Die Einlösung von Hotelpunkten lohnt sich meist besonders in den exklusivsten Hotels der jeweiligen Kette. Das ist auch bei Hilton der Fall. Doch ist es tatsächlich so attraktiv die Punkte in den beiden teuersten Hotels der Kette auf den Malediven einzulösen?

Während sich viele reisetopia Leser ganz intensiv mit Flugmeilen beschäftigen, bleiben Hotelpunkte oft ein wenig auf der Strecke – dabei ergeben sich auch hier enorme Möglichkeiten, um viel Geld zu sparen. Analog zu Airlines gilt das auch besonders dann, wenn man einer Kette sehr loyal ist. Wie attraktiv das am Ende sein kann, zeigen einige meiner Punkte-Einlösungen in den letzten Jahren, zuletzt etwa auf den Malediven. Doch sind die Deals wirklich so gut und welche Nebenkosten muss man im Blick haben?

Unglaubliche Ersparnisse mit Punkten für den Traumurlaub

Grundsätzlich muss man bei Hotelpunkten im Blick haben, dass die Punkte deutlich inflationärer sind als Flugmeilen, weswegen etwa 100.000 Hilton Punkte eher analog zu 25.000 bis 30.000 Miles & More Meilen zu sehen sind. Eine genaue Berechnung des Wertes von Punkten ist wie auch bei Meilen schwierig, im schlechtesten Fall holt man bei Hilton meist 0,3 bis 0,4 Cent pro Punkt heraus, im besten Fall kann es auch sieben oder achtmal so viel sein. Besonders attraktiv sind wie üblich Einlösungen in ganz günstigen oder ganz teuren Hotels. In der Vergangenheit konnte ich meine Punkte etwa wie folgt einlösen (Vergleichspreis jeweils zur Buchung direkt bei Hilton):

Ihr seht gut, dass ich in den ganz günstigen Hotels sogar noch einen Tick mehr herausholen konnte, als in den teuersten Hotels – dennoch fühlen sich Einlösungen in den besonders exklusiven Hotels noch einmal “besser” an. Am teuersten sind die Hotels von Hilton mit einigen Ausnahmen an bestimmten Daten in Metropolen auf den Malediven. Auch deshalb habe ich in der Hochsaison die Einlösung von Punkten für zwei Hotels gewählt und dabei wie folgt eingelöst (Vergleichspreis jeweils zur Buchung direkt bei Hilton):

Durch kurzfristige Änderungen meiner Reise musste ich jeweils noch eine zusätzliche Nacht buchen, bei welcher der Gegenwert minimal geringer war. Da die fünfte Nacht bei Einlösungen kostenfrei ist, bekommt man bei genau fünf oder genau zehn Nächten eine attraktive Einlösung hin als bei sechs Nächten. Ohne Zweifel habe ich dennoch einen enormen Wert pro Punkt erzielt, was auch daran liegt, dass man in beiden Hotels auch Punkte für die deutlich teureren Wasservillen einlösen kann und zudem bei der Einlösung auch die Steuern & Gebühren spart.

Ersparnis gegenüber Reiseveranstaltern & in der Nebensaison ist kleiner

Bei dieser schönen Rechnung gibt es allerdings einen Haken, den man zumindest im Blick haben muss: Resorts bucht vermutlich nur selten irgendjemand direkt bei einer Kette, weil die Preise selten mit denen mithalten können, die Reiseveranstalter bieten. Vergleicht man nun meine Einlösung auf den Malediven, wäre im Conrad in derselben Saison über Reiseveranstalter nur ein Preis von knapp 3.500 Euro für fünf Nächte angefallen, im Waldorf Astoria wären es etwa 9.000 Euro gewesen. Der Wert pro Punkte wäre demnach ein ganzes Stück niedriger gewesen. Gleichzeitig konnte ich bei meiner Buchung bei Hilton bis 14 Tage vor Anreise kostenlos stornieren und musste keinerlei Anzahlung leisten – auch das spielt bei der Wertermittlung zumindest eine Rolle.

