Unsere kanadische Autorin Vicky hat vor Kurzem darüber berichtet, wie sie zurück zu ihrer Familie nach Kanada gereist ist. Jetzt, wo sich die Lage allmählich beruhigt, hat Vicky sich dazu entschieden, wieder zurück nach Deutschlad zu kommen. Nun teilt sie mit Euch ihre Erfahrungen, damit auch Ihr gut vorbereitet seid, wenn Ihr das nächste Mal fliegen werdet.

Das Fliegen während der Coronavirus-Krise gestaltete sich schwieriger, als Vicky es sich vorgestellt hatte. Denn am Flughafen zu warten und an Bord zu gehen, macht bei Weitem nicht mehr so viel Spaß wie vor ein paar Monaten. Die Flughäfen sind völlig leer, die Lounges und Duty-Free-Shops geschlossen, die Flugbesatzung sieht aus wie medizinisches Personal und überall werden einem komische Blicke zugeworfen.

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Um Eure nächste Reise-Erfahrung mit dem Flugzeug so angenehm wie möglich zu gestalten, gibt Vicky nun ein paar Tipps, die sie gerne vor dem Einsteigen in das Flugzeug gewusst hätte.

1. Tragt eine Maske und nehmt eine Ersatzmaske mit

Auf den meisten Flughäfen ist das Tragen einer Maske inzwischen Pflicht. In Deutschland gibt es eine solche Pflicht zwar noch nicht, jedoch bei einzelnen Airlines wie etwa der Lufthansa Group. So haben mehrere Fluggesellschaften angegeben, dass sie keinen Passagier ohne Maske oder ohne Gesichtsbedeckung an Bord lassen werden. Eine Übersicht über die Airlines mit Maskenpflicht findet Ihr hier.

Einen Tag vor Vickys Flug erhielt sie also eine Mitteilung der Lufthansa, in der erklärt wurde, dass das Tragen einer Maske an Bord aller Flugzeuge der Fluggesellschaft obligatorisch sei. Kurz zuvor hatte sie auch eine Mitteilung des Montrealer Flughafens Pierre Elliott Trudeau erhalten, in der ihr mitgeteilt wurde, dass das Tragen einer Maske auf allen Flughäfen in Kanada Pflicht sei. Sie hatte also mehr oder weniger zwei Tage Zeit, um Masken zu finden, was – meiner Meinung nach – mehr als genug Zeit ist.

Wenn das Tragen einer Maske auf Eurem Flug also auch obligatorisch ist, werdet Ihr sicherlich einige Stunden (oder sogar Tage) vor Eurem Abflug eine E-Mail erhalten.

Da Vicky kein Risiko eingehen wollte, hat sie nicht nur eine, sondern gleich drei Masken mitgebracht. Sie habe wiederverwendbare Stoffmasken gekauft, die alle zwei Stunden gewechselt werden müssen. So konnte sie während des Fluges mehrmals die Maske wechseln und für maximale Sicherheit sorgen. Bei einem Flug würde ich auch Euch empfehlen, mehrere Masken mitzunehmen, denn man weiß nie, wie lange man wirklich unterwegs sein wird und wie sicher die Masken nach einer bestimmten Zeit noch sind.

Ein kurzer medizinischer Hinweis: Wenn Ihr Eure Maske wechselt, müsst Ihr darauf achten, sie in einen geschlossenen Plastikbeutel zu legen, damit mögliche kontaminierte Tröpfchen nicht aus der Maske austreten können. Stellt zudem sicher, dass man wiederverschließbare Plastiktüten für jede der Masken hat.

2. Verlasst Euch nicht auf Flughafen-Lounges, Restaurants und Duty-Free-Shops

Die meisten Geschäfte und Restaurants in den Flughäfen sind aktuell geschlossen. Rückläufige Passagierzahlen machen ihren Betrieb wahrscheinlich einfach unrentabel. Am Flughafen Pierre Elliott Trudeau in Montreal waren nur einige wenige Restaurants geöffnet, die Mahlzeiten zum Mitnehmen anboten. Dasselbe beobachtete Vicky auf den Flughäfen in Frankfurt und Berlin.

