Treibstoffzuschläge, auch generell als Gebühren bekannt, erweisen sich bei der Buchung von Tickets mit Meilen oft als Ärgernis. Doch welche Möglichkeiten gibt es überhaupt, den Treibstoffzuschlag zu umgehen und welche Programme bieten diese Möglichkeit?

Wer mit dem Meilen sammeln anfängt, der stellt sich oft die Frage, welches Vielfliegerprogramm das Richtige ist. Um das herauszufinden, gibt es zahlreiche Wege. Sicherlich sind die Sammelmöglichkeiten dabei das wichtigste Kriterium. Dennoch lohnt es sich auch, auf andere Aspekte eines Vielfliegerprogramms zu achten. Wer seine Meilen etwa nutzen möchte, um in den Genuss von Prämienflügen zu kommen, sollte sich auch Gedanken darüber machen, wie eine Einlösung funktioniert und was zur Buchung eines Prämienflugs notwendig ist. Denn der Großteil der Airlines verlangt neben den Meilen auch nicht zu vernachlässigende Zuzahlungen.

Diese Zuzahlungen verstecken sich hinter dem Begriff der Steuern und Gebühren. Diese Kosten müsst Ihr in aller Regel immer zahlen. Dabei ist es unerheblich, ob Ihr das Ticket ganz regulär kauft oder eben ein Meilenticket über ein Vielfliegerprogramm bucht. Einer der größten Posten innerhalb dieser Zuzahlungen ist der Treibstoffzuschlag oder auch Internationale Zuschlag. Was sich dahinter verbirgt und bei welchen Vielfliegerprogrammen Ihr mit niedrigen Zuzahlungen rechnen könnt, erfahrt Ihr in diesem Beitrag.

Steuern und Gebühren grundsätzlich auch bei Meilentickets

Die Zusammensetzung von Flugpreisen ist ein komplexes Unterfangen. Im Bereich der bezahlten Tickets bestimmen nicht zuletzt die Buchungsklassen die Höhe des Flugpreises. Wer dagegen einen Flug mit Meilen bucht, muss sich eher mit eingeschränkten Verfügbarkeiten und teils stark variierenden Schwankungen im Meilenwert herumschlagen. Zahlreiche Airlines setzen mittlerweile auf variable Meilenwerte und weichen damit von festen Award Charts ab, aus denen sich schnell erkennen lässt, wie viele Meilen für welche Strecke anfallen.

Eines haben bezahlte Tickets und Meilentickets aber gemein: Ihr müsst Steuern und Gebühren zahlen. Sind diese bei bezahlten Tickets in der Regel bereits im Endpreis eingerechnet, kommen diese bei Meilentickets noch obendrauf und werden separat berechnet. Dabei schwankt die Höhe dieser Zuzahlungen teils stark. Der Hintergrund dafür sind verschiedene Steuern und Gebühren, die je nach Airline, Strecke und Land erhoben werden. Schaut man sich die Steuern und Gebühren verschiedener Flüge einmal näher an, fällt dabei auf, dass der Treibstoffzuschlag mit besonders hohen Kosten daherkommt.

Was ist der Treibstoffzuschlag?

Hinter dem Treibstoffzuschlag verbirgt sich dabei keine wirkliche Steuer oder Gebühr. Denn anders als die anderen Posten in diesem Bereich wird der Treibstoffzuschlag, der bei einigen Airlines auch Internationaler Zuschlag oder Carrier imposed surcharge heißt, nicht an eine andere Stelle abgeführt. Andere Gebühren wie Sicherheitsgebühren oder Steuern werden an Flughäfen, den jeweiligen Staat oder andere Organisationen abgeführt. Der Treibstoffzuschlag verbleibt jedoch bei der Airline.

