriott) sind häufig sehr gut.
    Am meisten zu empfehlen sind aus meinen Erfahrungen aber Hotels die Vereinigungen wie z.b. SLH, Preferred oder LHW angehören. Dort wurde ich bisher noch nie enttäuscht und die Statusvorteile lohnen sich in der Regel dort auch sehr. Also Hotels in den USA grundsätzlich abzuschreiben würde ich nicht empfehlen. Es gibt wirklich großartige Hotels, mit dem richtigen Status und guter Online Recherche landet man auch für USA-Niveau bei attraktiven Preisen (dass Hotels in den USA grundsätzlich ein höheres Preis-Niveau haben als hierzulande kann man nicht ändern).

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