Conrad Maldives Rangali Island Wege 2

Ebenfalls bedenken sollte man, dass zumindest die beiden Luxushotels auf den Malediven stark saisonal sind, was sich auch auf die Preise auswirkt. Besonders im Conrad sieht man diesen Effekt, denn wer in der Nebensaison im Sommer über einen Sale bucht, der kann das Hotel selbst direkt bei Hilton oftmals für weniger als 500 Euro die Nacht buchen, über Veranstalter sieht man von Zeit zu Zeit auch einmal Preise knapp über der 300 Euro Marke. Dann sind die Werte für die Einlösung mit Punkten natürlich schon nicht mehr ganz so hoch, wenngleich weiterhin attraktiv. Das liegt daran, dass die Einlösung mit Punkten immer gleich viel kostet – egal in welcher Saison, man das Conrad Maldives oder das Waldorf Astoria Ithaafushi bucht.

Generell bedenken muss man zudem, dass die Verfügbarkeit mit Punkten nicht immer gegeben ist. Besonders im Waldorf Astoria muss man meist genau ein Jahr im Voraus oder recht kurzfristig buchen, um etwa fünf Nächte am Stück zu finden, zu denen man Punkte einlösen kann. Im Conrad ist dies deutlich einfacher, zumindest für die Wasservillen muss man allerdings teilweise ein bisschen flexibler sein – das ist zweifelsfrei ein Nachteil.

Die Krux der hohen Nebenkosten und des teuren Transfers

Auf den Malediven kommt bei der Einlösung von Punkten noch ein weiteres Problem dazu: Anders als etwa im Conrad Koh Samui, wo die Nebenkosten recht gering ausfallen, oder auch in Stadthotels, wo man anderswo essen kann, ist man den Preisen der Hotels auf den Malediven komplett ausgeliefert. Nun sind diese generell sehr teuer, aber die beiden Hilton Luxushotels spielen noch einmal in einer ganz eigenen Liga – wohl auch, weil Punkte hier eben so eine attraktive Einlösung sind. Während etwa über Reiseveranstalter Buchungen mit Halbpension für zwei Personen teils nur zwischen 200 und 400 Euro extra pro Nacht kosten, ist ein solches “Upgrade” bei der Direktbuchung nach der Einlösung von Punkten deutlich teurer.

Conrad Maldives Rangali Island Wasserflugzeug

Meiner Meinung nach muss man auch nicht unbedingt die Halbpension wählen, teuer wird es aber dennoch. Das beginnt schon beim Transfer, um den man nicht herumkommt (und der bei Veranstalterbuchungen teils enthalten ist). Bei beiden Hilton Resorts liegt der Preis zwischen knapp 1.000 und 1.200 Euro hin und zurück für zwei Personen. Das ist natürlich eine ziemliche Hausnummer, gerade wenn man nur wenige Nächte bleibt. Doch auch beim Essen und allen anderen Dienstleistungen kommt man nicht günstig weg.

Hilfreich ist dabei, dass alle Inhaber von einem Hilton Gold Status oder Hilton Diamond Status kostenlos frühstücken und auch die Happy Hour nutzen können. Doch wer mittags und abends nicht verhungern möchte, der muss tief in die Tasche greifen. Ein Hamburger kostet üblicherweise um die 50 Euro inklusive Steuern, eine Pizza und Pasta liegen ähnlich oder gar noch höher. Wer sich für ein gutes Stück Fleisch oder einen Fisch entscheidet, der bezahlt für eine Portion auch einmal 100 bis 200 Euro. Menüs mit mehreren Gängen liegen meist zwischen 200 und 300 Euro pro Person.

Conrad Maldives Rangali Island Vilu Frühstück 12

Wie hoch die Nebenkosten genau ausfallen und was man noch für Aktivitäten ausgibt (ein- bis zweistündige Kreuzfahrten kosten zum Beispiel zwischen 100 und 200 Euro pro Person, Tauchgänge bei etwas längerer Dauer ähnlich viel), hängt natürlich sehr vom eigenen Gusto ab. Ich würde aber behaupten, dass 200 Euro am Tag das absolute Minimum sind, realistisch ist es, mit mindestens 400 Euro Ausgaben am Tag zu rechnen – ohne Transfer wohlgemerkt. Wer beispielsweise 10 Nächte in einem der beiden Resorts bleibt, sollte mit einem Budget von etwa 5.000 Euro für Speisen, Getränke, Aktivitäten und Transfers rechnen.