Lufthansa Buenos Aires

Somit ist der Treibstoffzuschlag eine kleine Mogelpackung. Denn die Zuordnung zum Bereich der Steuern und Gebühren suggeriert den Kunden, dass der Zuschlag ebenfalls abgeführt wird. In Wahrheit verbleibt dieser aber bei der Airline. Und anders als der Name vermuten lässt, wird der Treibstoffzuschlag dabei keinesfalls nur für den Treibstoff genutzt. Ursprünglich eingeführt wurde der Zuschlag, damit Airlines besser auf Schwankungen des Ölpreises reagieren können. Obwohl der Ölpreis jedoch in den vergangenen Jahren tendenziell gesunken ist, ist der Treibstoffzuschlag bei Airlines ziemlich konstant geblieben. Für die Airlines lohnt sich das. Mit dem Treibstoffzuschlag haben diese mittlerweile eine milliardenschwere weitere Einnahmequelle etabliert.

Und das ist gerade für Meilensammler besonders ärgerlich. Denn wie bereits angesprochen, fallen die Steuern und Gebühren immer an. Also auch dann, wenn Ihr ein Meilenticket bucht. So werden auch Meilenflüge gerne und schnell teurer als man anfangs vermutet hätte. Ganz besonders ersichtlich wird dies beispielsweise bei Meilenflügen in der Economy Class nach Nordamerika. Je nach Airline fallen die Steuern und Gebühren hier fast genauso hoch aus wie ein bezahltes Ticket. Nicht zuletzt deshalb lohnt sich die Einlösung von Meilen für Tickets in der Economy Class nur in den wenigsten Fällen.

Lässt sich der Treibstoffzuschlag umgehen?

Dennoch gibt es Wege, weniger Zuzahlungen zu leisten. Ganz grundsätzlich stehen Euch dabei drei Optionen zur Verfügung. Die erste Option ist die meist unpraktischste für Meilensammler. Es gibt Länder, die das Erheben des Treibstoffzuschlags gänzlich verbieten. Zu diesen Ländern gehören unter anderem Brasilien, die Philippinen und auch Neuseeland. Doch in einem anderen Land zu starten, ist in der Regel mit größerem Aufwand und nicht zuletzt auch mit Kosten verbunden, sodass sich der Start in einem anderen Land unter Umständen nicht einmal rechnet. Hinzu kommt, dass jene Länder, die den Treibstoffzuschlag verbieten, nicht in unmittelbarer Nähe zu Deutschland liegen.

Möglichkeit zwei ist es auf eine Airline zu setzen, die generell keine Treibstoffzuschläge erhebt. Dazu gehören etwa Avianca, LATAM und Singapore Airlines. Denn Airlines, die keine Treibstoffzuschläge erheben, können diese auch nicht an Kunden weitergeben, wenn diese ein Meilenticket kaufen. Wie genau die Treibstoffzuschläge bei den führenden Airlines aussehen, werden wir Euch an anderer Stelle ausführlicher vorstellen.

Singapore Airlines Airbus A380

Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, auf das richtige Vielfliegerprogramm zu setzen. Dies ist die vermutlich einfachste praktische Option. Neben Airlines, die keine Treibstoffzuschläge erheben, gibt es nämlich Vielfliegerprogramme, die Treibstoffzuschläge nicht an ihre Kunden weitergeben, wenn diese ein Meilenticket buchen. Teilweise ist das sogar dann der Fall, wenn die Airline, mit der Ihr fliegt, eigentlich Treibstoffzuschläge erhebt.

Welche Vielfliegerprogramme geben den Treibstoffzuschlag nicht weiter?

Zugegeben, die Zahl der Vielfliegerprogramme, die Treibstoffzuschläge nicht weitergeben, ist recht gering. Gerade einmal vier der beliebten Programme verzichten auf eine Weitergabe. Besonders hervorzuheben sind dabei das MileagePlus Programm von United sowie das Vielfliegerprogramm LifeMiles von Avianca. Diese beiden Vielfliegerprogramme geben grundsätzlich keine Treibstoffzuschläge weiter an ihre Kunden, wenn Ihr dort ein Meilenticket bucht.