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Sie geht jedoch davon aus, dass mit der Aufhebung der Reisebeschränkungen diese Geschäfte nach und nach wieder geöffnet werden. Ein paar Stunden auf dem Flughafen zu verbringen wird daher in den kommenden Wochen – oder sogar Monaten – wahrscheinlich etwas angenehmer sein als in ihrem Fall. Trotzdem solltet Ihr Euch eben nicht auf die Restaurants verlassen und gegebenenfalls eigene Mahlzeiten mitbringen, vor Allem wenn Ihr besondere Essenwünsche bzw. Unverträglichkeiten habt.

Was die Flughafen-Lounges betrifft, so waren sie am Internationalen Flughafen Montreal alle geschlossen. Diese werden wahrscheinlich auch bald wieder öffnen, sobald die Nachfrage steigt, aber wer weiß, in welcher Form sie wieder öffnen werden? Buffets werden wahrscheinlich nicht mehr zur Verfügung stehen, und soziale Distanzierungsmaßnahmen stehen sicherlich ganz oben auf der Prioritäten-Liste. Auch hier gibt es somit keine kostenlose Verpflegung für reguläre Lounge-Gänger mehr. Auch in diesem Fall empfehlen wir wieder das mitbringen von eigenen Speisen oder eben die wenigen Restaurants, die aktuell geöffnet haben.

Übrigens sind auch der Großteil der Duty-Free Shops geschlossen, Last-Minute Käufe somit als ausgeschlossen.

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3. Bringt Desinfektionstücher und Gel mit

Während des Coronavirus zu fliegen und keine Desinfektionstücher mitzubringen, ist ein Fehler, der Euch teuer zu stehen kommen könnte. Die Fluggesellschaften geben immer wieder damit an, dass sie außergewöhnliche Hygienemaßnahmen ergreifen und alle Oberflächen, die die Passagiere an Bord des Flugzeugs berühren, desinfizieren – aber tun sie das auch wirklich?

Da Vicky von Natur aus skeptisch war, beschloss sie, alles, was sie während des Fluges anfassen könnte, zu reinigen. Daher ist es wichtig, Desinfektionstücher mitzubringen! Sie desinfizierte ihren Sitz, ihre Armlehnen, das Fenster, den Bildschirm und den Tisch. Als sie mit dem “Aufräumen” fertig war, hat sie ihre Tücher in einen kleinen, wiederverschließbaren Plastikbeutel getan, um sicherzustellen, dass die Keime nicht in der Luft schweben bleiben.

Sie weiß zwar nicht, ob dies eine erwiesene medizinische Tatsache ist, aber durch diese Handlung fühlt sie sich während meines Fluges sicherer. Tatsächlich hätte sie gerne eine andere, größere Plastiktüte gehabt, in die sie nach Gebrauch ihren ganzen Müll hätte einwerfen können.

Was das Desinfektionsgel betrifft, so konnte sie sich damit vor und nach dem Essen gut die Hände waschen (da sie nicht unbedingt auf Toilette gehen wollte). Was uns zum nächsten Punkt bringt.

Falls Ihr ein ähnliches “Sicherheitsbedürfnis” habt, dann bringt also genügend Desinfektionstücher und eine große Mülltüte mit. Zudem darf das Desinfektionsgel natürlich nicht fehlen.

4. Vermeidet den Gang auf die Toilette

Dieser Punkt ist wohl ziemlich offensichtlich. Auch wenn die Fluggesellschaften und das Flugpersonal besonders auf Hygienemaßnahmen achten, ist es ihnen unmöglich, die Toiletten nach jeder Benutzung zu reinigen. Da Vicky einen achtstündigen Flug bestritt, kam sie leider nicht umhin auf die Toilette zu gehen. Trotz allem berichtete sie davon, dass es kein besonders tolles Erlebnis war.

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Wenn Ihr also innerhalb Europas fliegt, empfehle ich Euch, vor dem Betreten des Flugzeugs auf die Toilette zu gehen. Dies gilt natürlich auch bei weltweiten Flügen – jedoch muss man mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Flug sowieso nochmal auf die Toilette.

Der Vorteil: Wenn Ihr vorher auf die Toilette geht, ist es zum einen einfacher sich die Hände zu waschen und zum anderen einfacher nichts zu berühren, da die Kabinen meistens deutlich größer sind und keine Turbulenzen vorherrschen.