Für dieses Geld kann man bei manchen Veranstalter andere Resorts teils als All Inclusive Rate buchen. Zwar ist das Niveau hierbei nicht dasselbe, aber auch die eingelösten Punkte haben natürlich einen Wert. In jedem Fall sollte man im Blick haben: Ein mit Hilton Punkten auf den Malediven gebuchter Traumurlaub ist definitiv nicht günstig – ein gewisses Budget muss man mitbringen.

Hohe Ausgaben bringen “Cashback” & Statusverlängerung

Obwohl sich meine Kosten bei beiden Aufenthalten doch eher in Grenzen gehalten haben, ist mir noch ein anderer relevanter Vorteil ins Auge gesprungen: Bei je über 2.000 Euro Rechnungssumme und aktuellen Promotions sowie dem Bonus für meinen Diamond Status, habe ich insgesamt über 200.000 Punkte gesammelt – also jeweils eine Nacht in Form von Punkten wieder zurückbekommen. Dies führt gewissermaßen dazu, dass der wert der eingelösten Punkte wiederum steigt, weil man bei Buchungen über Veranstalter keine Punkte erhalten würde. Bei fünf Nächten läge der realistische Preis mit Einberechnung des Cashbacks also etwa im Conrad eher bei 300.000 Punkten.

Waldorf Astoria Maldives Ithaafushi Steg 2

Ein wenig kurios ist zudem, dass man bei Hilton über die sogenannten Basispunkte auch den Status verlängern kann. Wer nun viele tausend Euro Ausgaben ansammelt, der erhält auch enorm viele Basispunkte. Durch meinen Aufenthalt konnte ich meinen Diamond Status dadurch fast direkt verlängern. Auch das kann zumindest sehr praktisch sein und durchaus auch einen nicht gerade wenig relevanten Vorteil bedeuten.

Viel Geld und viele Punkte für einen außergewöhnlichen Urlaub

Nachdem ich sehr distanziert erklärt habe, was für Aspekte bei einer Buchung bedacht werden sollten, möchte ich in diesem Abschnitt ein wenig Emotionalität einbringen. Dies gilt besonders, weil ich schon mehrfach gehört habe, dass man die Punkte doch besser mit auf dem Papier schlechterem Gegenwert etwa im Conrad Bali oder anderen Resorts der Kette einlösen soll. Zum einen, weil die Nebenkosten dort deutlich niedriger sind und zum anderen, weil andere Resorts auch nicht viel schlechter wären. Genau hier muss ich ganz klar widersprechen: Das Conrad Maldives und das Waldorf Astoria spielen in einer gänzlich anderen Liga als alle anderen Urlaubshotels der Kette, die ich bislang kennenlernen durfte.

Waldorf Astoria Maldives Ithaafushi Strand 4

Ich will damit nicht Hotels wie das Hilton Bali, das Conrad Algarve, das Conrad Sanya, das Hilton Seychelles Labriz Resort und viele andere schlechtmachen, aber das Gesamterlebnis in den Spitzenhotels auf den Malediven ist nochmal ein ganz anderes. Wenngleich beide Hotels ihre Vor- und Nachteile haben, musste ich mir Urlaub bislang selten so wenige Gedanken machen wie hier. Das was die Preise angeht etwas günstigere Resort auf den Seychellen ist das einzige Hotel, das in meiner Erfahrung mit diesem Feeling mithalten konnte.

Waldorf Astoria Maldives Ithaafushi Overwater Villa Terrasse 20

Es steht außer Frage, dass man es mögen, muss, ein paar Tage nur zu entspannen (was mir eigentlich sehr schwerfällt), aber genau dann sind die beiden Resorts auf den Malediven das Non-Plus-Ultra. Von morgens bis abends muss man sich keine großen Gedanken machen und kann immer zwischen voller Entspannung (= nichts tun, außer zum Essen gehen) und jeder Menge Aktivitäten (= schnorcheln, SUP, Sport, …) wählen und findet alles direkt vor der Haustür. Dazu habe ich gerade die Inselspaziergänge auf Rangali Island als unglaublich entspannend wahrgenommen – so etwas gibt es anderswo auf der Welt schlichtweg nicht.