Auch zwei weitere amerikanische Vielfliegerprogramme geben Treibstoffzuschläge in vielen Fällen nicht weiter. Das AAdvantage Programm von American Airlines hat etwa in der Regel keine Treibstoffzuschläge. Eine Ausnahme sind allerdings Flüge mit British Airways und Iberia. Hier werden die Treibstoffzuschläge tatsächlich an den Kunden weitergegeben. So sieht es auch bei Alaska Airlines Mileage Plan aus. Wollt Ihr mit British Airways, Hainan Airlines oder Icelandair fliegen, gibt Mileage Plan die Treibstoffzuschläge an Euch weiter. In jedem anderen Fall wird der Treibstoffzuschlag nicht erhoben. Für uns Europäer sind diese Einschränkungen dennoch besonders bitter, denn vor allem Flüge mit British Airways und Iberia gehören zu den beliebtesten Einlösungen der jeweiligen Vielfliegerprogramme.

Welche Vielfliegerprogramme erheben einen Treibstoffzuschlag?

Deutlich länger ist die Liste der Vielfliegerprogramme, die Treibstoffzuschläge grundsätzlich weitergeben. Hier sei allerdings angemerkt, dass die Höhe der Treibstoffzuschläge je Vielfliegerprogramm teils stark schwankt. Das wiederum liegt an der Airline, mit der Ihr fliegt.

Negativbeispiel: Miles and More und British Airways Executive Club

Eine besonders negative Ausnahme ist hier ausgerechnet Miles and More. Denn Deutschlands beliebtestes Vielfliegerprogramm ist ohnehin schon für hohe Zuzahlungen bekannt. Doch Miles and More geht sogar noch weiter und erhebt sogar für Flüge Treibstoffzuschläge, die mit Airlines durchgeführt werden, die eigentlich gar keinen Treibstoffzuschlag berechnen. Die Rede ist hier vor allem von United. Für Transatlantik-Flügen mit United, die Ihr über Miles and More bucht, zahlt Ihr immer einen Treibstoffzuschlag, den Miles and More auf dem Niveau der Lufthansa Flüge ansetzt. Deutlich günstiger wäre es hier, die jeweiligen Flüge über Uniteds eigenes Vielfliegerprogramm MileagePlus zu buchen.

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Doch Miles and More ist nicht das einzige Vielfliegerprogramm, das einen solchen Weg geht. Neben Miles and More ist auch der British Airways Executive Club für – insbesondere auf der Langstrecke – hohe Zuzahlungen bekannt. Besonders hoch sind diese für Transatlantik-Flüge. Und das selbst dann, wenn Ihr über den Executive Club Flüge mit American Airlines bucht. Die Airline selbst erhebt eigentlich gar keine Treibstoffzuschläge. Doch der British Airways Executive Club schlägt diese trotzdem auf und passt die Zuzahlungen damit dem Niveau der eigenen Flüge an. Dennoch gibt es in beiden Fällen auch Beispiele, die anders ausfallen.

Miles & More etwa erhebt keine Treibstoffzuschläge bei Flügen mit Eurowings, obwohl es sich um eine vollwertige Tochter der Lufthansa handelt. Auch bei Flügen mit Singapore Airlines fallen beispielsweise keine Zuschläge an. Gleichzeitig nimmt auch der British Airways Executive Club nicht immer entsprechende Zuschläge, etwa bei Flügen mit Cathay Pacific.

Treibstoffzuschläge bei SAS, Iberia und Singapore Airlines

Neben negativen Beispielen gibt es aber auch einige positive Ausreißer. Dazu gehört etwa Iberia Plus. Das Vielfliegerprogramm gibt Treibstoffzuschläge zwar grundsätzlich weiter. Das gilt allerdings nicht für Flüge, die von Iberia selbst durchgeführt werden. Und das, obwohl Iberia eigentlich Treibstoffzuschläge erhebt.

Ganz ähnlich verhält es sich auch bei SAS EuroBonus. Das beliebte Vielfliegerprogramm der skandinavischen Airline gibt Treibstoffzuschläge ebenfalls im Regelfall weiter. Allerdings nicht, wenn Ihr mit SAS selbst unterwegs seid. Auch SAS erhebt eigentlich Treibstoffzuschläge, wenn Ihr ein bezahltes Ticket kauft. Hier kommt man den eigenen Kunden aber ein ganzes Stück entgegen und verzichtet auf die Zuzahlung bei Meilentickets, die über das eigene Vielfliegerprogramm gebucht werden.