5. Bringt Euch etwas zum Essen mit

Ich habe es bei Punkt zwei schon mal erwähnt, aber hier noch mal: bringt Euch etwas zum Essen mit! Denn dies gilt nicht nur für das Warten an Flughäfen, sondern für die gesamte Reise. Auf Vickys Flug musste der Kontakt zwischen Flugbegleitern und Passagieren so weit wie möglich eingeschränkt werden, so dass der Service an Bord geändert wurde. So gab es für alle Passagieren, unabhängig von der Klasse, die gleiche Plastik-Lunchbox. Die Lunchbox enthielt ein Hühner-, Käse- und Gemüsesandwich, ein Haferflocken-Keks, Mandeln und ein Brötchen. Zudem wurden ihr zwei Flaschen Wasser serviert. Während des achtstündigen Fluges erhielt Vicky gleich zweimal dieselbe Lunchbox – abwechslung ist hier also nicht gegeben.

Ihr werdet also im Flugzeug nicht verhungern, weil Essen serviert wird, aber Vegetarier, Verganer oder Personen, die eine spezielle Diät machen, werden nicht beachtet. Die Flugbegleiter haben zudem Vicky als Vegetarierin klar gemacht, dass es keine Ausnahmen gibt und dass alle Passagiere die gleiche Lunchbox erhalten, unabhängig davon, ob vorher ein Antrag auf besondere Verpflegung gestellt wurde. Eine Vorankündigung vor Abreise gab es nicht. Hätte Vicky diese Informationen also vor dem Abflug gewusst, hätte sie dafür gesorgt, dass sie die notwendige Verpflegung mit sich bringt, um den Flug möglichst angenehm zu gestalten.

Darüber hinaus ist es auch nicht mehr möglich, an Bord etwas zu kaufen – zumindest in Vickys Fall. Wenn Ihr also Lust auf ein gutes Glas Wein oder auf Schokolade habt, müsst Ihr warten, bis Ihr an Eurem Ziel ankommt. Glücklicherweise war das Flugpersonal während Vickys Fluges sehr großzügig mit dem Angebot an Wasser, womit sie mindestens etwa fünf Mal eine Flasche angeboten bekommen hat.

Trotz allem bleibt sich also zu merken: Wenn Ihr besondere Essens-Wünsche habt, müsst Ihr dafür selbst vorsorgen. Auf Annehmlichkeiten bei der Verpflegung an Bord kann man sich nicht mehr bei jeder Airline verlassen. Es wird sicherlich aber weiterhin Ausnahmen geben!

6. Nehmt kein Gepäck mit an Bord

Vicky musste ihr Gepäck mit an Bord des Flugzeugs nehmen und hat dies relativ schnell bereut. Denn das Berühren der Oberflächen des Flugzeugs und der Versuch, etwas aus der Tasche zu kramen, was sich vielleicht am Boden der Tasche befindet, erhöht das Infektionsrisiko enorm. Alle Gegenstände der Tasche wären geschlossenen im Frachtraum des Flugzeugs mit großer Wahrscheinlichkeit sicherer.

Der Großteil der Airlines empfiehlt ohnehin, alle nicht unbedingt notwendigen Gegenstände, außer Elektronik und Medikamente, in einem Koffer aufzugeben. Ob dies nun wirklich nötig ist muss letzten Endes jeder für sich selbst entscheiden.

Fliegen während Coronavirus in Kürze

Fliegen während des Coronavirus ist eine ungewöhnliche Erfahrung, die für Vicky einmalig, aber nicht angenehm war. Weiterhin empfehlen wir deswegen nur zu fliegen, wenn es wirklich nötig ist. Die Chancen, sich mit dem Virus anzustecken, sind zwar aufgrund der Hygienemaßnahmen und der Luftfilter nicht all zu hoch, jedoch immer noch vorhanden. Auch wenn sich die Zahlen der Infizierten in Europa langsam bessern, wird wohl der Flug, wie wir ihn vorher kannten, in naher Zukunft nicht mehr so stattfinden. Also bereitet Euch am besten vor dem Flug so vor, dass Ihr damit eine hohe Sicherheit für Euch sowie alle anderen Passagiere gewährleistet.