Durch den Kauf von Hilton Puntken zum Traumurlaub

Interessant ist an der Einlösung von Punkten für einen Aufenthalt im Conrad Maldives oder dem Waldorf Astoria auch, dass man die Punkte ganz einfach kaufen kann. Bei den regelmäßigen Aktionen, kann man die Punkte meist mit 100 Prozent Bonus kaufen. Aktuell kann man zum Beispiel bis zu 160.000 Punkte + Bonus, also insgesamt 320.000 Punkte kaufen. Dafür bezahlt man in diesem Fall 1.600 US-Dollar (~ 1.465 Euro).

  • Aktion: Hilton Honors Punkte kaufen
  • Bonus: 100 Prozent
  • Ablaufdatum: bis 27. Mai 2020
  • Limit: zwischen 80.000 und 160.000 Punkten + Bonus

Wer also schon ein paar Punkte auf dem Konto hat, der kommt allein mit diesem Kauf schon fast an fünf Nächte im Conrad Maldives und bezahlt somit pro Nacht am Ende selbst mit komplett gekaufen Punkten bei einer Einlösung von fünf Nächten insgesamt nur knapp 1.700 Euro für den Aufenthalt. Gerade in der Hauptsaison ist das selbst im Verhältnis zur Buchung über Reiseveranstalter ein hervorragender Deal und meiner Meinung nach auch trotz der hohen Nebenkosten eine tolle Möglichkeit, um verhältnismäßig günstig an einen echten Traumurlaub zu kommen.

Wer die Punkte sowieso nebenbei, etwa bei geschäftlichen Aufenthalten, sammelt, der muss den Wert der Punkte generell nicht ganz so sehr im Blick haben. Dennoch sollte man immer bedenken: Man könnte die Punkte auch anderweitig einlösen, sodass sie immer einen gewissen Wert haben. Anderswo wäre dieser wahrscheinlich nur deutlich niedriger. Weniger attraktiv ist übrigens der Transfer von einer American Express Kreditkarte zu Hilton. Dies liegt nicht daran, dass es sich grundlegend um einen schlechten Deal handeln würde, sondern mehr daran, dass der Transfer zu Fluggesellschaften schlichtweg attraktiver ist. Der direkte Kauf ist so meist die bessere Variante als ein Transfer von Amex Punkte, die man auch anderweitig geschickt einlösen könnte.

Fazit zur Einlösung von Hilton Punkten auf den Malediven

Vor meinem Aufenthalt in den beiden Hilton Luxushotels auf den Malediven habe ich lange darüber nachgedacht, ob die Einlösung sich wirklich lohnt. Immerhin könnte man mit vielen hunderttausend Punkten und etwa 5.000 Euro in anderen Resorts gar Monate verbringen. Doch wer sich wirklich einmal einen außergewöhnlichen Urlaub gönnen möchte, der findet in den beiden Resorts eine perfekte Möglichkeit dies zu einem durch die Punkte erträglichen Preis zu tun. Bedeutet das zwingend, dass die Einlösung das Richtige für jeden ist? Absolut nicht, denn zum einen muss man einen solchen Urlaub überhaupt mögen und zum anderen muss man dieses Level an Luxus wollen – nur dann ist der Gegenwert der Punkte auf den Malediven wirklich exzeptionell.

Autor

Moritz liebt nicht nur Reisen, sondern auch Luxushotels in aller Welt. Auf der Suche nach neuen Erlebnissen hat Moritz schon dutzende Airlines getestet und mehr als 100 Städte erkundet. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen Erlebnissen & Tipps teilhaben!

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  • Hallo zusammen

    Toller Bericht, danke dafür!

    Frage/Problem:
    Auf der Page vom Conrad Maledives zeigt es mir NIE verfügbare einfache Wasservillen an (nicht die luxuriösen…). Ich habe jetzt beinahe 10 verschiedene Daten ausprobiert. Kennt ihr das Problem? Sind diese bereits ein Jahr im Voraus ausgebucht?

    Danke für euer Feedback und macht weiter so 🙂

    Claudio

    • Hey Claudio, die Verfügbarkeiten im Conrad sind für Wasservillen in der Tat deutlich schlechter, da musst du idealerweise ein Jahr im Voraus buchen, wenn du in der Hauptsaison reisen möchtest.. Viele Grüße

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