Die dritte positive Ausnahme gibt es beim Vielfliegerprogramm von Singapore Airlines. KrisFlyer gibt Treibstoffzuschläge zwar grundsätzlich weiter, wenn Ihr dort einen Flug mit einer anderen Airline der Star Alliance bucht. Bucht Ihr dagegen einen Flug mit Singapore Airlines selbst, fallen keine Treibstoffzuschläge an. Das liegt ganz einfach daran, dass Singapore Airlines schon als Airline selbst keine Treibstoffzuschläge erhebt. Hier kann also auch nichts weitergegeben werden.

Diese Programme geben den Treibstoffzuschlag grundsätzlich weiter

Abseits der positiven und negativen Beispiele geben die folgenden Vielfliegerprogramme Treibstoffzuschläge der jeweiligen Airlines grundsätzlich weiter:

Sonderfall: Delta SkyMiles

Etwas komplizierter sieht es beim dritten großen amerikanischen Vielfliegerprogramm aus. Delta SkyMiles gibt Treibstoffzuschläge nämlich in manchen Fällen weiter, in anderen nicht. Bucht Ihr einen Flug ab Europa, könnt Ihr Euch insbesondere auf dem Weg nach Nordamerika darauf einstellen, dass der Treibstoffzuschlag weitergegeben wird. Nur bei Flügen mit Aerolineas Argentinas, Alaska Airlines, Garuda Indonesia, GOL, Kenya Airways, Korean Air, Saudia, Vietnam Airlines oder Virgin Australia werden generell keine Treibstoffzuschläge weitergegeben. Im Falle von Delta SkyMiles bedeutet das allerdings noch lange nicht, dass die Flüge dann geringe Zuzahlungen haben. Denn SkyMiles erhebt teilweise auch dann hohe Zuzahlungen, wenn es keinen Treibstoffzuschlag gibt.

Fazit zu den Vielfliegerprogrammen ohne Treibstoffzuschlag

Wer versucht Treibstoffzuschlägen zu entkommen, der kann sich bei der Wahl des richtigen Vielfliegerprogramms so richtig nur auf MileagePlus von United und Avianca LifeMiles verlassen. Denn diese Programme sind die einzigen, bei denen Ihr nie einen Treibstoffzuschlag zahlen müsst, egal ob Ihr mit United, der Lufthansa oder Avianca unterwegs seid. Die meisten anderen Vielfliegerprogramme schützen Euch dagegen nicht vor Treibstoffzuschlägen. Insbesondere die großen europäischen Vielfliegerprogramme geben Treibstoffzuschläge in der Regel an Kunden weiter, sodass Ihr diese auch bei der Buchung von Meilentickets zahlen müsst. Mitunter lohnt sich aber ein Blick auf SAS EuroBonus und Iberia Plus. Denn diese beiden Programme geben zumindest dann keine Treibstoffzuschläge weiter, wenn Ihr mit SAS selbst bzw. Iberia selbst fliegt. In anderen Fällen lohnt es sich, mit Airlines zu fliegen, die grundsätzlich keine oder nur geringe Treibstoffzuschläge erheben. Einen ausführlichen Beitrag dazu findet Ihr in Kürze bei uns.

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  • Umkehrung der Vorteile bei Mileage Plus – ich kann LH-Flüge auf Meilen buchen und zahle keinen Treibstoff-Zuschlag. Und für alle US-Airlines gilt, dass sie lediglich US$ 5,60 erheben für Abflüge ab USA, max. 11,20, wenn man in USA mit Flughafenwechsel umsteigen muss (Beispiel: TPA-LGA/JFK-FRA mit DL). Da die Amerikaner mittlerweile alle Oneways auf Meilen ohne Meilen-Zuschlöge erlauben, kann man z.B. ex Europa auf UA hin und dann auf DL oder AA zurückfliegen, wenn man bei denen die jeweiligen Meilen sammelt.

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