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Autorin

Seit Lena ihren ersten Langstreckenflug bestritt, ist das Thema Reisen nicht mehr aus ihrem Alltag wegzudenken. Sie liebt es neue Länder zu erkunden und dabei ebenso die besten und außergewöhnlichsten Unterkünfte zu testen. Bei reisetopia nimmt sie Euch mit auf ihre Reisen und teilt neben ihren eigenen Tipps & Erfahrungen auch die neusten Deals.

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  • Auch wenn ich meine Reisebewegungen drastisch runtergefahren habe, ließ es sich nicht vermeiden, dass ich einige Male im April / Mai aus dringenden beruflichen und privaten Gründen innereuropäisch geflogen (Frankfurt, Zürich, Berlin, Amsterdam) bin. Dazu möchte ich folgendes ergänzen:
    – An allen Flughäfen wurde zumindest ein minimales Verpflegungsangebot nach der Sicherheitskontrolle gewährleistet (z.B. ZRH – Burger King, TXL – Augustiner Bierbar).
    – Abstand zu halten war noch nie so einfach an Flughäfen, da sie eh gespenstisch leer waren.
    – In Berlin darf man nur noch mit einem einzigen Handgepäckstück durch die Sicherheitskontrolle (egal, welche Reiseklasse, auch zusätzliche Laptoptasche geht nicht)
    – Service Economy: LH: Verteilung von Wasserflaschen. KLM: Wasserflasche, Sandwich und Keks liegt als Box auf dem Sitz, Kaffee/Tee werden zusätzlich serviert. Swiss: Normaler Getränkeservice, kein Snack, aber die Schokolade wird weiterhin verteilt.
    – Der Gang auf die Toilette war auch vor Corona kein Wow-Erlebnis 🙂
    – Teilweise (z.B. in Zürich) wird das Deboarding verlangsamt: Bei Landung in Zürich müssen alle Reihen sitzenbleiben, bis sie aufgerufen werden. Immer nur ein paar Reihen gleichzeitig dürfen den Flieger verlassen, danach wird ca. 2 Minuten gewartet, um zu viele Menschen an der Passkontrolle, durch die jeder Einreisende gehen muss, zu vermeiden. Wer in einer hinteren Reihe sitzt, sollte mit 30 Min Verzögerung rechnen.
    -Vor Boarding, an Bord und bei Anreise wird man gern mit Informationsblättern zugeballert, am schlimmsten, wenn man vom Ausland nach Deutschland fliegt. Diese besagen teilweise pauschal, dass man sich nach Ankunft direkt in Quarantäne begeben müsse (ohne auf die Ausnahmeregelungen hinzuweisen). Für Deutsche findet eine automatische Passkontrolle in Tegel statt, ohne dass irgendjemand nach dem Reisegrund fragt, nur ein weiterer Infozettel wird verteilt.
    – In Amsterdam fanden gar keine Personenkontrollen statt.
    – Nachweise für die Dringlichkeit der Reise hatte ich immer dabei, aber die wollte nie jemand sehen.
    Generell muss ich sagen, dass das Fliegen sicherlich nicht angenehmer oder unkomplizierter geworden und das neue Normal mit Abstand, Maske und Desinfektionsmittel im Gepäck durchaus gewöhnungsbedürftig ist. Die zusätzlichen Hygienemaßnahmen (plus die Luftzirkulation im Flieger) tragen aber auch dazu bei, dass ich Flugreisen als vergleichsweise sicher empfinde.

    Ich hoffe, dass der Flughafen in Tegel doch nicht vorzeitig oder temporär ab 1. Juni geschlossen wird – der Flugplan wird ja ab Juni wieder langsam hochgefahren und es ist absehbar ist, dass einige Länder Sommerurlaub in Europa möglich machen. Sollte vor BER Eröffnung nur Schönefeld offen sein, würde dies zu nur unnötigen Menschenaufläufen führen und die Infrastruktur vor Ort mit den derzeitigen Regeln überfordern….

    • Hey, danke für deine Einschätzung. Unsere Autorin Vicky hatte jedoch keine panische Angst – jeder nimmt das wohl unterschiedlich wahr. Hier soll es ja auch nur um ein paar Hilfestellungen gehen, die jeder individuell umsetzen kann oder eben auch nicht :). Viele Grüße

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